Bikepacking

Das Bikepacking bezeichnet mehrtägige Radreisen mit Gepäck, häufig in Verbindung mit Übernachtungen im Zelt. Der Begriff wird dabei unterschiedlich verwendet: Im engeren Sinne meint er eine möglichst minimalistische Ausstattung mit leichter, kompakter Ausrüstung, die ohne klassischen Gepäckträger direkt am Fahrradrahmen befestigt wird. Im weiteren Sinne wird Bikepacking auch allgemein für Radreisen mit vergleichsweise leichtem Gepäck und Rädern mit Gepäckträger genutzt.
Moderne, leichtere Ausrüstung ermöglicht kompakte Packlösungen. Neben dem typischen Bikepacking-System ohne Gepäckträger sind jedoch auch Touren mit klassischen Fahrradtaschen und Gepäckträger verbreitet, etwa auf Trekkingrädern, Reiserädern oder Pedelecs.

Bikepacking wird häufig mit geländetauglichen Fahrrädern wie Gravelbikes oder Mountainbikes verbunden und führt oft über Strecken abseits stark befahrener Straßen. Grundsätzlich ist diese Form des Radreisens jedoch nicht auf bestimmte Fahrradtypen oder Routen beschränkt.
Der folgende Artikel bietet einen grundlegenden Überblick. Für weiterführende Informationen empfiehlt sich die Recherche in der entsprechenden Ratgeberliteratur, Reiseberichten und anderen Quellen im Netz. Auch viele Videos auf Youtube beschäftigen sich mit dem Thema Bikepacking.
Hintergrund
BearbeitenDer Begriff „Bikepacking“ ist seit den 1970er-Jahren belegt. So wurde er bereits 1973 in einem Artikel des Magazins National Geographic im Zusammenhang mit einer Langstrecken-Radexpedition von Alaska bis nach Südamerika verwendet. Damals entsprach die Ausrüstung noch weitgehend dem klassischen Radreisen mit Gepäckträger und seitlichen Packtaschen.[1]

Eine einheitliche Definition des Begriffs existiert jedoch nicht. Seit den 2010er-Jahren hat sich „Bikepacking“ zunehmend im heutigen Sinne verbreitet. Dabei werden Fahrräder – häufig Mountainbikes oder Gravelbikes – mit speziell angepassten Taschen ausgestattet, die direkt am Rahmen, Lenker und Sattel befestigt werden. Diese integrierte Anordnung des Gepäcks unterscheidet sich vom traditionellen Radreisen mit Gepäckträger und seitlichen Taschen.
Durch die kompaktere und zentralere Gewichtsverteilung ergeben sich Vorteile beim Fahrverhalten, insbesondere auf unbefestigten Wegen und im Gelände. Gleichzeitig hat die Entwicklung leichter und kompakter Ausrüstung dazu beigetragen, dass sich solche Bikepacking-Systeme zunehmend verbreitet haben.
Gravelbike, Reiserad, Mountainbike oder Alltagsrad?
BearbeitenBikepacking im Sinne einer Radreise mit Übernachtung (z. B. mit Zelt) ist grundsätzlich nicht an bestimmte Fahrradtypen gebunden. Im engeren Sinne wird der Begriff heute jedoch häufig im Zusammenhang mit Gravelbikes verwendet.
Gravelbike
Ein Gravelbike ist ein vielseitiges Fahrrad, das Elemente von Rennrädern und Mountainbikes kombiniert. Es ist für Fahrten auf unterschiedlich befestigten Wegen ausgelegt. Seit etwa 2015 hat sich diese Fahrradkategorie stärker als eigene Gattung etabliert. Der Rahmen ist stabiler und robuster als beim klassischen Rennrad.
