Mi’kmaq
Die Mi’kmaq (ältere Varianten lauten Míkmaq, Micmac) sind eines der Völker der Algonkin, das vor allem im östlichen Kanada lebt. Zu den Mi’kmaq (Singular: Mi’kmaw) zählen rund 40 First Nations (einschließlich der Gruppen auf Neufundland), früher meist als Stämme (tribes oder bands, bzw. bandes indiennes) bezeichnet. Hinzu kommt eine band in den USA, nämlich im Bundesstaat Maine, die bis 2021 Aroostook Band of Micmacs hieß. Die aus rund 1.500 Angehörigen bestehende Gruppe ist seit 1991 auch auf Bundesebene als Stamm (federally recognized tribe) anerkannt, heißt seit wenigen Jahren allerdings Mi’kmaq Nation.


Das ehemalige oder traditionelle Siedlungsgebiet der Mi’kmaq umfasste neben Teilen von Maine die maritimen Provinzen Kanadas, genauer Neuschottland, Prince Edward Island, Teile von Neubraunschweig und die Gaspé-Halbinsel im Süden von Québec. Insgesamt leben dort mehr als 40.000 Mi’kmaq, weitere 27.000 leben auf Neufundland.
Ihre Lebensweise war an die harschen Bedingungen der Region angepasst. Daher dominierten Jagd und Fischfang, auch die Sammeltätigkeit war von großer Bedeutung (siehe Jäger und Sammler). Eine kulturelle Kontinuität lässt sich über mindestens drei Jahrtausende nachweisen; die Mi’kmaq selbst glauben, ihre Anwesenheit reiche bis in die Endphase der letzten Eiszeit zurück. Saisonale Wanderungen, Fernhandel, Bündnissysteme, Seefahrt und möglicherweise bereits Pilgerreisen hielten das Volk in dem weitläufigen, zerklüfteten und gewässerreichen Gebiet zusammen. Die Zahl der Mi’kmaq brach durch Epidemien und im Zuge der Kolonialisierung ab dem späten 16. Jahrhundert ein. Aber auch die Kriege zwischen den europäischen Mächten, stets im Bündnis mit Frankreich gegen England bzw. Großbritannien, aber auch auf Seiten der USA, veränderten ihre Gesellschaft. Hinzu kamen kulturelle Veränderungen, vor allem die frühe katholische Missionierung bereits ab 1610, die Marginalisierung der nur noch kleinen Gruppe und später die Einbindung in den städtischen Arbeitsmarkt in Verbindung mit der Geldwirtschaft. All dies veränderte ihre Kultur, die allerdings nie ihren eigenständigen Zuschnitt verlor.
Zwar beanspruchten im Jahr 2016 rund 170.000 Kanadier eine zumindest partielle Abstammung von der indigenen Gruppe,[1] doch waren im Juni 2026 nur rund 70.000 unter dem Indian Act (dem kanadischen Indianergesetz) als Stammesangehörige anerkannt – in ganz Kanada zählten die Angehörigen aller First Nations zusammen über eine Million.[2] Bei den Mi’kmaq eingeschlossen waren die rund 27.000 Angehörigen der Qalipu Mi’kmaq First Nation auf Neufundland, die sich inzwischen Qalipu First Nation nennt und zu denen sich bei der ersten Erfassung zunächst über 100.000 Kanadier rechneten (was etwa einem Fünftel der Bevölkerung entsprach).
Die Qalipu Mi’kmaq First Nation wurde im Jahr 2019 vom traditionellen Großen Rat der Mi’kmaq (Grand Council, bzw. Grand Conseil), dessen Einfluss wieder zunimmt, als zugehörige Gruppe anerkannt. Heute unterstützen der kanadische Staat und auch dessen Provinzen und Territorien den Erhalt der lokalen Kulturen und ihrer Sprachen. Diese Sprachen, die sowohl die USA als auch der kanadische Staat über Jahrzehnte in eigens eingerichteten Schulen auszulöschen versuchten (vgl. Residential School, bzw. American Indian boarding school), werden heute von weniger als 10.000 Menschen beherrscht.
