Ausland

Die konservative Volkspartei PP hat gestern bei der Regionalwahl im südspanischen Andalusien ihre absolute Mehrheit eingebüßt und ist zum Regieren auf die rechtspopulistische Vox angewiesen.

Die PP kam unter ihrem Spitzenkandidaten, dem Regionalregierungschef Juanma Moreno, auf 53 Sitze im Parlament in Sevilla, wie die Wahlkommission nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmten mitteilte. Das wären fünf weniger als vor vier Jahren. Die absolute Mehrheit liegt bei 55 Abgeordneten.

Vox konnte nach diesen Angaben einen Sitz hinzugewinnen und verfügt damit künftig über 15 Abgeordnete im Regionalparlament in Sevilla.

Sozialisten verlieren, Adelante gewinnt

Die Sozialisten (PSOE) des spanischen Regierungschefs Pedro Sanchez verlieren zwei Sitze und kommen in ihrer früheren Hochburg auf nur noch 28 Sitze. Das linke regional-nationalistische Bündnis Adelante Andalucia verbesserte sich von bisher zwei auf acht Sitze, das linke Wahlbündnis Pro Andalucia stellt erneut fünf Abgeordnete.

Der US-Sondergesandte für Grönland, Jeff Landry, ist zu einem mehrtägigen Besuch auf der arktischen Insel eingetroffen. Landry landete gestern in der grönländischen Hauptstadt Nuuk, wie die Zeitung „Sermitsiaq“ berichtete. Es ist der erste Grönland-Besuch des republikanischen Gouverneurs von Louisiana in seiner Funktion als Sondergesandter.

US-Präsident Donald Trump hatte seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus immer wieder Besitzansprüche auf das zum NATO- und EU-Mitgliedstaat Dänemark gehörende Grönland erhoben und die NATO damit in eine tiefe Krise gestürzt.

Drohungen einer gewaltsamen Übernahme nahm er Ende Jänner nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte zurück. Stattdessen setzten die USA, Dänemark und Grönland eine gemeinsame Arbeitsgruppe ein. Landry will am Dienstag und Mittwoch an einem Wirtschaftsforum in Nuuk teilnehmen. Die von einem Arbeitgeberverband organisierte Veranstaltung hat zum Ziel, die Investitionen in Grönland zu fördern.

„Es gibt noch keine Übereinkunft“

In Gesprächen über die Zukunft Grönlands ist nach Angaben des grönländischen Regierungschefs Jens-Frederik Nielsen noch keine Einigung mit den USA erzielt worden. „Wir befinden uns in Verhandlungen, aber es gibt noch keine Übereinkunft“, sagte Nielsen zuletzt auf einem Demokratiegipfel in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen.

Zuletzt hatten Medien berichtet, Trump strebe die Schaffung von drei weiteren US-Militärstützpunkten auf Grönland an. Regierungschef Nielsen sagte, die USA könnten bereits auf Grundlage bestehender Verteidigungsabkommen weitere Basen eröffnen. „Ich kann nichts Konkretes aus den Verhandlungen sagen, aber wir sind bereit, mehr zu tun und mehr Verantwortung zu übernehmen“, sagte Nielsen und ergänzte: „Wir fordern nur Respekt.“

Regierungschef Nielsen zufolge hat Landry für kommende Woche um ein Treffen in Grönlands Hauptstadt Nuuk gebeten. Ein Termin stehe noch nicht fest. In Dänemark steht nach der Parlamentswahl von Ende März die Bildung einer Regierung noch aus.

In Peru gehen nach der chaotischen ersten Runde der Präsidentschaftswahl die rechtsgerichtete Kandidatin Keiko Fujimori und der linksgerichtete Kandidat Roberto Sanchez in die Stichwahl. Das geht aus dem gestern veröffentlichten Endergebnis des ersten Wahlgangs hervor. Fujimori, die Tochter des ehemaligen Präsidenten Alberto Fujimori, kam demnach auf 17,1 Prozent der Stimmen, gefolgt von Sanchez mit zwölf Prozent.