Im Kern besitzt es die sportliche Sitzposition eines Rennrads. Der klassische Lenker des Rennrads (Dropbar-Lenker) ist meist montiert. Aber: Man sitz meist etwas aufrechter und entspannter. Die Geometrie ist so gebaut, dass länger bequem gefahren gefahren werden kann. Der Radstand ist für mehr Laufruhe auf Schotter länger. Für ein stabileres Fahrgefühl liegt die Tretlagerposition oft tiefer. Der größte Unterschied sind die deutlich breiteren Reifen mit 35–50 mm (beim Rennrad nur 23–28 mm). Und das Profil ist auf schlechtere Untergründe wie Schotter und naturnahe Wege ausgelegt. Hinsichtlich der Übersetzung gibt es leichtere Gänge als beim Rennrad, so das steilere Anstiege gut gemeistert werden können. Gebremst wird mit Scheibenbremsen, die auch bei Schmutz gut funktionieren.
Weitere Informationen zum Thema Gravelbike finden sich im Wikipediaartikel Gravelbike. Darüber hinaus sind im Internet zahlreiche allgemeine Informationen und Erfahrungsberichte zu finden. Wikivoyage ist jedoch kein Webverzeichnis, daher werden keine externen Blogs oder private Webseiten mit Ratgebertexten aufgeführt.
Reiserad

Im Unterschied zur neueren Fahrradgattung „Gravelbike“ setzen klassische Reiseräder auf das Gepäcksystem „fest montierter Gepäckträger“ und klassische Seitentaschen. Es handelt sich meist um 28-Zoll-Räder, die vom Rahmenbau auf eine höhere Tragfähigkeit ausgelegt sind. Charakteristisch für Reiseräder ist die zusätzliche Gepäckaufnahme an der Gabel vorne (Lowrider) oder ein kompletter Vorderradgepäckträger. Klassische routinierte Radreisende, die oft mehrere Wochen unterwegs sind, setzen dann vier Fahrradtaschen ein. Die vorderen Seitentaschen besitzen dabei ein kleineres Volumen als die Hinterradtaschen. Im Handel sind spezifische Vorderradtaschen erhältlich.
Für alle weiteren Merkmale zum Thema Reiserad ist der deutschsprachige Wikipediaartikel Reiserad ein guter Einstieg. Auch zum Thema Reiserad gilt: Im Internet finden sich zahlreiche allgemeine Informationen und Erfahrungsberichte auf privaten Reiseblogs, auf Youtube usw..
Mountainbike
Auch das bekannte Mountainbike wird öfter für Touren mit Bikepacking eingesetzt. In der Regel besitzen MTB ebenfalls keinen festverbauten Gepäckträger. Weitere Infos siehe deutschsprachiger Wikipediaartikel Mountainbike.
Alltagsrad als „Reiserad“
Wer einfach in Deutschland mal eine Woche mit Rad und Zelt unterwegs sein möchte, kann in der Regel meist z. B. sein Pedelec aus dem Alltag nutzen. Voraussetzung ist natürlich, das hinten ein zumindest halbwegs solider Hinterradgepäckträger verbaut ist. Die Tragkraft sollte mindestens 20 kg, besser 25 kg betragen.
Die Ausrüstung am Fahrrad
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Bikepacking im engeren Sinne verzichtet meist auf einen klassischen Hinterradgepäckträger mit herkömmlichen Fahrradtaschen. Hintergrund ist, dass die vom Rennrad abgeleiteten Radtypen in der Regel keinen fest montierten Gepäckträger besitzen. Stattdessen wird das Gepäck mit Hilfe verschiedener Taschentypen am gesamten Rahmen verteilt. Die folgenden Abschnitte geben lediglich einen grundlegenden Überblick. Für weiterführende Informationen empfiehlt sich eine eigenständige Recherche in den vielfältigen Quellen im Netz.
Lenkertasche bzw. „Lenkerrolle“ (Bar Bag / Handlebar Roll)
BearbeitenVorne unter dem Lenker wird – sofern diese Gepäckvariante genutzt wird – meist das Zelt (bei kleinem Packmaß) oder auch der Schlafsack untergebracht. Teilweise gibt es leichte Zelte, deren Packsäcke bereits mit Riemen oder Abstandshaltern zur Befestigung ausgestattet sind. Diese Packsäcke sind in der Regel wasserfest. Alternativ kann eine passende Rund- bzw. Rolltasche für den Lenker verwendet werden. Wichtig: Die Tasche beeinflusst das Lenkverhalten des Fahrrads.
