Jetzt ist er also in der Welt. Drei Jahre Arbeit und 60 Millionen Euro hat der Film verschlungen, gedreht in Barcelona, München und der Provence, besetzt mit Dustin Hoffman und Alan Rickman, entstanden nach einem Roman, der sich weltweit 15 Millionen Mal verkauft hat. Für unser kleines bescheidenes Kinoländchen ist Das Parfum ein ziemlich dicker Flakon.

Nun ist die Verfilmung eines Buches, in dessen Zentrum etwas Unsichtbares, nämlich der Geruchssinn steht, nicht eben einfach. Patrick Süskinds Parfum war so erfolgreich, weil es sich forsch durch das Gekröse des 18. Jahrhunderts wühlt und von der erstaunlichen Wahrnehmungswelt eines jungen Mannes erzählt, der mit einer hoch sensiblen Nase gesegnet oder auch geschlagen ist. Sein Held Jean-Baptiste Grenouille, der auf dem Boden des Pariser Fischmarktes, "dem allerstinkendsten Ort von Frankreich", geboren wurde und von dort auszieht, die Welt mit betörenden Düften zu überziehen, ist ein olfaktorisches Genie, das seine Umwelt in Moleküle zerlegt und noch die winzigsten Aromen und Essenzen wittert. Grenouille entpuppt sich als Geruchs-Junkie, süchtig nach Jungfrauenausdünstungen, die er, der von niemandem geliebt wird, zum ultimativen Parfum, zur größten Liebesdroge aller Zeiten, verarbeiten will. Die Wirkung dieser Substanz, für die Grenouille zwei Dutzend Schönheiten um die Ecke bringt, muss man sich ungefähr wie eine Mischung aus Patschuli, Viagra und Ecstasy vorstellen.