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Broglio (Cima di) - Br

Bild 41.366: Broglio (Cima di) - Broye (La)
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Broye(spr. broä), der bedeutendste rechtseitige Zufluß des schweizer. Thièlegebiets, nahezu 80 / 102
BROYE# (LA) (Kt. Freiburg, Waadt u. Bern). Fluss, Zu- und Ausfluss des Murtensees; steht durch den / 1318
BROYE _2# Bezirk des Kantons Freiburg; am rechten Ufer des Neuenburgersees. Besteht aus drei vom Kanton / 594
BROYE _3# (Kt. Waadt, Bez. Cossonay). Bach, 4 km langer linksseitiger Zufluss zur Venoge; entspringt 1 / 37
BROYE _4# Bezirk des Kantons Freiburg. Die Statistik ergibt ein Verhältnis von 67% von landwirtschaftlichen / 692
BROYE _5# (LA). Dieser Fluss, wie auch sein Einzugsgebiet gehört den drei Kantonen Waadt, Freiburg und / 18
Broye# (spr. brŏá), rechter Zufluß des Neuenburgersees in der Schweiz, entspringt mit mehrern Quellbäch / 102
Broye _2# (spr. brŏá), Bezirk im schweiz. Kanton Freiburg, hat in 49 Gemeinden (1888) 14 852 E., darunter / 44

Seite 41.366

Broye

5 Seiten, 2'909 Wörter, 20'444 Zeichen

Geographie Schweiz: Geographie — Schweiz — Flüsse



Broye

(La) (Kt. Freiburg, Waadt u. Bern). ^[Supplement drei Kantone inkl. Einzugsgebiet.] Fluss, Zu- und Ausfluss des Murtensees; steht durch den Neuenburgersee, die Zihl und den Bielersee mit der Aare in Verbindung. Die etymologische Ableitung des Namens ist unsicher. Urkundliche Formen: Brodia, Broia, Brovia, 1295 Broya, Bruya, auch Brolius; deutsch Brusch, Brüw, Breuw, Bruch. Entweder vom Freiburger Dialektausdruck la brouye = Fluss oder (nach Alb. S. Gatschet) von Althochdeutsch brogil, dem Diminutiv von bruoh = Sumpf, Bach, oder pruohil = Sumpfwiese, Bach (= neuhochdeutsch Brühl = mittellateinisch brogilus = französisch breuil = italienisch broglio etc.) Vergl. J. J. Egli. Etymolog. -geograph. Lex., 2. Aufl. Art. Brühl.

Das Einzugsgebiet der Broye umfasst ca. 690 km2, wovon 570 km2 auf die Strecke oberhalb des Murtensees entfallen; es ist von S.-N. orientiert, gehört ganz dem schweizerischen Mittelland und damit der Molasse an und reicht im SW. bis zum Mont Jorat. Wald und Feld herrscht vor; Tabakbau. Gewöhnlich bleiben die Hochwasser des Flusses unter einer Wasserführung von 40 m3 pro Sekunde, können aber zu Zeiten auch bis zu 150 m3 anwachsen (an der Mündung in den Murtensee gemessen). Nur ausnahmsweise erreichen sie den abnorm hohen Stand von 500-700 m3, der dann jedesmal mehr oder weniger verheerende Ueberschwemmungen zur Folge hat. Im Laufe des 19. Jahrhunderts war dies z. B. der Fall in den Jahren 1852, 1876, 1888 und 1895.



Broye (La)

Bild 41.367: Broye (La)
* 2 Seite 41.367.

Wie das Einzugsgebiet liegt auch der 79 km (mit dem Murtensee 86 km) lange Lauf im Gebiet der beiden Kantone Waadt und Freiburg. Die verwickelten territorialen Verhältnisse bringen es mit sich, dass die Broye sechsmal Freiburger Gebiet (Bezirke Veveyse, Glâne u. Broye; 26 km) und fünfmal Waadtländer Boden (Bezirke Oron, Moudon, Payerne und Avenches; 39 km) durchfliesst. ¶

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vergrössern: Einzugsgebiet der Broye. ^[Karte: 4° 50’ O; 46° 45’ N; 1:300000]. [Karten in der Umgebung].
Einzugsgebiet der Broye.

. ¶



Broye (La)

Bild 41.368: Broye (La)
* 3 Seite 41.368.
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Quelle und Mündung gehören zu Freiburg. Auf den übrigen 14 km bildet der Fluss die Grenze zwischen den beiden Kantonen, so unterhalb Oron, zwischen Moudon und Payerne und gegen die Mündung in den Neuenburgersee. Hier stösst die Broye auch an Berner Gebiet.

vergrössern: Die Broye bei Bressonnaz.
Die Broye bei Bressonnaz.

Der Flusslauf kann in vier Abschnitte gegliedert werden: 1. Die obere Broye, von der Quelle bis Brivaux (1,3 km oberhalb Bressonnaz) 32 km; 2. die mittlere Broye, von Brivaux bis zum Pont-Neuf oder Chanalet (4 km unterhalb Payerne) 29,5 km; 3. die aventicensische Broye, vom Pont-Neuf bis zum Murtensee 9,5 km und 4. die untere Broye, vom Murten- bis Neuenburgersee 8 km. Das mittlere Gefälle des ganzen Flusses bis zum Murtensee beträgt 6‰, das des Oberlaufes (eine 8,6 km lange Strecke mit 20‰ eingeschlossen) 11‰ des Mittellaufes bis Payerne 3‰, der aventicensischen Broye 1,4‰ und des Unterlaufes 1‰.