Name
BearbeitenNach einigen Autoren soll der Name Verbündete bedeuten,[3] diese Behauptung wird jedoch nicht mehr vertreten. Eher geht die Bezeichnung darauf zurück, dass die Mi’kmaq Freunde mit Nikmaq! begrüßten, das etwa meine Brüder, meine Verwandten oder meine Familie bedeutet. Dementsprechend umschreibt der Ausdruck M'sɨt No'kmaq die als verwandtschaftlich wahrgenommene Beziehung zu allem im Gebiet der Mi’kmaq, zu Land, Gewässern und allen Lebewesen.[4] Marc Lescarbot berichtete 1606, dass die Indianer den französischen und baskischen Fischern diesen Gruß beibrachten und die Franzosen die Mi’kmaq bald als Notres nikmaqs bezeichneten.[5] Damit wurde an den Plural noch ein s gehängt, eine Tradition, die die Briten fortsetzten, so dass Formen wie Micmacs oder Mic-Macs entstanden. Als weitere Varianten erschienen „Micmacs, Mickmakis, Migemaq, Mic Mac, Mikmakiques, Migmagi, Micque Macque“, sie wurden aber auch als „Abenakis, Eastern Indians, Tarrantines, Acadians, Gaspesians, Toudamand, Cape Sable Indians, Souriquois“ bezeichnet.[6]
Zu den Mi’kmaq gehört eine große Anzahl von Untergruppen, die historisch von den Franzosen aufgrund ihrer Siedlungsgebiete mit verschiedenen Namen bezeichnet und letztlich damit an einen geographischen Ort gebunden wurden, was nicht ihrer Lebensweise entsprach – so nannten sie zum Beispiel Mi’kmaq-Gruppen im östlichen Quebec Gaspésiens de Le Clercq sowie Mi’kmaq-Gruppen in Neuschottland sowie Teilen des angrenzenden Maine als Souriquois de la tradition jésuite oder einfach nur Souriquois, was so viel wie „Salzwassermenschen“ bedeutet. Aus dem 17. Jahrhundert stammt die englische Bezeichnung Tarrantine (dt. Tarrantiner). Bis in die 1980er Jahre war der gebräuchliche Name Micmac, und erst in den letzten beiden Jahrzehnten änderte sich dies. Selbst bei Ethnologue hielt sich Micmac bis 2016.[7] Die Bezeichnung gilt heute als kolonial behaftet und berücksichtigt keine der Eigenbezeichnungen, daher ist Mi’kmaq die anerkannte Schreibweise. Sie kommt der Aussprache zudem näher, wie es heißt.[8]
Die Mi’kmaq selbst gebrauchen allerdings je nach Dialekt verschiedene Schreibweisen: auf Prince Edward Island und in Neuschottland Mi’kmaq (Singular Mi’kmaw), in Neubraunschweig Miigmaq (Singular Miigmao), die Gespe’gewa’gi First Nations in Québec bevorzugen Mi’gmaq, zudem ist in manchen Büchern Mìgmaq (Singular Mìgmaw oder Migmewaj) zu finden.[9][10] Hierbei muss jedoch beachtet werden, dass der Plural in den oben genannten Varianten Mi’kmaq lautet, der Singular Mi'kmaw, sowie dessen Varianten.[11]
Es gibt verschiedene Erklärungen für die Entstehung des Namens Mi’kmaq, doch laut dem Mi’kmaw Resource Guide[12] bedeutet der Name „Die Familie“, angezeigt durch den Anfangsbuchstaben M, und ist immer Plural. Weitere ähnliche Bezeichnungen, jedoch nicht synonym, sind: Nikmaq – „meine Familie“, Kikmaq – „deine Familie“, Wikmaq – „seine/ihre Familie“. Die Variante Mi’kmaw hat zwei grammatikalische Funktionen: Es ist erstens der Singular von Mi’kmaq und zweitens das Adjektiv in Fällen, in denen es einem Substantiv vorausgeht, z. B. Mi’kmaw-Volk (engl. Mi’kmaw People). Das bloße Wort Mi’kmaq wird daher nie als Adjektiv gebraucht.