Sanchez setzte sich mit einem Vorsprung von lediglich 21.209 Stimmen gegen den ultrakonservativen Kandidaten Rafael Lopez Aliaga durch: Der frühere Bürgermeister von Lima landete mit 11,9 Prozent auf Platz drei.

Bei der ersten Wahlrunde am 12. April hatten Verzögerungen bei der Lieferung von Wahlunterlagen mehr als 50.000 Menschen an der Stimmabgabe gehindert. Vielen Wahllokale blieben daher länger geöffnet oder öffneten am nächsten Tag erneut.

Harter Wahlkampf bis 7. Juni erwartet

Eine Wahlbeobachtermission der EU sprach nach dem Urnengang von „schwerwiegenden Mängeln“. Belege für gezielten Wahlbetrug, wie ihn der unterlegene Kandidat Lopez Aliaga seitdem wiederholt beklagt hatte, fanden sie allerdings nicht.

Vor der Stichwahl am 7. Juni wird nun ein hitziger Wahlkampf erwartet: Die 50-jährige Fujimori, die als Unterstützerin von US-Präsident Donald Trump gilt, tritt bereits zum vierten Mal bei einer Präsidentschaftswahl an. Für den 57-jährigen Sanchez ist es die erste Kandidatur. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft, weil er bei der Wahlbehörde falsche Angaben gemacht haben soll.

Tausende Menschen sind gestern in mehreren Städten Tschechiens auf die Straße gegangen, um für die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Radios und Fernsehens zu demonstrieren. Sie protestierten gegen Pläne der rechtspopulistischen Regierung des Ministerpräsidenten und Milliardärs Andrej Babis.

Die Dreiparteienkoalition will die Radio- und Fernsehgebühren abschaffen und stattdessen das Tschechische Fernsehen CT und den Tschechischen Rundfunk in Zukunft von direkten Staatsfinanzierungen abhängig machen. Kritiker befürchten, dass damit die Unabhängigkeit der Sendeanstalten gefährdet und die Tür zu politischer Einflussnahme geöffnet werden.

Zu den Demonstrationen in zwölf der größten Städte des Landes hatte die Bewegung „Eine Million Augenblicke für Demokratie“ aufgerufen, die vor knapp zwei Wochen eine ähnliche Protestkundgebung in der Hauptstadt Prag organisiert hatte.

Seit Dezember regiert in Tschechien eine Koalition aus der rechtspopulistischen Partei ANO von Babis, der ultra-rechten Freiheit und direkte Demokratie (SPD) sowie der Autofahrerpartei Motoristen.

Inland

Der Nationalrat beschließt am Donnerstag die Senkung der Mehrwertsteuer (MwSt) auf einige Grundnahrungsmittel, darunter Eier, Milch, Mehl, Butter, Reis, Gemüse und einige Obstsorten von zehn auf 4,9 Prozent. Ab der Jahresmitte sollen diese Lebensmittel dann günstiger werden. Kosten soll das 400 Millionen Euro im Jahr. Die Gegenfinanzierung ist noch nicht im Trockenen. Unter anderem soll eine Paketabgabe helfen, die allerdings erst in Begutachtung ist.

Der zweite große Beschluss der Plenarwoche ist bereits für Mittwoch angesetzt und betrifft die nationale Umsetzung des EU-Asylpakets inklusive einer Neuordnung des Familiennachzugs.

Familienzusammenführung künftig kontingentiert

Schwerpunkt dabei dürfte die Implementierung des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) in die nationale Rechtsordnung sein. Darin enthalten sind zahlreiche Änderungen wie die Möglichkeit längerer Anhaltungen auf Flughäfen oder eine Erweiterung der Sanktionsmöglichkeiten in der Grundversorgung.

