Abstract
Das Werk Schopenhauers hat immer polarisiert. Auffällig ist die zum Teil aggressive Ablehnung, die ihm bis heute entgegenschlägt. Über die Gründe dafür ist viel räsoniert worden. War er der akademischen Philosophie nicht wissenschaftlich genug, weil er seine Metaphysik auf intuitive Einsichten, auf, wie er es formulierte, »anschauliche Auffassung« der realen Welt stützte? Dem könnte man entgegenhalten, dass an den Universitäten ungeheuer populäre Philosophen wie Nietzsche oder Heidegger in ihrer Art zu philosophieren sehr viel weniger ›wissenschaftlichen‹ Ansprüchen genügen, wie immer man ›wissenschaftlich‹ auch bestimmen mag.