Abschaum
Beim Kochen proteinhaltiger Zutaten in Flüssigkeiten, z. B. bei der Zubereitung von Fleischbrühe oder Hülsenfrüchten, entsteht Schaum. Er besteht aus Proteinen, die aus den Zellen ausgetreten sind und bildet sich vor allem zu Anfang des Kochvorgangs.


Eigentlicher Begriff
BearbeitenDieser Schaum ist zunächst weißlich und wird dann grau, da er Schwebstoffe aus der Flüssigkeit an sich bindet. Ist das Protein darin vollständig geronnen, flockt es aus und kann die Flüssigkeit trüben. Um dies zu vermeiden, muss er wiederholt mit einem Schaumlöffel abgeschöpft werden. Dieser Vorgang wird in der Küchensprache als abschäumen (älter auch schaumen und – verwandt mit englisch foam – faumen[1]) bezeichnet; der Schaum selbst als Abschaum.
Begriffsverwendung im übertragenen Sinn
BearbeitenHeutige Begriffsverwendung
BearbeitenSeit dem 15. Jahrhundert wird der Begriff Abschaum als schwere, herabwürdigende Beleidigung eines Teils einer Gesellschaft (und damit als ein Synonym für etwa „Pöbel“, „Pack“ oder „Gesindel“) verwendet.[4][5]
Weblinks
BearbeitenEinzelnachweise
Bearbeiten- ↑ Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 376 (zu faumen) und 456 (zu Schaum, und schaumen ‚den Schaum abnehmen, abschäumen‘.
- ↑ 1. Korinther 4 - Novum Testamentum Graece (NA28) - die-bibel.de. In: die-bibel.de. Abgerufen am 7. August 2022.
- ↑ Eckhard J. Schnabel: Der erste Brief des Paulus an die Korinther. R. Brockhaus Verlag GmbH &, 2006, ISBN 978-3-417-29724-9, S. 255.
- ↑ Dudenredaktion: Duden - Das Bedeutungswörterbuch: Bedeutung und Gebrauch von rund 20 000 Wörtern der deutschen Gegenwartssprache. Bibliographisches Institut, 2018, ISBN 978-3-411-91251-3, S. 58.
- ↑ Dudenredaktion: Duden - Das Herkunftswörterbuch: Etymologie der deutschen Sprache. Bibliographisches Institut, 2020, ISBN 978-3-411-91291-9, S. 726.