Vor allem rechtlich besonders umstritten ist der Plan der Koalition, die (bis Jahresmitte noch pausierte) Familienzusammenführung künftig über ein Quotensystem zu regeln. Das soll wie bei Familienmitgliedern anderer Drittstaatsangehöriger über die Niederlassungsverordnung erfolgen, die demnächst vorgelegt werden muss. Wie viele Quotenplätze für den Familiennachzug von Flüchtlingen (ab Jahresmitte) reserviert werden, ist vorerst noch unklar.

Strengere Vorschriften zu Organtransplantation

Ebenfalls am Mittwoch auf der Tagesordnung findet sich eine Novelle zum Organtransplantationsgesetz. Über diese sollen unlautere Geschäftspraktiken von „Organtourismusunternehmen“ und Vermittlungsplattformen, die ihre Leistungen auch in Österreich über das Internet anbieten, unterbunden werden. Explizit festgehalten wird, dass Werbungen für den Organverkauf im engeren Sinn sowie für Dienstleistungen im Zusammenhang mit einer auf Gewinn ausgerichteten Vermittlung von Organen nicht zulässig sind.

In der Grazer FPÖ sind kurz vor der Gemeinderatswahl am 28. Juni mit Bernhard Dohr und Fabian Gutschreiter zwei stellvertretende Stadtparteiobleute per Notverordnungsrecht aus der Partei ausgeschlossen worden.

Die Freiheitlichen bestätigten gestern entsprechende Berichte von „Kleine Zeitung“ und „Kronen Zeitung“. Auf Dohrs Listenplatz habe es eine entsprechende Nachrückung gegeben. Ende Februar noch war Dohr, Volkswirt und Politikwissenschaftler, als Listendritter präsentiert worden.

Bei Dohr handelt es sich auch um den Ex-Pressesprecher von Ex-Vizebürgermeister Mario Eustacchio, der derzeit als wilder Abgeordneter im Grazer Gemeinderat sitzt. Von steirischen Medien wurde gemutmaßt, dass der Ausschluss der Grund gewesen sein könnte, weshalb keine Medien zum FPÖ-Wahlkampfauftakt zur Wochenmitte in der Grazer Seifenfabrik geladen wurden.

Ausschluss einstimmig angenommen

Dem widersprach Landesparteisekretär und Klubchef im Landtag, Marco Triller, gegenüber der „Kleinen Zeitung“. Ein FPÖ-Sprecher sagte der APA, dass der Ausschluss am vergangenen Mittwoch im Landesparteivorstand einstimmig erfolgt sei. Den genauen Grund dafür wollte man nicht verraten, aber es lägen Beweismittel in schriftlicher Form vor, von denen der Landesparteivorstand erst kürzlich Kenntnis erlangt habe.

Laut einer FPÖ-Aussendung sollen Dohr und Gutschreiter in den vergangenen Monaten ein Verhalten gezeigt haben, das als systematische Illoyalität gegenüber der Partei zu werten sei und den Zusammenhalt der Partei gefährde. Auf den dritten Listenplatz von Dohr ist Wolfgang Lueger nachgerückt.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser hat sich bei der gestrigen ORF-„Pressestunde“ gegen die Einführung einer Pflegeversicherung ausgesprochen. Sie verwies auf Deutschland, wo entsprechende Modelle nicht ausreichend funktionierten. Das steuerfinanzierte System in Österreich sei ein „gutes“, so Moser.

Probleme in der Pflege sah sie vor allem bei der Information für pflegende Angehörige sowie bei der Kurzzeitpflege, etwa nach Krankenhausaufenthalten. Analog zum Gesundheitstelefon 1450 schlug sie eine österreichweite Beratungshotline vor.

Eine weitere Baustelle sei das Begutachtungsverfahren für die Gewährung von Pflegegeld. Menschen würden dabei oft respektlos behandelt. Moser plädierte für eine unabhängige Stelle für Begutachtungsverfahren – das Pflegegeld sei außerdem stark medizinisch definiert, es fehlten soziale Kriterien.

