Abstract
Dieses Schlusskapitel bewertet noch einmal das leibnizsche System im Lichte der Erkenntnisse der modernen Naturwissenschaften. Er hat die moderne Analysis begründet und in seiner Logik und Geometrie wesentliche Elemente der modernen Strukturmathematik vorweggenommen. Die von ihm postulierten Erhaltungs- und Optimalitätsprinzipien sind Grundpfeiler der Physik, und mit seiner Suche nach den nicht mehr selbst materiellen letzendlichen Trägern der materiellen Welt berührt er sich mit den Konzepten der modernen Elementarteilchenphysik. Leben hat er fundamental als Prozess und nicht als Zustand verstanden. Auch die Selbstreexion des Bewusstseins findet bei ihm tiefe philosophische Argumente. Mit seinem Monadenbegriff wollte Leibniz aber zuviel erreichen, die Permanenz der letztendlichen Träger physikalischer Kräfte, die Kontinuität der Träger des Lebens und die Einheit des Bewusstseins in einem einzigen Begriff erfassen und damit dann deren Unsterblichkeit erweisen. Wir sind heute in unseren Erklärungsversuchen bescheidener.