Budenz
,
Budapest
* 6 Budapest. Jos.,
Sprachforscher, geb. zu Rasdorf bei Fulda,
[* 2] studierte in
Marburg
[* 3] und Göttingen
[* 4]
Philologie und
wurde durch die
Arbeiten
Böllers über das Magyarische und die finn.-ugrischen und altaischen
Sprachen auf ein neues Feld der
vergleichenden Sprachforschung hingewiesen. Budenz
ging 1858 nach
Ungarn,
[* 5] wurde 1862 korrespondierendes Mitglied
und Unterbibliothekar an der
Ungarischen
Akademie der Wissenschaften; 1868 begann er an der
Budapester
Universität über altaische
und namentlich ugrisch-magyar.
Sprachvergleichung zu lesen, bis 1872 ein eigener Lehrstuhl für die vergleichende altaische
Sprachwissenschaft gegründet wurde, auf dem er seitdem wirkte. Er starb in
Budapest.
[* 6]
Unter Budenz'
Arbeiten sind außer zahlreichen
Abhandlungen in
Hunfalvys Zeitschrift «Magyar Nyelvészet» und seit 1862 in den «Nyelvtudományi
közlemények» (der
Ungarischen
Akademie),
welche er seit 1879 redigierte, die bedeutendsten in ungar. Sprache: [* 7] «Über die Verbalpräfixe meg und el im Magyarischen» (1863–64),
«Zur magyar. Verbalbildung» (1865),
«Tatarisches aus Chiwa» (1865),
«Verba denominativa in den ugrischen Sprachen» (1872),
«Finnische Grammatik» («Finn nyelvtan», Pest 1873; 2. Ausg. 1880),
«Mordwinische Grammatik» («Moksa-és erza-mordvin nyeltvan», 1876). Sein Werk «Magyar és finn-ugor szóegyezések» (1867–68) enthält eine vergleichende Zusammenstellung des magyar. und ugrischen Wortschatzes, an deren Stelle ein gänzlich umgearbeitetes und erweitertes «Magyar.-ugrisches vergleichendes Wörterbuch» («Magyar-ugor összehasonlitó szótár», Pest 1873–81) trat. Von einer «Vergleichenden Grammatik der ugrischen Sprachen» sind die Laut- und ein Teil der Flexionslehre erschienen. Deutsch erschienen: «Ugrische Sprachstudien» (2 Hefte, Pest 1870),