Kritik an Budgetmaßnahmen

Kritik übte die Diakonie-Direktorin an der geplanten Anhebung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge für geringe Einkommen. Das könnte 700.000 bis 800.000 Personen betreffen, der Großteil davon Frauen.

Nicht eindeutig negativ beurteilte sie dagegen die geplante Anhebung der Pensionen knapp unter der Inflationsrate. Der Diakonie seien vor allem die Mindestpensionen wichtig. Hier stelle sich die Frage, ob man sozial staffeln könne.

Ganz generell mahnte sie eine gerechte Verteilung der Lasten bei der Budgetsanierung ein. So habe das letzte Budget die untersten Einkommen relativ gesehen mehr belastet als die obersten Einkommen. Sie regte für Maßnahmen einen Fairness- oder Gerechtigkeitscheck an, vor Beschluss. Nicht explizit fordern wollte sie die Einführung von Vermögens- oder Erbschaftssteuern. Sie müssten aber zumindest ein Thema sein, damit könnte man auch mehr Geld in die Pflege bringen.

Recht auf Familie als Menschenrecht

Kritisch sah Moser die Einschränkungen beim Familiennachzug. Das Recht auf Familie sei ein Menschenrecht, Familie würde außerdem stabilisierend für viele wirken. „Die Menschenrechte gelten für alle Menschen.“ Wenn man beginne, einzelne Menschenrechte für eine bestimmte Gruppe infrage zu stellen, stelle man die Menschenrechte insgesamt infrage und höhle damit die Wertebasis unserer Gesellschaft aus.

Krieg in Nahost

Trotz der Verlängerung der Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon sind bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon nach libanesischen Angaben gestern mindestens fünf Menschen getötet worden.

Israel und der Libanon unterhalten keine diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand. Am Freitag hatten sich die beiden Nachbarländer in Washington unter US-Vermittlung auf eine Verlängerung ihrer Waffenruhe um 45 Tage geeinigt.

Brüchige Waffenruhe

Dessen ungeachtet setzten Israel und die vom Iran finanzierte Hisbollah-Miliz ihre gegenseitigen Angriffe fort. Nach Angaben Israels feuerte die Hisbollah am Wochenende rund 200 Geschoße auf israelisches Gebiet und israelische Soldaten ab.

Die brüchige Feuerpause gilt bereits seit Mitte April. Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ajatollah Ali Chamenei feuerte die Hisbollah Raketen auf Israel ab. Israel flog daraufhin heftige Angriffe auf Teile des Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.

Ukraine-Krieg

Russland hat die jüngsten ukrainischen Drohnenattacken auf Moskau in der Nacht mit Gegenangriffen beantwortet. Bei Drohnen- und Raketenangriffen auf Regionen im Zentrum und Süden der Ukraine wurden Behördenangaben zufolge mindestens zwölf Menschen verletzt.

In der Hafenstadt Odessa trafen Drohnen demnach ein Wohngebäude und verletzten einen Elfjährigen sowie einen 59-Jährigen. In Dnipro wurden mindestens neun Menschen verletzt, darunter ein Kind.

Drei Tote zuvor bei ukrainischem Angriff

In der Nacht auf gestern hatte die Ukraine russischen Angaben zufolge einen ihrer heftigsten Angriffe seit Beginn der russischen Invasion vor mehr als vier Jahren auf die Region Moskau gestartet. Dabei wurden russischen Angaben zufolge mindestens drei Menschen getötet. Auch diese Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar.

Beim Angriff auf Odessa am Schwarzen Meer beschädigten Drohnen außerdem einen Hörsaal einer Hochschule sowie einen Kindergarten, wie der Leiter der örtlichen Militärverwaltung, Serhij Lyssak, auf der Plattform Telegram schrieb.

Dnipro und Odessa werden von Russland immer wieder mit Raketen und Drohnen unterschiedlichen Typs angegriffen.

