Präskription (aus dem Lateinischen: prä = vor und scribere = schreiben) bedeutet, vorzuschreiben oder festzulegen, wie etwas sein soll. Verwendung findet der Begriff vor allem in der Moralphilosophie und den Sprachwissenschaften.[1]

Als Synonym findet sich der Begriff des Normativen, das sich um die Definition von Regeln bemüht, die für einen Gegenstand oder einen Sachverhalt gültig sein sollen.[2] Der Begriff des Normativen ist weiter gefasst und findet auch in anderen Fachgebieten wie beispielsweise der Soziologie[3] und der Rechtsprechung[4] Verwendung.

Verwendung in der Moralphilosophie

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Laut Richard Mervyn Hare sind moralische Verpflichtungsurteile präskriptiv und universalisierbar. Durch die Präskriptivität als moralisches Urteil fordert ein Sprecher dazu auf, dass etwas Bestimmtes getan bzw. unterlassen werden soll,[5] weil das jeweilige Verhalten richtig oder falsch ist.[1]

Beispiel

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Als Beispiel kann Immanuel Kants kategorischer Imperativ (er nennt ihn an anderen Stellen auch moralisches Gesetz oder Imperativ der Pflicht) angesehen werden, z. B.: in der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (GMS): ”[H]andle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß [sic.] sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Sein Satz gilt für alle Personen und universell als Auftrag.[6]

Verwendung in den Sprachwissenschaften

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In den Sprachwissenschaften wird durch Präskription die grammatikalisch oder lexikalisch richtige Verwendung von Sprache festgelegt. Präskriptiv (oder normativ) werden die Regeln für die korrekte Verwendung der Sprache vorgeschrieben, weil eine Verwendung als richtig und eine andere als falsch angesehen wird.[1]

Beispiel

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Anstelle des standardsprachlichen Perfekts („Ich habe es dir doch gesagt!“) wird bisweilen das von einem präskriptiven Standpunkt aus falsche doppelte Perfekt verwendet („Ich habe es dir doch gesagt gehabt!“), etwa um der Aussage zusätzliches Gewicht zu verleihen.[7]

Gegenbegriff

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Der Gegenbegriff ist die Deskription, die Phänomene moralischer oder sprachlicher Natur rein beschreibend, also wertungsfrei, verwendet. Der Istzustand wird möglichst neutral dargestellt.[1] Beispiele wie die Verwendung der Präposition wegen mit Genitiv (wegen des Wetters) oder Dativ (wegen dem Wetter) werden nur festgestellt und nach Sprachebene und Sprachregion in Atlanten eingezeichnet und beschrieben.[8]

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Wiktionary: Präskription – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary: präskriptiv – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 "präskriptiv" ▷ Bedeutung, Definition, Beispiele & Herkunft. In: Jeden Tag ein Fremdwort - neueswort. Sievers & Padrock GbR, 23. März 2025, abgerufen am 8. Juni 2026.
  2. Normativ. Digitales Lexikon der deutschen Sprache, abgerufen am 8. Juni 2026.
  3. Fabian Anicker, Linda Nell, Ulf Tranow, Matthias Klemm: Normen und Normativität. April 2016, abgerufen am 8. Juni 2026.
  4. Normativität: Bedeutung & Anwendung im Recht. StudySmarter GmbH, 2026, abgerufen am 8. Juni 2026.
  5. Friedrich Dudda: Mich wählend wähle ich den Menschen. In: Grundlagen der Ethik. Peter Schaber und Rafael Hüntelmann (Hrsg.), Ontos Verlag, Frankfurt, 2003, 2. Auflage, S. 26.
  6. Kant-Lexikon. Marcus Willaschek, Jürgen Stolzenberg, Georg Mohr, StefanoBacin, 19. November 2015, abgerufen am 9. Juni 2026.
  7. Duden | Doppeltes Perfekt und doppeltes Plusquamperfekt. Cornelsen Verlag GmbH, 2026, abgerufen am 8. Juni 2026.
  8. wegen + Genitiv oder Dativ « atlas-alltagssprache. In: Atlas zur deutschen Alltagssprache. Universität Salzburg, 27. Dezember 2023, abgerufen am 8. Juni 2026.