Oberrohrtaschen (Top-Tube Bag)
BearbeitenDiese kleineren Taschen werden meist mit Klettbändern befestigt und sitzen auf dem Oberrohr. Oft sind die Taschen zusätzlich am Steuerrohr oder Sattelrohr fixiert. Häufig werden ein oder zwei Taschen verwendet. Je nach Modell bieten sie ein durchaus nennenswertes Packvolumen. Typische Inhalte sind persönliche Gegenstände wie Geldbörse, Schlüssel, Powerbank oder eine kleine Kamera sowie Snacks (z. B. Energie- oder Müsliriegel).
Rahmentasche (Framebag)
BearbeitenDiese schlanke Tasche gilt mit als Kernstück eines modernen Bikepacking-Systems. Sie wird mit Klettbändern am Rahmen befestigt. Hier lassen sich gut schwerere Gegenstände wie Werkzeug, aber auch Kleidung oder Verpflegung verstauen. Je nach Größe fassen Rahmentaschen meist zwischen 2 bis 5 Liter. Größe Modelle besitzen ein Volumen von 6 bis 10 Litern. Was in den Rahmen passt hängt natprlich vom Fahrrad ab. Da sie optimal in das Rahmendreieck passen sollte, ist sie oft rahmenspezifisch dimensioniert. Bei der Auswahl ist zu berücksichtigen, ob im Rahmendreieck noch Platz für Trinkflaschen bleiben soll. Einige Anbieter fertigen Rahmentaschen auch nach Maß, was jedoch entsprechend kostenintensiv ist.

Satteltasche (Seatpack)
BearbeitenZum Kern eines modernen Bikepacking-Systems gehört ebenfalls die Satteltasche. Diese Tasche wird unter dem Sattel befestigt und ersetzt gewissermaßen einen kleinen, schlanken Gepäckträger. Je nach Größe bietet sie meist ein Packvolumen von 10 bis 15 Litern. Es gibt in Ausnahme auch Modelle, die 17 bis 18 Liter fassen. Typische Inhalte sind leichtere Ausrüstungsgegenstände wie Schlafsack, Kleidung oder auch die Kochausrüstung. Je nach Länge und Befestigung können manche Modelle zum seitlichen Pendeln oder Verdrehen neigen. Bei offenen Konstruktionen, die teilweise in Richtung „freier Gepäckträger“ gehen lässt sich auch eine längere Zelttasche unterbringen. Die Zelttasche steht dann nach hinten raus. Eine Satteltasche kann zudem als begrenzter Spritzschutz dienen, ersetzt jedoch kein Schutzblech.


Gabeltaschen
BearbeitenHierbei handelt es sich um kleinere Rollen- bze. sackförmige Taschen. Diese können mit dem mitgelieferten Taschenadapter seitlich an die Vorderradgabel montiert werden. Die Befestigung des Adapters erfolgt über Schellen um die Gabel. Hier ergibt sich pro Tasche meist ein Packvolumen von 4 bis 5 Litern.
Beutel am Vorbau (Feed-Bags / Stem-Bags)
BearbeitenHierbei handelt es sich um Beutel die je seitlich am Vorbau befestigt werden. Hier kann die Trinkflache platziert werden. Aber auch Verpflegung, wie Energie- oder Müslinriegel, die man während der Fahrt griffbereit haben möchte, sind hier gut aufgehoben. Die Modelle sollten einen guten Wasserschutz besitzen. Bei der Montage auf den Lackschutz achten. Den Lack mit Rahmenschutzfolie bekleben.

Hinterradtaschen in modernen Bikepacking-Systemen
BearbeitenIn einigen Fällen werden auch kleinere klassische Packtaschen in moderne „Multitaschen-Gepäck-Konzepte“ integriert. Hinten kommt dabei meist ein leichter Lowrider oder minimalistischer Gepäckträger hinten zum Einsatz. An solchen Halterungen lassen sich in der Regel je zwei kleinere Seitentaschen befestigen.
