Arwed Messmer (* 1964 in Schopfheim) ist ein deutscher Fotograf.[1][2]

Ausbildung

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Arwed Messmer studierte von 1987 bis 1992 Visuelle Kommunikation an der FH Dortmund mit dem Diplom als Abschluss. 1990 war er DAAD-Austauschstipendiat an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig.[3]

Seit 1992 arbeitet Arwed Messmer als freiberuflicher Fotograf, primär im Feld des Dokumentarischen.

Seit 2007 entwickelte er einen neuen Arbeitsschwerpunkt mit Recherche, Bearbeitung und Neukontextualisierung gebrauchsfotografischer Bildkonvolute aus öffentlichen Archiven. Unabhängig von der ursprünglichen Funktion dieser Aufnahmen – etwa technischer Fotografien für den Städtebau, polizeilicher Tatort-Aufnahmen, Überwachungs- oder Erfassungsaufnahmen staatlicher Sicherheitskräfte - legt Messmer seiner Arbeit Bildüberschüsse frei und macht die Diversität der Zeichen sichtbar, die mit der zeitlichen Distanz an historischer und ästhetischer Relevanz gewinnen. Messmer bezeichnet die Arbeitsweise als "künstlerische-bildarchäologische Praxis".

Entstanden sind umfangreiche Ausstellungen und Publikationen zum Ostberlin der 1950er Jahre, zur Berliner Mauer, über den westdeutschen Linksterrorismus und zu den Archiven der Staatssicherheit. Die Publikationen bilden einen wichtigen Teil von Messmers Arbeit. Er kooperiert dabei immer wieder mit der Schriftstellerin Annett Gröschner.

Privates

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Arwed Messmer lebt und arbeitet in Berlin.

Lehrtätigkeiten

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Lehraufträge, Lectures, Workshops u. a. an der Ostkreuzschule für Fotografie und der Internationalen Dresdner Sommerakademie für Bildende Kunst.

Auszeichnungen (Auswahl)

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  • 2023/24: Fellowship am Wissenschaftskolleg zu Berlin
  • 2014: Kunstpreis Fotografie der Land Brandenburg Lotto GmbH[4]
  • 2008: Buch/Katalogförderung für „Anonyme Mitte“ durch Senat für Kultur, Berlin (erscheint im Frühjahr 2009 im Verlag für moderne Kunst Nürnberg)
  • 2004: „Krise als Labor, Buenos Aires“, Argentinien-Aufenthalt im Rahmen der 10 Jahre Städtepartnerschaft Berlin – Buenos Aires
  • 2001: Arbeitsstipendium, Bildende Kunst, Senat für Kultur, Berlin (für die Arbeit: „Kontrakt 903“, KKW Rheinsberg)
  • 1999: Projektstipendium „Artist in Residency“ Atlanta, USA
  • 1997: Aufenthaltsstipendium Oslo, Norwegen, Juni/Juli 1997
  • 1995: Otto-Steinert-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie für seine Arbeit „Potsdamer Platz Anno Zero“[5]
  • 1993: Arbeitsstipendium Fotografie, Stiftung Kulturfonds, Berlin (für die Arbeit: „Stadt“)
  • 1992: Stipendium für Fotografie des Senats für Kulturelle Angelegenheiten Berlin

Einzelausstellungen (Auswahl)

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  • 2024/25: Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht, Mauermahnmal des Deutschen Bundestags (gemeinsam mit der Schriftstellerin Annett Gröschner)
  • 2022: Berlin 1966–70, Villa Oppenheim, Berlin
  • 2020: Taking Stock of Power: An Other View of the Berlin Wall, The Walther Collection, New York
  • 2019: RAF. No Evidence / Kein Beweis, The Photographers’ Gallery, London
  • 2017: RAF. No Evidence / Kein Beweis, Museum Folkwang, Essen
  • 2017: RAF. No Evidence / Kein Beweis, Zephyr, Raum für Fotografie. Im Rahmen der Biennale für aktuelle Fotografie Ludwigshafen / Mannheim / Heidelberg
  • 2016: Inventarisierung der Macht. Die Berliner Mauer aus anderer Sicht, Haus am Kleistpark, Berlin (mit der Autorin Annett Gröschner)
  • 2008: Arwed Messmer – Ausstellung – „Soweit kein Auge reicht“, Berliner Panoramafotografien aus den Jahren 1949–1952, aufgenommen von Fritz Tiedemann, rekonstruiert und interpretiert von Arwed Messmer, Monat der Fotografie November 2008, Berlinische Galerie
  • 2003: Arwed Messmer – Ausstellung – „Kontrakt 903“, Kunstbank Berlin
  • 2000: Arwed Messmer – Ausstellung – „Landscapes & Cities“, Goethe-Institut, Atlanta, USA
  • 1997: Arwed Messmer – Ausstellung – „Stadt“, Kunsthalle Köln
  • 1995: Arwed Messmer – Ausstellung – „Stadt“, Galerie im Scheunenviertel