Die vergrößerte Reichweite der neuesten ukrainischen Waffen ändert nach Ansicht von Präsident Wolodymyr Selenskyj die Lage im Krieg erheblich. In seiner abendlichen Videoansprache hob er gestern die Wirkung der jüngsten Angriffe gegen Moskau und andere Ziele in Russland hervor.

„Die Entfernung zu den Zielen beträgt diesmal mehr als 500 Kilometer, was auch deshalb von Bedeutung ist, weil die Region Moskau am stärksten mit russischen Luftabwehrmitteln gesättigt ist.“ „Aber die ukrainischen Langstreckenwaffen überwinden dies bereits“, sagte er.

Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte, die Ukraine habe Russland gestern mit fast 600 Drohnen angegriffen. Mehrere Menschen starben. Selenskyj sprach von einer „vollkommen gerechtfertigten“ Vergeltungsmaßnahme für Moskaus jüngsten Angriff auf die Ukraine mit 24 Toten. Der Krieg kehre nun nach Russland „in seinen Heimathafen zurück“, so Selenskyj.

Wirtschaft

Die Großreedereien Hapag-Lloyd und CMA CGM haben nach eigenen Angaben wegen neuer US-Sanktionen bis auf Weiteres alle Buchungen von und nach Kuba ausgesetzt. Das teilten das deutsche und das französische Unternehmen gestern unabhängig voneinander mit und verwiesen dabei auf ein Dekret der US-Regierung vom 1. Mai.

Hapag-Lloyd begründete den Schritt einem Sprecher zufolge mit Risiken bei der Einhaltung von Richtlinien, die mit der Anordnung des US-Präsidenten verbunden seien. CMA CGM erklärte, man beobachte die Lage genau und werde den Betrieb an die geltenden Vorschriften anpassen.

Bestehende Sanktionen ausgeweitet

Der vorläufige Auftragsstopp durch zwei der weltweit größten Reedereien könnte bis zu 60 Prozent des kubanischen Schiffsverkehrsaufkommens gefährden, berichtete Reuters mit Verweis auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das wäre ein schwerer Schlag für den Karibikstaat, der angesichts einer US-Ölblockade und des daraus resultierenden Treibstoffmangels bereits vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch steht.

US-Präsident Donald Trump hatte mit dem Dekret vom 1. Mai die bestehenden Handelssanktionen gegen Kuba ausgeweitet. Diese richten sich nun auch gegen ausländische Personen und Unternehmen, die in Schlüsselsektoren der kubanischen Wirtschaft wie Energie, Verteidigung, Bergbau und Finanzdienstleistungen tätig sind.

Chronik

Bei einer Flugschau im US-Bundesstaat Idaho sind Medienberichten zufolge zwei Kampfflugzeuge in der Luft zusammengestoßen und abgestürzt. Alle vier Besatzungsmitglieder der beiden Maschinen hätten sich per Schleudersitz retten können, berichtete der örtliche Lokalsender KOMO gestern.

Auf der Internetseite der Gunfighter Skies Air Show wurde bestätigt, dass es auf dem Luftwaffenstützpunkt Mountain Home zu einem „Vorfall mit Flugzeugen“ gekommen sei. Dieser habe sich etwa drei Kilometer nordwestlich des Stützpunkts ereignet. Rettungskräfte seien vor Ort, Ermittlungen liefen.

Vier Fallschirme auf Video

In auf Online-Netzwerken verbreiteten Videos war zu sehen, wie die beiden Flugzeuge zusammenstießen, abstürzten und am Boden eine Explosion mit einer großen schwarzen Rauchwolke auslösten. Auf den Aufnahmen waren auch vier Fallschirme zu sehen.

Nach Angaben einer Sprecherin der US-Marineflieger handelte es sich bei den Maschinen um zwei Kampfflugzeuge vom Typ EA-18G Growler. Diese seien auf dem Stützpunkt Whidbey Island im Bundesstaat Washington stationiert.

