Abstract
Zusammenfassung Diese Studie hatte das Ziel, das Competence Assessment Tool for Advance Directives (CAT-AD) zu validieren. Dieses Instrument wurde entwickelt, um das klinische Urteil der Einwilligungsfähigkeit einer Person bei der Erstellung einer Patientenverfügung zu unterstützen – insbesondere bei kognitiven Defiziten, wie einer beginnenden Demenz. Im Rahmen einer Querschnittsstudie wurde das CAT-AD anhand des MacArthur Competence Assessment Tool for Treatment evaluiert. Die Untersuchung fand in 2 Gedächtnis-Ambulanzen statt. Insgesamt nahmen 31 Patienten teil. Das CAT-AD bewertet 4 Subskalen: Informationsverständnis, Einsicht, Urteilsvermögen und Kommunikation einer Entscheidung. Diese Subskalen wurden daraufhin untersucht, inwieweit sie klinische Urteile zur Einwilligungsfähigkeit vorhersagen können. Die divergente Validität wurde anhand von Messungen der kognitiven Beeinträchtigung, Depression, Gesundheitskompetenz und des Bildungsniveaus bewertet. Die interne Konsistenz wurde mittels Cronbachs α bestimmt. Alle CAT-AD-Subskalen erwiesen sich als signifikante Prädiktoren für das klinische Einwilligungsfähigkeitsurteil – mit höheren Werten stieg die Wahrscheinlichkeit einer positiven Beurteilung (Odds Ratio 2,5–6,9). Die Subskalen zeigten keine Korrelation mit Depression oder Bildungsniveau, was darauf hinweist, dass das CAT-AD ein eigenständiges Konstrukt erfasst. Alle Subskalen korrelierten mit Gesundheitskompetenz, während nur Urteilsvermögen und Einsicht keine Vorhersagekraft für kognitive Defizite hatten. Die interne Konsistenz war zufriedenstellend (Cronbachs α > 0,70). Das CAT-AD ist ein zuverlässiges und valides Instrument zur Beurteilung der Einwilligungsfähigkeit bei der Erstellung einer Patientenverfügung. Zukünftige Forschung sollte seine Validierung auf unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen und klinische Kontexte ausweiten, um die Generalisierbarkeit zu verbessern.