Oberá
Oberá ist die Hauptstadt des Departamento Oberá im Zentrum der Provinz Misiones im Nordosten Argentiniens. Mit 79.665 Einwohnern (2022, INDEC) ist sie die zweitgrößte Stadt der Provinz.
| Basisdaten | ||
|---|---|---|
| Fläche: | 155 km² | |
| Lage | 27° 29′ S, 55° 7′ W | |
| Höhe ü. d. M.: | 298 m | |
| Einwohnerzahl (2022): | 79.665 | |
| Dichte: | 514 Einw./km² | |
| Verwaltung | ||
| Provinz: | ||
| Departamento: | Oberá | |
| Bürgermeister: | Pablo A. Hassan, FR | |
| Sonstiges | ||
| Postleitzahl: | N3360 | |
| Telefonvorwahl: | 03755 | |
| Website von Oberá | ||
Lage
BearbeitenOberá liegt etwa 20 Kilometer westlich des Uruguays inmitten eines von subtropischen Regenwald bewachsenen Hügellandes. In der Gegend gibt es viele Bäche, aber keine wasserreichen Flüsse. Das Klima ist subtropisch und feucht, mit heißen Sommern und mäßig warmen Wintern. Die Provinzhauptstadt Posadas ist 100 km entfernt.
Geschichte
BearbeitenOberá ist eine junge Stadt. Ab 1913 begannen sich in der Gegend Einwanderer aus verschiedenen Ländern Europas, unter anderem aus Deutschland, Frankreich, Italien, Schweiz und Portugal niederzulassen, die aus Brasilien eingereist waren. Sie gaben dem Ort den Namen Oberá. Ab der offiziellen Stadtgründung 1928 kamen weitere Einwanderer, vor allem aus Schweden und Osteuropa hinzu. Später siedelten sich auch vereinzelte asiatische und afrikanische Familien in Oberá an, so dass heute die Einwohner zu Recht behaupten können, sie seien Nachkommen von über 70 Nationen. Die Stadt feiert daher jedes Jahr die Fiesta Nacional del Inmigrante (dt. Nationales Fest des Einwanderers). Das Fest ist das größte dieser Art in Argentinien und wurde 2020 zum 40. Mal begangen.[1]
Massaker von Oberá
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Am 15. März 1936, nach einer langen Dürreperiode, marschierte eine Gruppe von rund 500 Tabakbauern, mehrheitlich Siedler aus der Ukraine, Russland und Polen, aus den umliegenden Ortschaften mit Sprechchören und Spruchbändern auf Oberá zu, um bessere Preise für ihre Produkte zu fordern. Um zu zeigen, dass es sich um einen friedlichen Protest handelte, waren auf den ersten Wagen die Kinder, auf dem zweiten die Frauen und dahinter die Männer verteilt. Schon im Voraus waren die Anführer von den Ordnungskräften festgenommen worden. Als die Gruppe in der Stadt ankam, wurde sie auf Anordnung der Regierung aus dem Hinterhalt von Polizeikräften und parapolizeilichen Einheiten beschossen. Neben zahlreichen Verletzten gab es auch vier Tote, darunter ein vierzehnjähriges Mädchen. Manche Historiker gehen von einer noch höheren Zahl aus. Anschließend wurden ihre Höfe geplündert und ihr Vieh gestohlen. In der damaligen Propaganda wurde die Aktion damit gerechtfertigt, dass es sich um „Kommunisten“ handele. Später wurde auf der Plaza Malvinas Argentinas, wo das Massaker stattfand, eine Gedenktafel für die Opfer errichtet.[2][3][4][5]
Wirtschaft und Infrastruktur
BearbeitenOberá ist das Zentrum eines weiten Gebietes mit Yerba-Mate-Anbau. Zudem ist es das industrielle Zentrum und der wichtigste Handelsplatz des gesamten Ostens der Provinz Misiones. Die Stadt verfügt über ein Krankenhaus und Zweigstellen der Universidad Nacional de Misiones und der Universidad Gastón Duchary.[6] Es besteht außerdem ein öffentliches Personentransportsystem mit über 20 Buslinien.[7]
Sehenswürdigkeiten
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Bauwerke
BearbeitenDie verschiedenen Einwanderergruppen gaben Oberá ein eigenes, multikulturelles und stilistisch vielfältiges Stadtbild. Die Kirche Inmaculada Concepción wurde dem ukrainisch-persischen Stil nachempfunden. Die heutige Kathedrale San Antonio dagegen ist dem deutschen Expressionismus zuzuordnen.
Museen und Grünanlagen
BearbeitenDas Naturwissenschaftliche Museum Florentino Ameghino (benannt nach Florentino Ameghino) bietet Information über Flora und Fauna des subtropischen Regenwaldgebietes. Die bekanntesten Grünanlagen sind der Parque de las Naciones und der Vogelgarten Jardín de los Pájaros Wendlinger.
Söhne und Töchter der Stadt
Bearbeiten- Diego Hartfield (* 1981), Tennisspieler
Weblinks
Bearbeiten- IFAM-Bevölkerungsstatistik (spanisch)
- LiveArgentina.com - Stadtinformationen (spanisch)
- Oberá, el pueblo sueco Geschichte der schwedischen Einwanderer (spanisch)
Einzelnachweise
Bearbeiten- ↑ Karl Mägerle: Vereine reisen nach Argentinien. In: Südkurier vom 9. Juni 2010.
- ↑ A 75 años de la Masacre de Oberá elterritorio.com.ar, 15. März 2011, abgerufen am 17. Mai 2026 (spanisch)
- ↑ A 85 años, la UNaM recuerda la Masacre de Oberá unam.edu.ar, 15. März 2021, abgerufen am 17. Mai 2026 (spanisch)
- ↑ La Masacre de Oberá ctaacordoba.org, 14. März 2026, abgerufen am 17. Mai 2026 (spanisch)
- ↑ La Masacre de Oberá: “Memoria para no olvidar” economis.com.ar, 15. März 2026, abgerufen am 17. Mai 2026 (spanisch)
- ↑ Universidad Gastón Duchary ugd.edu.ar, abgerufen am 20. Mai 2026 (spanisch)
- ↑ Sumo – Líneas sumo.obera.gob.ar, abgerufen am 20. Mai 2026 (spanisch)