Die Mi’kmaq bezeichneten sich selbst als Lnu (Singular und adjektivisches Nomen, früher: L’nu; der Plural lautet Lnúk, Lnu’k, Lnu’g, oder Lnùg, sprich: „Ulnoo“ oder „Elnu“), was wörtlich etwa „Menschen-Wesen“ oder „das Volk“ bedeutet.[13]
Die südlich lebenden Maliseet bezeichneten ihre einstigen Feinde und späteren Verbündeten, die Mi’kmaq, als Matueswiskitchinuuk („Stachelschwein-Volk“, da sie ihre Kleidung mit den Borsten des Nordamerikanischen Baumstachlers verzierten, auch Urson oder Baumstachelschwein genannt). Die Beothuk auf Neufundland hingegen nannten sie Shonack („Bösartiges oder Schlechtes Volk“, „bad Indians“[14]), da sie sich gegen die mit französischen Gewehren bewaffneten Mi’kmaq verteidigten.
Sprache und Schrift
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Die Sprache namens Míkmawísimk, Mi’gmawi’simg oder L’nui’sin (in Kanada wird heute die Schreibweise Mi’gmaq bevorzugt, im Englischen ist allgemein Mi’kmaq üblich) gehört zu den östlichen Algonkin-Sprachen. Sie wird neben Englisch oder Französisch heute (Stand: 2025) von wenig mehr als 9.000 Stammesangehörigen gesprochen; von diesen gaben 6.495 an, sie als Muttersprache erlernt zu haben, was einem Anteil von 63,8 % entspricht. Von denjenigen, die die indigene Sprache zu Hause nutzten, gaben 55,5 % an, sie meistens dort zu sprechen, 44,3 % regelmäßig.[15] Die Sprache wurde früher Micmac genannt, heute jedoch setzt sich im Englischen vermehrt die Schreibweise Migmaw oder Mikmaw durch. Die Mi’kmaq verwenden für ihre Sprache je nach Dialekt, neben den oben genannten Bezeichnungen, die Benennung Míkmaq, Míkmaw oder Mìgmao. Im Jahr 2022 wurde die Sprache als erste Sprache Neuschottlands anerkannt.[16]
Es gibt erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Mi’kmaq-Dialekten, sodass zum Beispiel die Mi’kmaq in Quebec Probleme haben, Sprecher aus Neuschottland zu verstehen. Durch den Verlust der traditionellen Lebensweise spielt die Sprache der Mi’kmaq eine identitätsstiftende Rolle, zumal sie auf ungefähr 15 größere und ein weiteres Dutzend kleinere Reservate verteilt sind.

Die Mi’kmaq kannten keine eigentliche Schrift, sondern benutzten Symbole, die sie auf Birkenrinde oder Leder zeichneten.
Während seiner Tätigkeit in den Jahren 1675 bis 1678 entwickelte der katholische Missionar Chrestien Leclercq eine aus über 5.000 Zeichen bestehende Hieroglyphenschrift als Lern- und Merkhilfe für Gebete, Hymnen und den Katechismus. Sie wurde, wie es die Mi’kmaq gewohnt waren, auf Birkenrinde festgehalten und von ihnen angenommen, dabei bald indigenisiert. Die Schrift beförderte den weitgehenden Erfolg der christlichen Mission, leistete mithin einen bedeutenden Beitrag zu einer neuen kulturellen Identität und zur Bildung katholischer „Soliditäten“ als neue politische Organe, als der Einfluss der britisch-protestantischen Oberhoheit zunahm.[17]
Nachdem die Schrift eine weite Verbreitung gefunden hatte, wurde sie 1939 von Pater Pacifique de Restigouche für die Übersetzung der Bibel etwas modifiziert sowie für Lehrbücher und in der Zeitung The Micmac Messenger verwendet, die von 1908 bis 1942 in der Sprache der Ureinwohner erschien.[18] Ihre Deutung als Hieroglyphenschrift ist nicht ganz zutreffend, eher handelt es sich um eine „glottographie“, also um ein Schriftsystem aus grafischen Zeichen, die morphemischen, silbenbezogenen und/oder phonemischen Einheiten entsprechen.[19]
Die Sprache erreichte eine gewisse weltweite Aufmerksamkeit, als im Jahr 2019 die damals 16-jährige Emma Stevens aus Neuschottland den Beatles-Song „Blackbird“ in Míkmaq sang.
