forlaufend
641
Beseitigung derselben.
Durch diese politische und vom Standpunkt des Strafrechts hochverräterische Tendenz unterscheidet sich die I. von einem Aufruhr (s. d.) und von einem oloßen Auflauf (s. d.). - In Ungarn [* 1] hieh bis zu den Ereignissen von 1848 I. das allgemeine Aufgebot des Reichsadels zur Ver- teidigung der Grenzen, [* 2] was bei dringenden Ge- fahren vom König ausging, wo dann jeder Adlige verbunden war, in Person bewaffnet im Felde zu erscheinen, wie z. V. 1809 bei Raab [* 3] gegen Eugene Veauharnais. sin Zweifel. In suspenso (lat.), schwebend, unentschieden, Fntabulation (neulat.), Vertäfelung;
auch Ein- tragung in Tabellen, namentlich in das Grund- und Hypothekenbuch.
Italien
* 6 Italien.Intaglio (ital., spr. -taljo), Gemme [* 4] mit ver- tieft eingeschnittenen Verzierungen (s. Textsigur 1, beim Artikel Gemme). Intakt (lat.), unberührt, unverletzt, frisch. Intarsia, Intarsiatur (ital.), Eingelegte Arbeit, auch Marqueterie, die künstlerische Ein- legung von Holz [* 5] in anderes von verschiedener Farbe. Die Arbeit wurde bereits in früher Zeit vorzugsweise in Italien [* 6] geübt;
ihre Blüte [* 7] fällt in das 15. Jahrh., in die Zeit der Frührenaissance.
Bedeutende Künstler aus dieser Zeit waren Giuliano da Majano und Antonio Barile.
Aus dieser Epoche sind noch viele und schöne I. erhalten, zumal in den Kirchen an den Chorstühlen, so z. B. im Collegio del Cambio zu Perugia (s. Tafel: Intarsia, Fia. 1), in der Con- fraternitä San Benedetto zu.
Florenz [* 8] (s. Fig. 2 u. 6), in der Certosa bei Pavia (s. Fig. 3 u. 4), und besonders im Chor der Kirche Sta. Maria Novella in Florenz (von Baccio d'Agnolo; s. Fig. 5 u. 7). Als hervorragende Leistungen aus dem 16. Jahrh, gelten die Chorstühle in Sta. Maria in Organo zu Verona [* 9] von Giov. da Verona, in San Pietro zu Perugia von Stefano da Bergamo und in San Domenico zu Bologna von Damiano da Bergamo. Geaen Ende des 16. Jahrh, erweiterte sich diese Kunst nacy Gegenstand und Anwendung.
In suspenso - Integral
* 11 In suspenso.Sie bedeckte nun Möbel, [* 10] insbesondere Kabinettkästen, Tische und Kommoden, mit Ornamenten, bildlichen Dar- stellungen, Architekturen, Landschaften und auch [* 11] Figuren. So wurde sie am Ende des 16. und im 17. Jahrh, alsdann auch in Tirol, [* 12] sowie in Augs- burg, Nürnberg, [* 13] am Niederrhein und in Holland geübt, und als sich unter Ludwig XIV. die franz. Kunstindustrie erhob, fand die Intarsia-Arbeit bei der Möbelfabrikation (s. Voullearbeiten) zu Paris [* 14] einen blühenden Sitz, den sie im ganzen 18. Jahrh, behauptete.
Selbst in den Empirestil ging sie hinüber und nahm in den letzten Jahrzehnten unter dem zweiten Kaiserreich einen erneuerten Auffchwung.
Die franz. Phantasie- und Luxusmöbel im Stil Ludwigs XV. und Ludwigs XVI. haben diefen Schmuck vor andern bevorzugt.
Neuerdings werden Intarsia-Arbeiten, sowohl für Möbel als auch für Lambris (Täfelwerk einer Wand), auch in England mit großer Feinheit und Vollendung verfertigt, während die deutsche Kunstindustrie statt dessen die geschnitzte Arbeit begünstigt.
