Abstract
Während die klassischen erkenntnistheoretischen Positionen der Neuzeit, Rationalismus und Empirismus, sich als epistemisch-fundamentalistische Ansätze auf einen der beiden Aspekte fokussieren, kann es als Charakteristikum moderner Wissenschaftsphilosophie gelten, dass sie die Relation von Erfahrung und Logik zu bestimmen sucht. Die Relevanz dieses Verhältnisses wird zunächst anhand einiger Stationen und klassischer Probleme der Wissenschaftsphilosophie dargestellt (insbesondere der Theoriewahl). Der klassische Pragmatismus wird in diesen Debatten bisher kaum rezipiert. Gründe dafür liegen u. a. in der Rezeptionsgeschichte in Deutschland, die in Abschnitt 1.2 skizziert wird, um schließlich zu zeigen, dass der Pragmatismus einen originären Ansatz in der Verhältnisbestimmung von Empirie und Theorie bietet und daher in der deutschen Wissenschaftsphilosophie Berücksichtigung finden sollte.