Abstract
Richard Rorty hat maßgeblich zur Renaissance der amerikanischen Philosophie des Pragmatismus beigetragen und er ist der bedeutendste Neopragmatist. Rorty war der akademische Lehrer unter anderem von Cornel West und Robert Brandom. Dieser ist inzwischen mit seinem eigenständigen Projekt einer „normativen Pragmatik“ (Brandom 2000) zum bekanntesten Sprachpragmatisten der Gegenwart avanciert. Rorty hat sich explizit gegen das Entstehen einer Schule des Rortyanismus (u. a. Rorty 2006, S. 56–57) ausgesprochen. Dieser Wunsch hat sich bisher erfüllt. Zugleich ist eine Folgegeneration von NeopragmatistInnen von ihm stark beeinflusst worden (u. a. Nancy Fraser, Huw Price, Bjørn Ramberg, Jeffrey Stout). Außerdem hat sich die Rorty-Forschung erstaunlich schnell nach seinem Ableben in Gestalt der Richard Rorty Society institutionalisiert. Sie boomt gegenwärtig geradezu, wie eine Welle an Neuerscheinungen zeigt. Rortys kosmopolitisches Denken wird weltweit rezipiert. Allein Contingency, Irony, and Solidarity wurde inzwischen in mehr als zwei Dutzend Sprachen übersetzt.