Siedlungsgebiet, räumliche Gliederung, Sagamore
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Im 16. Jahrhundert besiedelten die Mi’kmaq das gesamte Gebiet südlich und östlich der Bucht des Sankt-Lorenz-Stroms, das die heutigen Seeprovinzen Kanadas und die Gaspé-Halbinsel umfasste. Dieser Landstrich war stark bewaldet, eben, mit zahlreichen Seen bedeckt und von vielen Wasserläufen durchzogen, die in natürlichen Häfen entlang der langen, zerklüfteten Küste mündeten. Die Winter waren streng und die kurze Jahreszeit des Wachstums ließ den Anbau von Getreide oder Feldfrüchten kaum zu. Das ausgedehnte Flusssystem machte einen raschen Transport mit dem Kanu möglich und trug so zur Bewahrung einer ethnischen Identität der Stammesangehörigen bei. Die Mi’kmaq besaßen ein Bewusstsein von dieser Territorialität und verteidigten ihr Stammesgebiet gegen benachbarte Ethnien. So kämpften sie gegen die Sankt-Lorenz-Irokesen und später gegen die Mohawk um die Gaspé-Halbinsel, während sie sich an ihrer südlichen Grenze besonders im Tal des Saint John River in Neubraunschweig mit den Maliseet und den Penobscot auseinandersetzen mussten. Mi’kmaq-Jäger besuchten gelegentlich Anticosti und sie erreichten sogar die Küste von Labrador, wo es zu Kämpfen mit den dort lebenden Inuit kam.
Mit der Inbesitznahme von Teilen Neufundlands ging das frühzeitige Verschwinden der Beothuk einher, bei der sie, wie die frühe Forschung aus Quellen übernahm, die selbst in größerem zeitlichem Abstand entstanden waren, eine entscheidende Rolle gespielt haben sollen.[21] Das Verhältnis zwischen Mi’kmaq und Beothuk war allerdings eher von Indifferenz gekennzeichnet: man mied einander. Die Quellen für eine Besiedlung durch Mi’kmaq sind für unzweideutige Aussagen unzureichend.[22] Die jüngere Forschung sieht eher die Verdrängung von der Küste durch europäische Kolonisierung und damit Ressourcenverlust und Abhängigkeit vom schwankenden Jagderfolg auf ungewohntem Terrain mit wenig vertrauten Jagdtieren als Ursache für das Verschwinden der Beothuk. Und da diese Verdrängung der vielleicht 2.000 Menschen nicht freiwillig geschah, dürfte auch Gewalt von Bedeutung gewesen sein. Wichtiger aber dürften, wie bei vielen indigenen Völkern, die europäischen Krankheiten gewesen sein.[23][24]
Das traditionelle Gebiet Mi’kma’ki (Migmagi) war in sieben Distrikte (im Jahr 1860 fügten sie einen achten hinzu) unterteilt, die Jagdrevieren und Wohngebieten einzelner Gruppen (oder Bands) entsprachen, in denen diese im Frühling und Sommer gemeinsam jagten und Lager aufschlugen. Zumindest einige dieser Gruppen hatten charakteristische Symbole, zum Beispiel repräsentierte ein Lachs die heutige Listuguj Mi’gmaq First Nation des Kespek (Gespe’gewa’gi)-Distrikts im Restigouchetal und um die Chaleur-Bucht, und die Figur eines Mannes mit Pfeil und Bogen stand für Bands des Siknikt (Signigtewa’gi)-Distrikt im Gebiet des Miramichi River.