Alltagsrad bzw. Alltags-Pedelec mit klassischen großen Hinterradtaschen
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Hat das Alltsgsrad einen halbwegs soliden Gepäckträger, der mindestens 20 bis 25 kg trägt, steht der Radreise auch mit dem Alltagsrad wenig im Weg. Vor allem bei Rad und Zelt ermöglicht ein Pedelec schon klar entspanntere Tagesetappen. Bei zwei guten großen Satteltaschen besitzt man schon einmal ein gutes "Grundpackvolumen". Übliche Hinterradtaschen besitzen heute meist ein Volumen von 25 bis 28 Litern. Einige Modelle in XL-Ausführung fassen aber auch 30 bis 35 Liter je Tasche. Mit bis zu 70 Litern hat man hier dann schon einiges an Stauraum.
Viele Radreisende nutzen zusätzlich noch eine Lenkertasche. Auch hier gibt es im Handel mittlerweile eine reichhaltige Auswahl. Mit dem Schulterriemen, der meist dabei ist, kann man die Lenkertasche auch als Rucksackersatz für kleinere Fußstrecken nutzen.
Mit diesen drei Tachen kommen viele Radreisende, die in Hotel und Pensionen übernachten für eine Wochentour meist aus. Teilweise wird als viertes Gepäckstück noch ein kleiner Tagesrucksack mitgeführt, der oben auf dem Gepäckträger festgeklemmt wird (oder mit zwei Gummi-Spanngurten gesichert wird).
Kombitaschen: Packtasche bzw. Fahrradtasche und Rucksack
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Mittlerweile gibt es auch Fahrradtaschen für hinten, die eine Rucksackfunktion besitzen. Je nach Einsatzzweck können sie in wenigen Sekunden als Rucksack umgefaltet werden. Für Radreisende, die im Urlaub öfter längere Spaziergänge oder kleinere Wanderungen einlegen, ist solch eine Kombitasche durchaus eine sinnvolle Investition. Allerdings kostet solch eine speziellere Tasche in wirklich guter Ausführung Stand 2026 schon gute 150 € bis um die 250 €. Es gibt auch günstigere Modelle. Aber bei diesen günstigeren Kombitaschen sind laut Bewertungen im Netz wohl Qualität und Funktionalität umstritten. Bei diesen Spezialtaschen also genau ganz die Bewertungen im Netz lesen oder möglichst unabhängige Testvideos auf Youtube usw. schauen.
Zelttasche
BearbeitenWer mit Alltagspedelec und Zelt fährt muss oft eine längere Zelttasche verstauen. Diese lässt sich gut längs oder auch quer auf dem Gepäckträger mit Gummigurten festzurren (gibt es für wenige Euro im Baumarkt). Wer dann noch einen Rucksack mitführen möchte, müsste diesen dann allerdings oben auf die Zelttasche festspannen. Dies ist machbar, aber neigt öfter zum „Abrutschen“. Hier muss tagesüber auf der Etappe evtl. öfter nachgespannt werden. Für zwei Gepäckstücke oben benötigt man meist vier Spanngurte. Gerade bei Rad und Zelt bringt also eine der oben erwähnten Kombitaschen gute Dienste. Sonst gibt es auch Trekkingzelte mit extra kurzem Packmass. Hier lässt sich das Gestänge recht kompakt falten. Solche Zelte passen meist hochkant in eine große Seitentasche. Hier beim Kauf aber genau auf genau auf die Packlänge des Zeltes und die maße der Satteltasche achten. Meist handelt es sich bei Zelten mit sehr kompakten Packmaßen allerdings schon um höherpreisige Trekkingzelte.
Fahrradanhänger
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Wer mehr Gepäck dabei hat kann auch einen Fahrradanhänger mitführen. Hier bieten sich einachsige Modelle an. Diese werden beidseitig an der Hinterradachse eingehängt. So kann man auch Schotterspurwege mit Grasnarbe in der Mitte und schmale Pfade trotz Anhänger gut fahren.