Eine besondere Art der I., die im 16. und 17. Jahrh, ihre Blütezeit hatte und in der Gegenwart zumeist von den ital. Kunsttischlern wieder belebt worden ist, besteht in der auf der Technik der Ausfägung beruhenden Verbindung von Ebenholz oder gebeiztem Holz mit Elfenbein (weiß in schwarz oder schwarz in weiß). Ein geringwertiger Ersatz für die I. ist die Intarsien- Brockhaus' Konversations-Lexikon. 14. Aufl. IX. malerei (s. d.). -
Vgl. Finocchietti, Dells, sculwra 6 t2.r8ig. w IkFuo (Flor. 1873);
Teirich, Ornamente [* 15] aus der Blütezeit der ital. Renaissance (Wien [* 16] 1874);
Rhenius, Eingelegte Holzornamente der Renaissance in Schlesien [* 17] (Berl. 1881);
Lacher, Mustergültige Holzintarsien der deutschen Renais- sance aus dem 16. und 17. Jahrh. (30 photolithogr. Tafeln, Graz [* 18] 1889);
Elise Vender, I., Verzierung kleiner kunstgewerblicher Gegenstände (18 Tafeln, Verl. 1889);
Scherer, Technik und Geschichte der Intarsia-Arbeit (Lpz. 1891).
Intarsiatur, s. Intarsia. Intarfienmalerei, die als Ersatz für die kost- bare und mühevolle Intarsia (s. d.), in neuerer Zeit besonders zur Verzierung von Tischplatten, Kästchen, Holztellern, Bilderrahmen u. dgl. in Aufnahme ge- kommene und meist von Dilettanten betriebene Tech- nik, derartige Gegenstände mit Wasserfarben in Flachornament zu bemalen und diese Malerei durch einen dünnen Leimauftrag oder Politur zu schützen. Intavolieren (ital. intavolars), eine Tonreihe aus der gewöhnlichen Notenschrift in die früher 'ür die Lauteninstrumente übliche besondere Zeichen- chrift übertragen. (S. Tabulatur.) Integer vitas soölvrisgus purus (lat.), «Der im Lebenswandel Unbescholtene und von Schuld Reine», Citat aus Horaz' «Oden» (I, 22, i). Integral (neulat.),
ein Ganzes ausmachend, für sich bestehend;
als Integralen bezeichnet man in Holland öfters die Certifikate der 2^prozentigen sog. «wirklichen» (^ei-kei^su) Staatsschuld. - I. m der Mathematik, s. Integralrechnung.
Integralrechnung, derjenige Teil der höhern Analysis, der die Aufgabe hat, solche Funktionen zu berechnen, deren Differentialquotienten (s. Diffe- rentialrechnung) entweder gegebene Funktionen sind oder überhaupt gegebenen Gleichungen genügen. Derartige Gleichungen nennt man Differential- gleichungen;
hat man die ihnen genügenden Funk- tionen bestimmt, so sagt man, daß man die be- treffenden Differentialgleichungen integriert habe (vom lat. int6A6i-, unversehrt, weil der Differential- quotient einer Funktion etwas aus der Funktion Ab- geleitetes ist, während die Funktion selbst das Ur- sprüngliche ist, das durch dieIntegration wieder- hergestellt wird).
Die einfachste Aufgabe der I. ist diese: Eine Funktion k(x) einer Veränderlichen x ist gegeben;
man sucht eine Funktion von x, deren Differentialquotient gleich l(x) ist.
Setzt man ^---f(x) und bezieht man x und ^ auf ein recht- winkliges Koordinaten- system 0^,0 X(s. bei- stehende [* 11] Figur) in einer Ebene, so erhält man eine Kurve.
Ist nun ^ ein fester Punkt dieser Kurve und ^ ein belie- biger mit den Koordina- ten 01^ x und I^---x, so ist der Flächeninhalt ^ der [* 11] Figur I.o I.^o " ^° durch 01^ ---x bestimmt, also eine Funktion von x. Der Differentialquotient diefer Funktion von x ist gerade ^ l(x). Läßt man nämlich x um 1^1/ --- /^x wachsen, so wächst ^ um ^ ^ dem Inhalt der [* 11] Figur 1^1/^/^, je kleiner aber /^x ist, um so näher kommt ^ dem Werte: I^XI^^i^x, d. h. dem In- halt des Rechtecks 1.1/N^. Es ist also ^ ^/ ^x 41 ¶
![In suspenso - Integralrechnung [unkorrigiert] In suspenso - Integralrechnung [unkorrigiert]](https://elexikon.ch/meyers/faksim/59/59_0643.jpg)