Gedanken und ihre Teile

Grazer Philosophische Studien 37 (1):1-30 (1990)
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Abstract

Gemäß Freges Lehre bestehen Gedanken nicht aus Teilen, sie sind allerdings in Teile zerlegbar. Es gibt unterschiedliche Zerlegungen desselben Gedankens, die in allen objektiven Hinsichten gleichwertig sind. Freges einziges Identitätskriterium für Gedanken war sein Äquipollenzprinzip, demzufolge zwei simple Sätze denselben Gedanken ausdrücken, wenn sie unmöglich verschiedene Wahrheitswerte haben. Zerlegung von Gedanken ist für menschliche Erkenntnis unerläßlich, enthält aber ein Moment subjektiver Willkür. Die objektiven Zusammenhänge zwischen Sprache, Sinn und Bezug bestehen nur auf der Ebene unzerlegter Ganzheiten (Sätze, Gedanken, Wahrheitswerte). Freges semantische Lehre hat mit Quines Unbestimmüieitsthesen wesentliche strukturelle Gemeinsamkeiten.

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Andreas Kemmerling
University of Heidelberg

Citations of this work

Freges Kriterien der Sinngleichheit.Thorsten Sander - 2016 - Archiv für Geschichte der Philosophie 98 (4):395-432.
A repair of Frege’s theory of thoughts.Mark Textor - 2009 - Synthese 167 (1):105 - 123.
Frege on Multiple Analyses and the Essential Articulatedness of Thought.Silver Bronzo - 2017 - Journal for the History of Analytical Philosophy 5 (10).

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