Ausrüstung für Radreise mit Zelt
BearbeitenDieser Textabschnitt kann und soll keine vollständige Packliste darstellen. Er listet ein paar grundlegende Infos zum zentralen Ausrüstungsblock für das Übernachten mit Bikepacking mit Rad und Zelt (Zelt + Schlafen + Kochen).
Leichtzelte
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Beim Bikepacking kommen häufig Leicht- oder Trekkingzelte zum Einsatz, da sie sich kompakt verstauen lassen. Sie sind in der Regel auf ein geringes Packmaß und einen schnellen Aufbau ausgelegt und werden meist als Ein- oder Zweipersonenzelte angeboten.
Bei der Größenwahl ist zu beachten, dass die angegebene Personenzahl in der Regel eine sehr kompakte Nutzung beschreibt. Teilweise werden von den Zeltherstellern nur 60 cm bis 65 cm Liegefläche in der Breite vorgesehen. Für mehr Komfort oder zusätzliches Gepäck wird daher häufig eine größere Zeltvariante gewählt. So wird ein Zelt für zwei Personen oft auch von einer einzelnen Person genutzt, während bei Reisen zu zweit nicht selten ein Modell für drei Personen bevorzugt wird.
Leichtzelte bestehen je nach Bauart aus einem kombinierten Innen- und Außenzelt oder aus getrennten Komponenten. Doppelwandkonstruktionen bieten dabei ein ausgewogenes Verhältnis aus Wetterschutz, Kondensation und Handhabung. Daneben werden auch reduzierte Systeme wie Tarps (offene Zeltbahnen) verwendet, die ein sehr geringes Gewicht ermöglichen, die jedoch höhere Anforderungen an Aufbau und Erfahrung im Umgang mit Witterung stellen.
Das Gewicht liegt je nach Größe und Ausstattung typischerweise zwischen etwa 0,8 kg und 3,5 kg. Sehr leichte Einpersonenzelte beginnen im Bereich unter 1,5 kg, während komfortablere Zwei- bis Dreipersonenzelte entsprechend schwerer ausfallen.
Auch preislich gibt es große Unterschiede: Einfache Modelle sind ab etwa 80 bis 150 Euro erhältlich. Solide Trekking- und Reisezeltmodelle liegen meist im Bereich von etwa 150 bis 400 Euro. Hochwertige oder besonders leichte Ausführungen können deutlich teurer sein (Stand 2026).
Für Radreisen in Mitteleuropa sind in der Regel keine extrem spezialisierten oder sehr teuren Expeditionszelte erforderlich. Robuste Leicht- oder Trekkingzelte bieten meist ausreichenden Schutz für die typischen Bedingungen im gemäßigten Klima.
Sinn macht hier der Kauf eines doppelwandigen Trekkingzeltes (Innenzelt und extra Zeltplane). Diese Zeltes sind zwar etwas schwerer als sehr leichte Einwandzelte. Aber bei doppelwandigen Zelten kommt man nicht bzw. bedeutend weniger mit dem Kondenswasser in Berührung. Für Einsteiger und Regionen mit unbeständigem Wetter (wie Deutschland) bieten sich Zelte an, bei denen Innen- und Außenzelt vormontiert sind. So bleibt die innere Schlafkabine beim Aufbau im Regen weitgehend trocken. Die Stangen werden von außen in das Zeltgewebe geschoben und dann die Konstruktion aufgerichtet.
Kleines Packmaß für Verstauung in den Packpaschen: Gängige Packtachen haben meist eine Packhöhe von 40 bis 42 cm. Mittlerweile gibt es auch recht günstige Treckkingzelte, die ein kurzes Packmaß von um bzw. unter 40 cm besitzen. So lässt sich das Zelt problemlos hochkant längs in gängigen Packtaschen verstauen. Hier vor dem Kauf aber genau die eigenen Packtaschen ausmessen. Es kommt hier genau auf die Zentimeter an. Der Platz oben, mittig auf dem Gepäckträger kann dann für andere Sachen verwendet werden. Mit einem kurzen Packmaß lässt sich das Zelt zudem auch als „Lenkerroller“ vorne zwischen den Lenker befestigen. Dafür benötigt man aber dann eine extra robuste wasserfeste Tasche mit entsprechenden Befestigungsriemen.
