Eva Menasse

    11. Mai 1970
    Eva Menasse
    Gedankenspiele über den Kompromiss
    Dunkelblum
    Lieber aufgeregt als abgeklärt
    Alles und nichts sagen
    Heimito von Doderer
    Margaret Atwood
    • Margaret Atwood

      Friedenspreis des deutschen Buchhandels 2017. Ansprachen aus Anlass der Verleihung

      • 96 Seiten
      • 4 Lesestunden

      Der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hat die kanadische Schriftstellerin, Essayistin und Dichterin Margaret Atwood als diesjährige Trägerin gewählt. Die Verleihung findet am 15. Oktober 2017 in der Paulskirche in Frankfurt am Main statt und wird live im Fernsehen übertragen. Der Friedenspreis, der seit 1950 vergeben wird, ist mit 25.000 Euro dotiert. Die Jury begründet ihre Entscheidung damit, dass Atwood in ihren Romanen und Sachbüchern ihr politisches Gespür und ihre Sensibilität für gefährliche Entwicklungen und Strömungen eindrucksvoll unter Beweis stellt. Sie zählt zu den bedeutendsten Erzählerinnen unserer Zeit und thematisiert in ihren utopischen und dystopischen Werken die sich wandelnden Denk- und Verhaltensweisen der Gesellschaft. Atwoods präzise Beobachtungen menschlicher Widersprüchlichkeiten zeigen, wie schnell vermeintliche Normalität ins Unmenschliche kippen kann. Ihre Haltung ist von Humanität, Gerechtigkeitsstreben und Toleranz geprägt. Mit wachem Bewusstsein und tiefem Verständnis für die menschliche Natur formuliert sie ihre Analysen und Sorgen auf eine sprachgewaltige und literarisch eindringliche Weise. Durch ihr Werk erfahren wir mehr über unsere Identität, unseren Platz in der Welt und die Verantwortung, die wir für ein friedliches Zusammenleben tragen.

      Margaret Atwood
      5,0
    • Heimito von Doderer

      • 88 Seiten
      • 4 Lesestunden

      Ein Kauz, der gern mit Pfeil und Bogen posierte, zur sexuellen Stimulation mittelalterliche Märtyrerszenen nachspielte – Samtpeitsche inklusive – und bei Wutanfällen Teekannen exekutierte: Bis in seine Fünfziger lag das verwöhnte Nesthäkchen noch seiner reichen Familie auf der Tasche. Dann wurde der österreichische Schriftsteller Heimito von Doderer (1896–1966) mit außergewöhnlichen Romanen und Erzählungen blitzartig berühmt. Eva Menasse plädiert leidenschaftlich für die Wiederentdeckung von Doderers vielgestaltigem Werk, das größte Gegensätze mühelos verbindet. Es ist formal avanciert, wahnsinnig komisch und sprachlich bildschön.

      Heimito von Doderer
      4,5
    • Alles und nichts sagen

      Vom Zustand der Debatte in der Digitalmoderne

      Zieht sich eine liberale Gesellschaft gerade den Boden weg, auf dem sie fest stehen sollte? Ein Essay darüber, was die digitale Massenkommunikation zwischenmenschlich anrichtet. Nichts hat das Zusammenleben so umfassend verändert wie die Digitalisierung – wir denken, fühlen und streiten anders, seit wir dauervernetzt und überinformiert sind. Die Auswirkungen betreffen alle, egal, wie sehr sie die neuen Medien überhaupt nutzen. Es ist ein Stresstest für die Gesellschaft: Der Überfluss an Wissen, Geschwindigkeit, Transparenz und Unlöschbarkeit ist, unkanalisiert, kein Wert an sich. Demokratiepolitisch bedeutsam wird dies bei der vielbeschworenen Debattenkultur. Denn die Umgangsformen der sogenannten Sozialen Medien haben längst auf die anderen Arenen übergegriffen, Politik und Journalismus spielen schon nach den neuen, erbarmungsloseren Regeln. Früher anerkannte Autoritäten werden im Dutzend abgeräumt, ohne dass neue nachkommen, an die Stelle des besseren Arguments ist die knappe Delegitimierung des Gegners getreten. Eine funktionierende Öffentlichkeit – als Marktplatz der Meinungen und Ort gesellschaftlicher Klärung – scheint es, wenn überhaupt, nur noch in Bruchstücken zu geben. In ihrem Essay kreist Eva Menasse um die Fragen, die sie seit vielen Jahren beschäftigen: vor allem um einen offenbar hoch ansteckenden Irrationalismus und eine ätzende Skepsis, vor denen niemand gefeit ist.