Der Sender NBC berichtete, die Flugshow sei nach dem Absturz abgebrochen und der Stützpunkt abgeriegelt worden. Die Flugshow war nach Angaben der Zeitung „Idaho Statesman“ die erste Veranstaltung dieser Art dort seit 2018. Damals war ein Drachenflieger bei einem Unfall ums Leben gekommen.

Bei der heutigen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ gibt es einen Sechser im Wert von 3.117.718,20 Euro.

Es wurden folgende Gewinnzahlen ermittelt:

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Alle Angaben ohne Gewähr

Kultur

Der spanische Hollywood-Star Javier Bardem hat bei den Filmfestspielen in Cannes US-Präsident Donald Trump, Kreml-Chef Wladimir Putin und Israels Premier Benjamin Netanjahu scharf kritisiert. Der Oscar-Preisträger zog gestern bei der Pressekonferenz für den Film „El ser querido“ eine direkte Linie zwischen „toxischer Männlichkeit“ und den aktuellen Kriegen in der Welt.

Die Spanische Drehbuchautorin Isabel Pena und der Spanische Schauspieler Javier Bardem in Cannes
APA/AFP/Ian Langsdon

Das psychologische Drama von Rodrigo Sorogoyen handelt von einem exzentrischen Regisseur (Bardem), der seine Tochter (Vicky Luengo) nach vielen Jahren wieder trifft und sie für einen Filmdreh engagiert. Das Werk zeigt eine konfliktreiche Vater-Tochter-Beziehung.

Bardem erklärte bereits zuvor in einem Interview mit „Variety“, seine Figur stehe exemplarisch für toxische Männlichkeitsbilder – also ein Rollenverständnis, in dem Männer sich als überlegen, kontrollierend und als treibende Kraft begreifen. Die Muster männlicher Überlegenheit erkenne er auch bei Trump, Putin und Netanjahu, die das Leben zahlreicher Menschen koste, sagte Bardem.

In diesem Kontext betonte er, dass Gewalt gegen Frauen oft daraus resultiere, dass Männer Frauen als ihr Eigentum betrachteten oder über sie verfügen wollten. Besonders in Spanien sei die Zahl der Femizide alarmierend hoch. Von einem Femizid spricht man, wenn Frauen aufgrund ihres Geschlechts getötet werden – also weil sie Frauen sind.

Die Schauspielerin Barbra Streisand (84) hat ihre Teilnahme an der Abschlussgala der Filmfestspiele in Cannes abgesagt, bei der sie eine Goldene Ehrenpalme persönlich entgegennehmen sollte. „Auf Anraten meiner Ärzte kann ich, da ich mich noch von einer Knieverletzung erhole, leider nicht am diesjährigen Filmfestival von Cannes teilnehmen“, sagte Streisand laut einer gestern veröffentlichten Mitteilung des Filmfests.

Sie fühle sich aber zutiefst geehrt, die Ehrenpalme zu erhalten und habe sich so sehr darauf gefreut, die „bemerkenswerten Filme der 79. Ausgabe zu feiern“. Das Festival will die geplante Hommage an die US-amerikanische Sängerin und Schauspielerin dennoch stattfinden lassen. „Iris Knobloch, Thierry Frémaux und das gesamte Festivalteam wünschen Barbra Streisand von ganzem Herzen eine schnelle Genesung“, hieß es in der Mitteilung.

Die Abschlussgala mit Preisverleihung ist am Samstag geplant. Streisand ist in diesem Jahr die dritte Persönlichkeit, die mit einer Goldenen Ehrenpalme geehrt wird. Bei der Eröffnung war bereits der „Herr der Ringe“-Regisseur Peter Jackson ausgezeichnet worden. Zudem hatte Hollywood-Star John Travolta am Freitag überraschend eine Ehrenpalme erhalten.