Kochen unterwegs
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Beim Bikepacking wird die Verpflegung je nach Tour unterschiedlich organisiert. Viele Reisende setzen auf einfache, kompakte Kochsysteme, um unterwegs unabhängig von Gastronomie oder der Einkehr auf Campingplätzen zu sein.
Verbreitet sind kleine Gaskocher mit Schraubkartuschen, die sich einfach bedienen lassen und schnell einsatzbereit sind. Alternativ kommen Spirituskocher oder Multifuel-Systeme zum Einsatz, insbesondere bei längeren Touren oder in Regionen mit schwieriger Brennstoffversorgung.
Multifuel-Kocher sind Systeme, die mit verschiedenen flüssigen Brennstoffen betrieben werden können, beispielsweise Benzin oder Petroleum. Sie kommen vor allem bei längeren Touren, internationalen Reisen oder in Regionen zum Einsatz, in denen Gaskartuschen schwer erhältlich sind. Im Vergleich zu Gaskochern sind sie vielseitiger, jedoch in der Handhabung und Wartung aufwendiger.
Als Kochgeschirr werden meist leichte Töpfe aus Aluminium mit Beschichtung, Edelstahl oder Titan verwendet. Edelstahl gilt als robust und vielseitig, während Titan ein sehr geringes Gewicht bietet, jedoch teurer ist. Unbeschichtetes Aluminium ist heute weniger verbreitet und wird aufgrund möglicher Materialreaktionen bei bestimmten Lebensmitteln nur noch eingeschränkt genutzt.
Der Umfang der Kochausrüstung reicht je nach Anspruch von sehr minimalistischen Lösungen (z. B. nur ein kleiner Topf für Heißgetränke und einfache Mahlzeiten) bis hin zu komfortableren Varianten mit mehreren Kochutensilien. Im Bikepacking steht jedoch meist ein funktionales, leichtes System im Vordergrund, das auf schnelle Zubereitung und geringen Platzbedarf ausgelegt ist.
Schlafen unterwegs
BearbeitenZur Schlafausrüstung beim Bikepacking gehören in der Regel ein Schlafsack und eine Isomatte oder ähnliche Unterlage. Der Schlafsack wird je nach Einsatzgebiet und Jahreszeit hinsichtlich Temperaturbereich gewählt. Für mitteleuropäische Touren werden häufig Drei-Jahreszeiten-Schlafsäcke verwendet (Stichwort im Netz 3-Jahreszeiten Schlafsack).


Schlafunterlagen:
- klassische Isomatten aus Schaumstoff: Schaumstoffmatten sind robust und unempfindlich gegenüber Beschädigungen. Aber je nach Dicke liegt es sich recht hart. Insbesondere Seitenschläfer haben hier einen sehr eingeschränkten Schlafkomfort. Auch sind die Matten vom Volumen und Packmass her recht sperrig.
- aufblasbare Luftmatratzen: Aufblasbare Modelle bieten ein geringeres Packmaß und höheren Liegekomfort. Bei Dicken von 10 bis 12 cm liegt man recht komfortabel. Leichtere Modelle ( 0,9 bis 1 kg) sind jedoch teilweise empfindlicher gegenüber Löchern. Hier gibt es jedoch auch Materialien bzw. Modelle, die einigermaßen robust sind. Hier genau die Bewertungen im Netz studieren. Moderne Luftmatratzen bieten teilweise eine eingebaute Fußpumpe. Eine ältere robustere Luftmatraze aus den 1980er bis 1990er Jahren bringt übrigens teilweise 2,5 bis 3 kg auf die Waage.