      Alles und nichts sagen
      2,0
    • Lieber aufgeregt als abgeklärt

      Essays

      • 256 Seiten
      • 9 Lesestunden

      In Eva Menasses Essays und Reden lassen sich das Temperament und die unbändige Formulierlust dieser Autorin noch einmal neu entdecken: in liebevoll-boshaften Langzeitbeobachtungen über Deutsche und Österreicher, in engagierten politischen Interventionen, aber auch in leidenschaftlichen Bekenntnissen zu Lieblingsautoren wie Richard Yates, Alice Munro und Ulrich Becher. Ein besonderes Augenmerk gilt der öffentlichen Rolle des Schriftstellers, ein Feld, auf dem man in Deutschland bekanntlich nur alles falsch machen kann. Die pointierten und eleganten Texte der Heinrich-Böll- Preisträgerin des Jahres 2014 beziehen Stellung, sie sind ein starkes Plädoyer gegen Lauheit – und ein Lektüregenuss. Ausstattung: Aufgedruckter Pepper:

      Lieber aufgeregt als abgeklärt
      3,8
    • Dunkelblum

      Roman

      • 523 Seiten
      • 19 Lesestunden

      Jeder schweigt von etwas anderem. Dunkelblum scheint auf den ersten Blick eine gewöhnliche Kleinstadt zu sein, doch hinter der Fassade verbirgt sich die Geschichte eines schrecklichen Verbrechens, das die älteren Bewohner seit Jahrzehnten verbindet – und gleichzeitig zum Schweigen zwingt. Im Spätsommer 1989, während an der nahen Grenze zu Ungarn Hunderte DDR-Flüchtlinge warten, erscheint ein geheimnisvoller Besucher in der Stadt. Plötzlich kommt Bewegung in die Dinge: Auf einer Wiese am Stadtrand wird ein Skelett entdeckt, und eine junge Frau verschwindet. Die Spuren des alten Verbrechens tauchen wie Geister auf und konfrontieren die Dunkelblumer mit einer Vergangenheit, die sie für abgeschlossen hielten. In ihrem neuen Roman entwirft Eva Menasse ein umfassendes Geschichtspanorama, das die kleine Stadt immer wieder zum Schauplatz weltpolitischer Ereignisse macht. Die Geschichte thematisiert den Umgang der Bewohner mit historischer Schuld und ist ein schaurig-komisches Epos über die Wunden in der Landschaft und den Seelen der Menschen, die, im Gegensatz zur Erinnerung, nicht vergehen. „Die ganze Wahrheit wird, wie der Name schon sagt, von allen Beteiligten gemeinsam gewusst. Deshalb kriegt man sie nachher nie mehr richtig zusammen.“

      Dunkelblum
      3,9
    • »Kompromisse werden langsam und unter Schmerzen geboren. Sie erwachsen aus einer Zusammenarbeit, gegen die sich erst einmal jeder sträubt« – so einfach ist es, einen komplizierten Prozess zu beschreiben. Mit einer behänden Leichtigkeit schafft es die begnadete Essayistin Eva Menasse, zeitdiagnostisch Kernprobleme unserer Gegenwart in den Blick zu nehmen. Gesellschaftspolitisch bedeutsam sind ihre Gedankenspiele in einer Zeit von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, dem Erstarken autoritärer Politiker, Fake News, Aluhutträgern – denn wie all jenen begegnen? Ansichten als Hirngespinste abtun? Den Dialog verweigern? Oder auf sie zugehen und diskutieren, in der Hoffnung Denkräume zu öffnen? Menasse schreibt über Dinge, die uns alle angehen und über die wir weiterdenken sollten, um etwas gegen eine Verrohung der Gesellschaft zu tun. „Die vielgerühmte Freiheit, dass sich jeder zu allem äußern kann, schafft die gefährliche Illusion, dass das Aushalten anderer Meinungen nicht mehr nötig ist. Es war schon immer schwer, Kindern zu erklären, dass es keine garantierte Gerechtigkeit gibt, sondern dass man nur beständig an ihr arbeiten kann. Heute ist es schwer, Erwachsenen zu erklären, was ein Kompromiss ist und wozu man ihn braucht. Andere Meinungen dienen nicht mehr dazu, unsere eigenen zu überprüfen – sondern den Gegner zu markieren.“