Die Distrikte Kespek (Gespe’gewa’gi), Siknikt (Signigtewa’gi) und Epekwitk aq Piktuk wurden unter der Sammelbezeichnung Sigenigt zusammengefasst und die Distrikte Eskikewa’kik (Esge’gewa’gi), Sipekni’katik (Sugapune’gati) und Kespukwitk (Gespugwitg) entsprechend unter Gespogoitg. Hingegen wurde der als Onamag oder Unama’kik (Unama’gi) bezeichnete Distrikt auf der Kap-Breton-Insel als Hauptdistrikt und Sitz des Mi’kmaw Grand Council (Santé Mawiómi) sowie des Großen Häuptlings als der allen anderen Distrikten politisch mächtiger und höher stehende Distrikt betrachtet. Der Große Häuptling spielte bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle bei Entscheidungen über Krieg oder Frieden, aber seither übt er nur noch zeremonielle Funktionen aus, die allerdings starke Beachtung finden. Die kanadische Regierung teilte die Mi’kmaq in zwölf „Stämme“ auf, die ihre jeweiligen „Chiefs“ wählen mussten und in denen „Stammesräte“ (band councils) eingerichtet wurden, die das System des Santé Mawiómi ersetzten. Die angrenzenden Distrikte Pigtogeoag und Esgigeoag waren Onamag unterstellt und hatten nicht immer einen eigenen Häuptling.
Die sieben traditionellen Distrikte des Mi’kmaq-Landes
| Gebiet aller Mi’kmaq | Mi’kma’ki (Mi’gma’gi) | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| regionale Gruppe | Sigenigt | Gespogoitg | |||||
| Distrikte (zugehörige Stammesgruppe) | Kespek (Gespegeoag) | Siknikt (Sigenigteoag) | Epekwitk aq Piktuk (Epegoitnag und Pigtogeoag) | Unama’kik (Onamag) | Eskikewa’kik (Esgigeoag) | Sipekni’katik (Segepenegatig) | Kespukwitk (Gespopoitnag) |
- I. Sigenigt
- Kespek (Gespe’gewa'gi)-Distrikt
- Gespegeoag / Gespegiag-Stammesgruppe
- bewohnten den als Kespek, Gepek („letztes Land“) bzw. Gespe’gewa’gi, Kespékewaq oder Kespoogwitunak („zuletzt erworbenes Land“) bezeichneten Distrikt, der die namensgebende Gaspésie-Halbinsel umfasste. Ende des 16. Jahrhunderts begannen die Mi’kmaq entlang der Gaspésie-Halbinsel sowie des Sankt-Lorenz-Stroms auf die Gebiete der Mohawk zu expandieren, daher nannten sie die eroberte Halbinsel Kespek oder Gespe’gewa’gi. Sie nutzten zudem ein weites Netzwerk von Wasserwegen westwärts entlang des Maqtugweg (des Sankt-Lorenz-Stroms), dann im Nordosten und Osten die Counties Gloucester und Northumberland bis zur Mawi Poqtapeg (Chaleur-Bucht) und zum Sankt-Lorenz-Golf sowie auf der Akadischen Halbinsel, gelegentlich unternahmen sie auch Jagdausflüge auf Natigasteg („foreground“, „prominent position“, d. h. Anticosti), das Restigouche County entlang des Restigouche sowie im Süden im Northumberland County entlang des Miramichi in Neubraunschweig
- Siknikt (Signigtewa’gi)-Distrikt
- Sigenigteoag / Sigenitog-Stammesgruppe
- bewohnten den auch als Sikniktuk, Sikniktewag, Signigtewágig oder Sgnuoptijg („Drainage-Platz“) bekannten Distrikt im Einzugs- und Mündungsgebiet des Miramichi sowie von dessen Nebenflüssen, entlang des Petitcodiac und Nepisiguit sowie des Saint John River bis zu deren Mündung in die Chaleur-Bucht oder in die Bay of Fundy an der Atlantikküste in den Counties Albert, Kent, Queens, Saint John und Westmorland von Neubraunschweig und des Cumberland County in Neuschottland
- Epekwitk aq Piktuk (Epegwitg aq Pigtug) oder Piktuk aqq Epekwitk-Distrikt
- Epegoitnag / Epeggoitg-Stammesgruppe