- sich selbst aufblasende Isomatten: Viele dieser modernen Systeme kombinieren geringes Gewicht mit guter Isolationsleistung. Je nach Komfortwunsch kann man hier aus verschieden dicken Systemen auswählen. Ab 5 bis 6 cm hat man etwa den Schlafkomfort einer alten schweren Luftmatraze. Im auseinandergerollten Zustand füllt sich eine solche Isomatte weitgehend selbst mit Luft. Der enthaltene Schaumstoff in der luftdichten Hülle ermöglicht dies. Einfach den Stöpsel schließen und die Matte ist fertig mit Luft gefüllt. Beim Zusammenrollen drückt man bei geöffnetem Stöpsel die Luft aus der Matte.
- Das eigene Bett einpacken? - Nun, wer mit dem Fahrradwohnwagen verreist hat in der Tat sein Bett im Schlepptau. Dies wäre sozusagen „Bikepacking XXL“.... Weitere Infos dazu siehe Thema „Fahrradwohnwagen“ im Artikel Radfahren in Deutschland.
Weitere Ausrüstung
BearbeitenErgänzend zur Übernachtungs- und Kochausrüstung gehört wetterangepasste Kleidung zur Grundausstattung. Dazu zählen insbesondere Regenbekleidung sowie eine zusätzliche wärmende Schicht für kühle Abende. Ebenfalls üblich sind grundlegende Ausrüstungsgegenstände wie Beleuchtung, Werkzeug für kleinere Reparaturen und Navigationshilfen.
Sinnvoll ist beim Camping evtl. auch ein kleines Solarladegerät. Hiermit kann das Handy, die Powerbar (der kleine Speicherakku) oder auch die LED-Campinglampe für das Zelt geladen werden. Vom Größen- und Gewichtsverhältnis ergibt ein Ladegerät mit etwa 20 Watt Solarleistung und einem USB-Ladeadapter mit 5 V Sinn. In Internet findet sich hier mittlerweile eine große Auswahl an Geräten.
Siehe auch:
- Checkliste Ausrüstung auf Radreisen – Übersicht über grundlegende Ausrüstungsgegenstände für Radreisen (nur Stichworte)
- Knotenkunde – Knotenfibel für Outdoor-Aktivitäten - Buch auf wikibooks.org
Radrouten für das Gravelbike
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Auch beim Bikepacking können klassische Flussradwege genutzt werden. Viele Radreisende bevorzugen mit dem Gravelbike jedoch eher sportlich anspruchsvolle Strecken in Mittelgebirgen oder alpinen Regionen. Häufig werden Routen abseits stark befahrener Straßen gewählt, mit einem hohen Anteil an unbefestigten Wegen wie geschotterten Forstwegen.
Typische Beispiele für anspruchsvollere Strecken in Deutschland mit vielen Höhenmetern und längeren Schotterpassagen sind der Schwarzwald-Radweg und der Rennsteig-Radweg. Auch der teilweise sehr naturnahe und bergige Iron Curtain Trail entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze weist Abschnitte auf, die sich gut für Gravelbikes eignen. Neben Schotterwegen finden sich dort stellenweise auch ältere Kolonnenwege mit gröberem Untergrund.
Wer über diesen Artikel Bikepacking nach Wikivoyage gekommen ist. Weitere Infos zu Radwanderstrecken:
- Übersichtsartikel Radfahren in Deutschland mit vielen infos zum Radwandern in Deutschland, insgesamt gibt es für Deutschland rund 220 Radroutenartikel auf Wikivoyage.
- Übersicht Reisen mit dem Fahrrad weltweit - Liste mit allen Artikeln geordnet nach Ländern bzw. Kontinenten.
Weblinks
Bearbeiten- Bikepacking Deutschland e. V. - 2021 durch Radreisende gegründeter ehrenamtlicher Verein
Einzelnachweise
Bearbeiten- ↑ Englischer Wikipediaartikel „Bikepacking“, Abschnitt Hintergrund - abgerufen 2. Mai 2026