      Gedankenspiele über den Kompromiss
      3,3
    • Quasikristalle

      Roman

      • 425 Seiten
      • 15 Lesestunden

      „Immer verwechselt man den eigenen Blick mit dem der anderen.“ Was wissen wir wirklich über uns selbst und über andere? In dreizehn Kapiteln zerlegt Eva Menasse die Biografie einer Frau in verschiedene Aspekte: als Mutter, Tochter, Freundin, Mieterin, Patientin und mehr. Aus diesem Mosaik entsteht ein kühner Roman, der Fragen nach Wahrnehmung und Wahrheit aufwirft. Zu Beginn ist Xane Molin vierzehn Jahre alt und erlebt mit ihrer besten Freundin einen dramatischen Sommer. Am Ende ist sie Großmutter und versucht, ihren Lebensweg neu zu gestalten. Wir nähern uns ihr aus unterschiedlichen Perspektiven: ihrem misstrauischen Vermieter mit eigenen Geheimnissen, einem Bürgerkriegsüberlebenden, der sich in sie verliebt, und einer Jugendfreundin, die nach Jahren der Freundschaft Abstand sucht. Menasse hat einen scharfen Blick für Frauen in der Gesellschaft, ihre Schwächen und das, was an ihnen liebenswert ist. Sie erzählt furchtlos und subtil von einer absurden Auschwitz-Exkursion, dem Alltag einer Kinderwunschärztin und den Herausforderungen der pubertierenden Tochter in der Patchwork-Familie. Das Buch ist poetisch, komisch und bestürzend, und es reflektiert die Komplexität des Lebens, das oft nur aus der Ferne als Ganzes erkennbar ist.

      Quasikristalle
      3,8
    • Tiere für Fortgeschrittene

      • 316 Seiten
      • 12 Lesestunden

      »Wer die Welt so anlächelte, musste eine Schraube locker haben. Oder ein Schutzblech zu wenig über der Seele.« In den Erzählungen von Eva Menasse wird jede kuriose Tiermeldung zum Ausgangspunkt für tiefere menschliche Einsichten. Sie betrachtet ihre Protagonisten mit einem liebevollen, aber unerbittlichen Blick. Ein alter Despot, der sich gegen Veränderungen wehrt, sieht, wie die Demenz seiner Frau auch seine Vergangenheit auslöscht. Eine engagierte Mutter, die ihr muslimisches Kind schützt, erkennt, dass die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwommen sind. Eine Frau wird sich der prägenden Einflüsse ihres Vaters bewusst, während eine Gruppe von Künstlern und Wissenschaftlern in der Hitze des Südens eine groteske Revolution plant. Menasse hat über Jahre hinweg Tiermeldungen gesammelt, die wie umgekehrte Fabeln menschliches Verhalten reflektieren. Leser können den Mustern und Motiven in ihren Erzählungen nachspüren, während andere sich von ihrem erzählerischen Talent mitreißen lassen. Ihre Geschichten vereinen pointierten Witz, Geheimnis und melancholischen Ernst und laden dazu ein, die menschliche Natur in all ihren Facetten zu erkunden.