- bewohnten die als Epelwik oder Epekwitk („Liegt / Schwimmt auf dem Wasser“) bezeichnete Prinz-Edward-Insel, oftmals stellten sie keine eigenen Häuptlinge oder politischen Vertreter im Mi’kmaw Grand Council und waren daher meist dem westlich gelegenen Hauptdistrikt namens Unama’kik (Unama’gi) auf der Kap-Breton-Insel unterstellt
- Pigtogeoag / Pigtog-Stammesgruppe
- bewohnten das als Piwktuk oder Piktukewaq („da wo sich Gasexplosionen entladen“ oder „explodierendes Gas“) bezeichnete Gebiet rund um Pictou im gleichnamigen County im Nordosten von Neuschottland am Südufer der Northumberlandstraße gegenüber der nördlich gelegenen Prince-Edward-Insel
- Kespek (Gespe’gewa'gi)-Distrikt
- Unama’kik (Unama’gi) – Hauptdistrikt und Sitz des Mi’kmaw Grand Council
- Onamag / Onamagig-Stammesgruppe
- bewohnten die als Unama’kik, Unama’gi oder Wunama’kik („nebliges Land“) bezeichnete Kap-Breton-Insel. Auf Mniku (Chapel Island), einer kleinen Insel im Pitu’pa’q („Inneres Meer“) oder Pitu’pok („großes langes Salzwasser“) bezeichneten Bras-d’Or-See inmitten der Kap-Breton-Insel befand (und befindet sich heute wieder) der Sitz des Mi’kmaw Grand Council, des Großen Rates der Mi’kmaq. Der Keptinaq oder Saqamaw, resp. Sagamaw (eine Art Distrikt-Häuptling) des Hauptdistriktes stellte in erblicher Folge traditionell den Kji’ Saqamaw oder Grand Chief, den Großen Häuptling.
- II. Gespogoitg
- Eskikewa’kik (Esge’gewa’gi)-Distrikt
- Esgigeoag / Esgigiag-Stammesgruppe
- bewohnten den als Eskikewa’kik, Eskíkeawag oder Esge’gewa’gi („Skin Dressers Territory“) genannten Distrikt entlang des St. Marys Rivers sowie in den heutigen Counties Halifax, Guysborough und Antigonish im Osten und entlang der Atlantikküste von Neuschottland
- Sipekni’katik (Sugapune’gati)-Distrikt
- Segepenegatig / Segepenegatig-Stammesgruppe
- bewohnten den als Sipekne’katik, Sipeknékatikik, Sikepne’katik oder Sugapune’gati („Ground Nut Place“ oder „Wild Potatoe Area“) bezeichneten Distrikt im Gebiet rund um die Stadt Truro, die angrenzende Cobequid Bay sowie entlang des Annapolis River und im Annapolis Valley, lebten im Colchester, Hants, Lunenburg, Kings und Annapolis County im westlichen-Zentral-Neuschottland sowie an dessen Nord- und Südküste
- Kespukwitk (Gespugwitg)-Distrikt
- Gespopoitnag / Gespogoitg-Stammesgruppe
- lebten im Kespukwitk oder Gespugwitg („Land’s End“, in etwa: „Ende der Welt“), im Annapolis Valley an der Fundy-Bucht sowie am Golf von Maine in den Counties Annapolis, Digby, Queens, Shelburne und Yarmouth im Westen, an der dortigen Küste von Neuschottland sowie entlang des Saint John im Nordosten des angrenzenden Maine, wurden von den Franzosen als Souriquois („Salzwasser-Volk, d. h. Meeres-Volk“) bezeichnet
- Eskikewa’kik (Esge’gewa’gi)-Distrikt
nach dem Verschwinden der Beothuk von Neufundland fügten die Mi’kmaq ab 1860 als achten und letzten Distrikt große Teile Neufundlands ihrem politisch-organisatorischen System hinzu:
- Taqamkuk / Ktaqmkuk-Distrikt
- Tagamgoog / Taqamkuk-Stammesgruppe
- Es wurde unter dem Namen Tagamkuk, Taqamkukewa’q, Ktagmkuk („Land across the Water“) als achter und letzter Distrikt organisiert; sie lebten entlang des Gander River sowie an der gleichnamigen Bucht und entlang des Exploits River. Ihr neu erworbenes Gebiet umfasste zudem die westlich gelegene Bay of Islands und die Port au Port Peninsula.