Publikationen (Auswahl)

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  • 1993: Eine halbe Stunde vor Berlin – Momentaufnahme einer Kleinstadt in der Mark, ex pose Verlag
  • 1993: Photo News, Landschaft zwischen zwei Blicken
  • 1994: FallWallFall, Potsdamer Platz Anno Zero, Katalog
  • 1996: Zeitschrift DU, Zürich 6/96, Kindheitsspuren von Vladimir Nabokov in Rußland
  • 1998: Buch der Otto-Steinert Preisträger von 1979 bis 1998
  • 1999: Grand Street, New York, Ausgabe 69, Kunst aus Berlin im 20. Jahrhundert
  • 2002: Nach der Natur, Berlinische Galerie, Katalog
  • 2002: Buch „Hier beginnt die Zukunft, hier steigen wir aus“ (Bild: Arwed Messmer, Text: Annett Gröschner), Berlin Verlag
  • 2003: Buch „Kontrakt 903. Erinnerung an eine strahlende Zukunft“ (Bild: Arwed Messmer, Text: Annett Gröschner)
  • 2006: Buch „Talking Cities“ Bildbeiträge
  • 2006: Buch „Stadt als Labor“, diverse Bildbeiträge
  • 2007: „Altenburg. Provinz in Europa“, ausstellungsbegleitendes Katalogbuch und Dokumentationsband
  • 2008: „Stages“, Bildband Johannes Schütz, Theaterfotografien aus 7 Jahren, Verlag für moderne Kunst Nürnberg
  • 2008: „So weit kein Auge reicht“, Berliner Panoramafotografien aus den Jahren 1949–1952, aufgenommen von Fritz Tiedemann, rekonstruiert und interpretiert von Arwed Messmer Berlinische Galerie/DuMont Verlag
  • 2008: „Verlorene Wege“, Gemeinschaftsprojekt mit der Autorin Annett Gröschner, Bild- und Textcollage über die Auflösung der Industriegesellschaft im Ronnerburger Revier, Thüringen (Uranbergbau, SDAG Wismut), Verlag für moderne Kunst Nürnberg
  • 2008: Photo News 11/08, „So weit kein Auge reicht“
  • 2011: „Aus anderer Sicht: Die frühe Berliner Mauer“. Arwed Messmer (Hrsg.), Hatje Cantz Verlag, Ostfildern
  • 2012: "Berlin, Fruchtstraße - am 27. März 1052". Historische Aufnahmen von Fritz Tiedemann. Hatje Cantz Verlag, Berlin
  • 2016: „Zelle/Cell“, Hatje Cantz Verlag, Berlin
  • 2017: „RAF - No Evidence / Kein Beweis“, Hatje Cantz Verlag, Berlin
  • 2023: „Tiefenenttrümmerung / Clearing the Depths“. Der Traum vom Reich / The Dream of The Reich. Deutsch-englische Ausgabe. Spector Books, Leipzig 2023.

Literatur

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Einzelnachweise

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  1. Jeffrey Ladd: Go Inside East Germany’s Stasi Archives. In: Time. Abgerufen am 18. Februar 2019.
  2. Ryan White, Matthew Whitehouse: 4 artists pushing forward the possibilities of photography. i-D, 21. November 2018, archiviert vom Original am 23. Februar 2019; abgerufen am 18. Februar 2019.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. Biographische Daten von Arwed Messmer in: Zwischenspiel: Nach der Natur : Eine Auseinandersetzung mit den Mitteln zeitgenössischer Kunst, Berlinische Galerie, Seite 99
  4. Lotto Brandenburg: Kunstpreis Literatur Fotografie der LAND BRANDENBURG LOTTO GmbH. Abgerufen am 14. Dezember 2015.
  5. 1995 Otto Steinert-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie für Arwed Messmer für seine Arbeit "Potsdamer Platz Anno Zero"