      Tiere für Fortgeschrittene
      3,6
    • Vienna

      Roman

      Ein großer Familienroman, der anekdotisch, lebendig und eindringlich vom Geschick eines jüdischen Familienclans in Wien erzählt. Sei es Königsbee, der noch jede Redewendung verballhornt hat, sei es die Mutter, die überm Kartenspiel beinahe die Geburt des Sohnes versäumt – die Lebensfäden der verschiedensten Menschen werden über räumliche Trennung hinweg, durch die Schrecken der Naziherrschaft und über die Familienstreitereien nach dem Krieg zusammengeführt im charmanten Wien der Kaffeehäuser. Ausstattung: mit Lesebändchen

      Vienna
      3,6
    • Lässliche Todsünden

      • 252 Seiten
      • 9 Lesestunden

      In einer postmodernen Gesellschaft untersucht Eva Menasse archaische Muster und die sieben Todsünden: Trägheit, Gefräßigkeit, Wollust, Hochmut, Zorn, Neid und Habgier. Ihre weltlichen Protagonisten stehen im Mittelpunkt, während sie Geschichten erzählt, die im Gedächtnis bleiben. Der Verzicht auf Gott führt nicht zur Abschaffung der Sünde. Menasse beleuchtet zentrale Themen der Literatur: Liebe, Hass, Schuld und Vergebung. Die Menschen verfehlen einander aus denselben Gründen wie vor Jahrhunderten. Ein Familienvater ist zu träge, um für sein Glück zu kämpfen, während ein junges Paar die Komplexität der Sexualität meidet. Ein Mann verpasst sein Leben, weil er keine Schwäche zeigen will, und ein geschiedenes Paar kämpft bis zum Grab ihres Kindes. Mit Leidenschaft und Empathie geht die Autorin mit ihren Figuren ins Gericht. Hinter den Fassaden, wo die Sünden verborgen sind, liegt der menschliche Kern. Die Todsünden berühren und überlappen sich, ebenso wie die Geschichten, in denen Orte und Figuren wiederkehren. Menasse schafft mit ihrem unverwechselbaren Witz und erzählerischen Schwung ein großes Ganzes, das die Leser fesselt und zum Nachdenken anregt.

      Lässliche Todsünden
      3,5
    • Animals - Eight Studies for Experts

      • 312 Seiten
      • 11 Lesestunden

      Jarenlang hat Eva Menasse kuriose Nachrichten über Tiere gesammelt, die ihr etwas über menschliches Verhalten zu offenbaren schienen, und in „Tiere für Fortgeschrittene“ dienen diese Tiere als Ausgangspunkte für Erzählungen über die Spezies Mensch. Ein alter Tyrann, der sich jeder Form von Veränderung widersetzt, kann nicht verhindern, dass die Demenz seiner Frau auch seine eigene Vergangenheit auslöscht. Für eine engagierte Mutter, die einen muslimischen Jungen beschützt, verschwimmen schließlich die eigenen Grenzen zwischen Gut und Böse. Und eine Frau erkennt, wie sehr das Schicksal ihres Vaters sie geprägt hat.

      Animals - Eight Studies for Experts
    • Halb Buch, halb Magazin, halb Literatur, halb Reiseführer - ein gelungener Cross-Over, der nach Lust und Laune hinter die Kulissen schaut, Ereignisse und Erlebnisse schildert, in Geschichten, Interviews und Reportagen mit stimmungsvollen Fotostrecken Städte und Regionen vorstellt

      Wien
    • Xenia Hausner zählt zu den wichtigsten österreichischen Malerinnen unserer Zeit. Der schmuckvolle Band fokussiert auf den Aspekt der Inszenierung, den alle ihre Werke auszeichnen. Beginnend mit den frühen Arbeiten aus den 1990er-Jahren bis zur bewegenden Exiles-Serie entführt das Buch in eine weibliche Welt voller geheimnisvoller Beziehungen. Hausners Malerei hat ihren Ausgangspunkt in der Fotografie. Die Künstlerin konstruiert vorab räumliche Settings in ihrem Atelier und hält ähnlich einem Filmstill einen Ausschnitt darin fest. Übersetzt in Malerei erzeugen ihre Bilder ein dramaturgisches Spannungsmoment, bei dem alles darauf zu drängen scheint, dass dem Gezeigten ein nächstes Bild folgen muss, um dessen Rätsel zu enthüllen. Über das Inszenierte in ihren Werken – die gemalte festgehaltene Lüge – erfahren wir die Widersprüche unserer Existenz und finden den Gegenentwurf zu einer von Männern dominierten Bildsprache.

      Xenia Hausner. True Lies