Die Broye entspringt w. der Alpettes (Niremont), 4 km n. Semsales, in 865 m; sie fliesst von Pravex an nach SW., biegt in scharfem Knie nach NW. um und behält diese Richtung bei bis Moudon, wo sie sich bis zum Murtensee endgültig nach NO. wendet. Von dem tief in eine Vorkette des Jorat eingeschnittenen Engpass von Brivaux an verlässt sie ihr bisheriges enges u. tiefes Thal und tritt bei Bressonnaz (528 m) in eine neue Senke über, der sie zunächst, die Stadt Moudon durchfliessend, 2 km weit nach N. folgt, um dann in die NO.-Richtung abzubiegen.

Hier geht sie in wiederum engem und steilem Thal ö. an den grossen Dörfern Lucens und Granges und an der Terrasse von Surpierre vorbei, tritt unterhalb Granges (465 m) in sanft gewelltes Gelände, quert Payerne, betritt als aventicensische Broye den breiten, von Hügelzügen und dem Murtensee begrenzten Thalboden der sog. Plaine de la Broye und mündet bei Salavaux in den Murtensee. Dieser See, 433 m hoch gelegen, liegt zwischen der Plaine de la Broye und dem sog. Seeland und wird im O. vom Hügelland um Murten, im W. von dem des Mont Vully begleitet. Nach ihrem Austritt aus dem See wendet sich die Broye nach W., umfliesst den Mont Vully im N., schneidet den sw. Zipfel des Seelandes und erreicht den Neuenburgersee bei dem La Sauge geheissenen Gebäude (432 m).

vergrössern: Brücke über die Broye bei Bressonnaz.
Brücke über die Broye bei Bressonnaz.

Von rechts erhält die Broye nur wenige nennenswerte Zuflüsse: bei Oron die von dem zwischen Rue und Bulle gelegenen Hochplateau kommenden Bäche La Mionnaz u. Le Flon, bei Lucens den Ruisseau des Vaux und bei Dompierre die in das alte Broye-Bett einmündende Arbogne oder Erbogne. In den Murtensee fliesst von rechts der Chandon und in das Stück der Broye zwischen Murten- und Neuenburgersee die teilweise Berner Gebiet durchziehende Biberen. Diese zwei entwässern das zwischen Saane und Murtensee gelegene Hügelland.

Zahlreicher sind die linksseitigen Zuflüsse der Broye: von den Alpettes und dem Niremont kommen eine Reihe von Bächen herab (z. B. die Mortivue und der Riau-Vésenand);

bei Palézieux mündet die Biordaz, die mit ihrem Nebenbach Corbéron die Wasser des Mont Vuarrat und Mont Pélerin (südlicher Jorat) sammelt;

dann folgen Grenet, Parimbot, bei Bressonnaz die vereinigten Bressonnaz und Carrouge (oder Flon) und bei Moudon die Mérine, die alle dem südlichen u. zentralen Jorat entspringen;

den nördlichen Jorat entwässern die Cerjaulaz (Mündung bei Lucens), die Lembaz (Mündung bei Granges) und endlich, nahe dem Murtensee, die der Broye ungefähr parallel fliessende Kleine Glâne, ihr in Bezug auf Grösse des Einzugsgebietes und Länge des Laufes beträchtlichster Nebenfluss.

Schiffbar ist nur die untere Broye, zwischen den beiden Seen; hier verbindet ein Dampfbootkurs Neuenburg mit den Haltestellen La Sauge (einzeln stehendes Haus; früher an der Mündung der Broye in den Neuenburgersee, seit der Juragewässerkorrektion 1,3 km von diesem gelegen), Sugiez (kurz nach dem Austritt des Flusses aus dem Murtensee gelegen) und mit Murten. Längs der Broye hat sich nur wenig industrielle Thätigkeit entwickelt. Ausser einigen Sägen und Mühlen sind zu nennen eine Backsteinfabrik oberhalb Châtillens (bei Oron), eine Spinnerei in Moudon und mehrere Fabriken in Payerne (so z. B. eine Fabrik von kondensierter Milch, die das Flusswasser zur Abkühlung ihrer Kondensatoren verwendet).

Ueber die Broye führen zirka 22 Strassenbrücken, von denen einzelne, z. B. die von Palézieux, Châtillens und ¶

Fortsetzung Broye:
→ weiter zu Seite 41.369 || Bressonnaz, aus dem 18. und vielleicht noch aus dem 17. Jahrhundert stammen; neu sind die Brücken
Ergänzungen aus Duden, Volltext Suche, Kontext und Quellen.
Quelle: Geographisches Lexikon der SCHWEIZ, 1902; Autorenkollektiv, Verlag von Gebrüder Attinger, Neuenburg, 1902-1910; 1. Band, Seite 353 [Suche = 41.366] im Internet seit 2005; Text geprüft am 23.9.2017; publiziert von Peter Hug; Abruf am 24.8.2026 mit URL:

https://elexikon.ch//broye/41_0366

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Bild : Geographisches Lexikon der SCHWEIZ, 1902
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