Politisch waren die Mi’kmaq eine lockere Konföderation einzelner Stämme, die aus patrilinearen Klans und lokalen Gruppen bestanden, und die sich als zusammengehörig betrachteten. In der meisten Zeit waren diese über den Distrikt verstreut und kamen nur während des Sommerlagers oder in Kriegszeiten zusammen. Bis die jungen Männer verheiratet waren, durften sie keine eigenen Hunde halten und mussten dem Sagamore oder Häuptling ihre Jagdbeute übergeben. Wenn sie seine Gruppe eine Zeit lang verließen, brachten sie ihm bei der Rückkehr Geschenke mit. Einzelne Angehörige oder ganze Familien konnten ohne Probleme, wenn auch mit schlechtem Gewissen, zu einer anderen lokalen Gruppe wechseln. Die Sagamore mussten sich ihre Autorität durch besondere Fähigkeiten und Erfolge erwerben. Ende des 17. Jahrhunderts beobachteten die Franzosen, dass Häuptlinge jeder einzelnen Familie ihr Jagdgebiet zuwiesen und Anteile vom Erlös der Felle beanspruchten. Durch ihre Französischkenntnisse fungierten manche Sagamore als Vermittler und zogen daraus Vorteile und Prestige.
Traditionelle Kultur
BearbeitenIn den maritimen Provinzen dominierten die Mi’kmaq seit Jahrtausenden. Das Klima ließ kaum Gartenbau zu, und so lebten sie von der Jagd, dem Fischfang und dem Sammeln von wildwachsenden Kräutern und Wurzeln. Dabei lässt es die Quellenlage für die Kolonialzeit nur in Ansätzen zu, ihre überlieferte Kultur zu rekonstruieren, infolgedessen ist die Forschung auf mündliche Überlieferung und archäologische, linguistische und ethnohistorische Ansätze angewiesen. Dabei ist vielfach unklar, wann und wie lange diese Merkmale einer übergreifenden, für die ethnische Gruppe gültigen Kultur, bestanden haben. So entsteht leicht der unzutreffende Eindruck einer Statik indianischer traditioneller Kultur, der der Lebenswirklichkeit nicht entsprochen haben kann. Diese Statik führte dazu, dass die indigenen Kulturen lange eher der Naturgeschichte zugewiesen wurden, weniger der allgemeinen Kulturgeschichte. Trotz dieser Einschränkungen soll hier versucht werden, die wichtigsten kulturellen Kennzeichen zu skizzieren.
Lebensunterhalt
BearbeitenDer dem Jahreslauf angepasste traditionelle Zyklus begann mit dem Zufrieren der Flüsse im Herbst. Typisch für die Winter waren Kälte, Eis und Schnee in einem für die meisten Europäer ungewohnten Ausmaß. In dieser Zeit verteilten sich die Mi’kmaq in kleine Jagdlager und die sozialen Kontakte außerhalb der Familienverbände sanken auf ein Minimum. In den wärmeren Monaten hingegen sammelten sich die Gruppen und wohnten in Dörfern. Im Frühling erntete man Ahornsirup und im Sommer wurde gelegentlich etwas Gartenbau betrieben, doch die Hauptnahrung bestand in dieser Zeit aus Fisch und Meeresfrüchten. Die Jagd auf Elche und Hirsche begann wiederum im Herbst. Die beim ersten Schnee leichter zu verfolgenden Tiere konnten von den Mi’kmaq mit ihren Schneeschuhen, Schlitten und Toboggans leichter bejagt werden. Das Wort Toboggan stammt aus der Mi’kmaqsprache und bezeichnet eine Form kufenloser Schlitten.
