Abstract
Der 1992 bei Suhrkamp veröffentlichte Gedichtband mit 127 poetischen Texten aus den Jahren 1986 bis 1991 betont schon im Titel die Schreibbesessenheit, die für Mayröckers Schaffen charakteristisch ist. Die nicht chronologisch geordnete Sammlung enthält mehrere Gedichte mit poetologischen Aussagen: über den Unterschied zwischen Lyrik und Prosa, die Ablehnung der Fiktion oder eine höhere Instanz als Inspirationskraft. Das Alter ist nicht als biologisches Altern zu verstehen, sondern eher als Zeitalter, aber auf der Ebene eines Lebens, jenes der Dichterin, die dem Schreiben ihre Existenz widmete. Neben dem Fragmentarischen kann der Parlando-Stil als Kennzeichen der Gedichtsammlung betrachtet werden. Paronomastische Assoziationen, Widmungen, intertextuelle und intermediale Verweise spielen auch in diesem Band eine große Rolle. Die überschaubare Rezeption des Bandes konzentriert sich auf das Thema des Alters und intermediale Aspekte sowie die dialogische und fragmentarische Dimension der Texte.