Abstract
Das Forschungsprogramm des reflektierten Perspektivismus untersucht die Perspektivität des Erkennens, der Sprache und der Theoriebildung. Es beruht auf der Auffassung, dass Wahrnehmen, Denken, Wollen, Fühlen, Entscheiden und Handeln perspektivisch verfasst sind, und entwickelt daraus begriffliche, methodologische und normative Konsequenzen. Im Zentrum stehen die perspektivische Grundstruktur des Erkennens, die Perspektivität der Sprache sowie die Bedingungen eines reflektierten Umgangs mit Perspektivität. In metaphilosophischer Hinsicht untersucht das Programm die Perspektivität philosophischer und (meta-)metaphilosophischer Forschung, die ethischen Fragen eines rational gerechten und ungerechten Umgangs mit Perspektivität in der Philosophie, die Perspektivität philosophischer Termini und Begriffe sowie Freiheit und Vollständigkeit von Perspektiven. Der Beitrag skizziert den gegenwärtigen Stand des Forschungsprogramms und seine metaphilosophischen Anwendungen.