Pagenkopf (Frisur)

Kurzhaarfrisur
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Der Pagenkopf, auch Pagenschnitt genannt, ist eine schlichte, eigentümliche und oft als „altertümlich“ wahrgenommene Frisur, die von Männern und Frauen gleichermaßen getragen wird, besonders im Kindesalter. Er ist der Vorläufer zum späteren Bob.

Kaiser Ferdinand I. als Kind mit klassischem Pagenschnitt
Kind mit klassischem Pagenschnitt im Jahr 1965

Beschreibung

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Der „klassische“ Pagenschnitt wird bevorzugt bei glattem, fülligem Haar vorgenommen, seltener bei leicht gewelltem Haar. Das Haupthaar wird über der Stirn zu einem geraden Pony gekürzt, während die restlichen Haare auf Schulter- oder Kinnlänge geschnitten werden. Oft wird das Ende der längeren Haare so gewickelt, dass die Spitzen leicht einwärts geschwungen sind, wodurch sich insgesamt eine etwas glockenförmige Frisur ergibt. Es gibt aber auch noch den sogenannten Langen Pagen, bei dem das Haupthaar bis zum Rücken reichen kann.

Hintergrund

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Der Name geht auf die Berufsbezeichnung des sogenannten Pagen zurück, dessen namensgebende Frisur sich besonders im europäischen Spätmittelalter und während der Frühen Neuzeit größter Popularität erfreute. Er galt als Trend unter aufstrebenden Pagen, Höflingen und Prinzen gleichermaßen, war also fast schon so etwas wie ein Statussymbol. Bei den Damen hingegen hatte ein Pagenschnitt eine andere Bedeutung: Im Mittelalter durften verheiratete Frauen in der Öffentlichkeit ihr Haar nicht unbedeckt zeigen und trugen deshalb Hauben oder Schleier. Der offen zur Schau gestellte Pagenschnitt war dementsprechend bei unverheirateten und/oder verwitweten Frauen üblich, zumal er praktisch und leicht zu pflegen war (und ist).

Der Pagenschnitt war und ist aber nicht nur in westlichen Ländern in Mode. Er ist seit vielen Jahrhunderten zum Beispiel auch in Japan, etwa seit dem 8. Jahrhundert der Heian-Zeit, verbreitet, wo er aber überwiegend von Frauen getragen wurde und wird. Dort wird der Lange Page traditionell Subekarashi (垂髪) genannt und wurde in modernerer Zeit als Himesogi (jap. 姫削ぎ; „Prinzessinnen-Haarschnitt“) bekannt und beliebt. Aber auch der klassische Kurze Page oder Amasogi (jap. 尼削ぎ; „Nonnenschnitt“) war und ist dort schon seit langem verbreitet. Heute gelten beide Pagenschnitte vor allem in der Anime- und Manga-Kultur als „der japanische Haarschnitt schlechthin“.

In der westlichen Welt wiederum geriet der Pagenschnitt lange Zeit aus der Mode, wurde überwiegend nur noch von Frauen getragen und kehrte in den 1970er-Jahren zurück. Besonders die britische Beat- und Popband The Beatles machte den Pagenschnitt und auch den Pilzkopf zum „Must-have“ unter Männern und Frauen. Auch die Sängerin Anni-Frid Lyngstad der berühmten Schwedischen Popband ABBA trug zeitweise einen Pagenschnitt und verhalf diesem zu neuem Aufschwung in seiner Beliebtheit. Weitere berühmte Persönlichkeiten mit Pagenschnitt sind unter anderem Prinzessin Diana und der Schauspieler Mark Hamill in seiner Kinderrolle als junger „Luke Skywalker“ in Krieg der Sterne.

Siehe auch

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Literatur

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  • Nicole Tiedemann: Haar-Kunst: zur Geschichte und Bedeutung eines menschlichen Schmuckstücks. Böhlau-Verlag, 2007, ISBN 978-3-412-04606-4, Seite 303.
  • Allison Lowery: Historical Wig Styling: Ancient Egypt to the 1830s. Routledge, London 2019 (Neuauflage), ISBN 978-0-429-74980-3, Seite 119.
  • Jack Cassin-Scott: Costumes and Settings for Historical Plays, Band 2. Players Press, 2005, ISBN 978-0-88734-952-2, Seite 49.
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