Dem Missionar Pierre Briard (um 1608) zufolge wurde jeder der Monate durch eine überwiegend vorkommende Art von Fisch oder Wild charakterisiert:

Im Januar fand die Robbenjagd statt, von Februar bis Mitte März folgte die Jagd auf Biber, Otter, Elche, Bären, Karibus. Mitte März begann der Fisch zu laichen und Ende April kam der Hering; zur selben Zeit kamen Trappen (Kanada-Gänse), Stör und Lachs und dann folgte auf den kleinen Inseln die gemeinsame Suche nach Eiern der Wasservögel. Von Mai bis Mitte September waren die Mi’kmaq von allen Nahrungssorgen befreit, denn der Kabeljau erschien an der Küste und außerdem alle möglichen sonstigen Fische und Schalentiere. Im September laichten die Aale, im Oktober und November begann die Jagd auf Wapitis und Biber und im Dezember kam ein Fisch, den sie Ponamo nannten und der unter dem Eis laichte. Dabei handelte es sich wohl um den Microgadus tomcod, eine Dorschart.[25]
Diesem Jahreszyklus entsprechend kennt man noch die folgenden Monatsnamen:
| Monat | Mi’kmaq-Name | Bezeichnung |
|---|---|---|
| Januar | Punamujuiku’s | Frostfisch oder Tomcod |
| Februar | Apuknajit | Schneeblindheit oder schlimme Augen |
| März | Si’ko’ku’s | Frühling |
| April | Penatmuiku’s | Eierlegen |
| Mai | Tqlijuiku’s | Junge Robben oder Heringsfang |
| Juni | Nipniku’s | Sommer oder junges Laub |
| Juli | Peskewiku’s | Seevögel werfen Federn ab |
| August | Kisaqewiku’s | Junge Vögel werden flügge |
| September | Wikumkewiku’s | Elchbrunft |
| Oktober | Wikewiku’s | Fette zahme Tiere |
| November | Keptekewiku’s | Allerheiligen Mond |
| Dezember | Kesikewiku’s | Häuptlingsmond (Weihnachten) |
Die einzelnen Haushalte waren oft größer als die Kernfamilien. Außerdem konnten die Haushalte durch Polygynie und den Brauch des Brautdienstes erweitert werden, bei dem ein junger Mann für zwei oder drei Jahre in die Familie kam, um für seine zukünftigen Schwiegereltern zu arbeiten. In den überlieferten Erzählungen werden häufig Winterjagdgruppen erwähnt, an denen zwei oder mehr erwachsene Männer teilnahmen, denn einige der Jagd- und Fischfangtechniken der Mi’kmaq erforderten die Zusammenarbeit von mehreren Männern. Frauen transportierten das Wild oft über große Strecken ins Lager. Sie konnten auch beim Paddeln der Fischerkanus tätig werden. Zum Anpirschen an großes Wild auf Schneeschuhen mit Lanzen oder Pfeilen mit Steinspitzen waren ein oder mehrere Begleiter notwendig. Das galt auch für das Harpunieren von Robben oder das Aufspüren von Bibern.
Fortbewegungsmittel, Transport: Kanus
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Die Mi’kmaq waren seit einem mangels archäologischer Nachweise nicht näher zu bestimmenden Zeitpunkt auf allen Gewässern fahrende, äußerst geschickt die vorhandenen Ressourcen nutzende Kanubauer. Ihre Kanus bestanden, wie in weiten Teilen Nordamerikas aus Birkenrinde, doch mussten sie einem ungewöhnlich breiten Spektrum an Nutzungsmöglichkeiten standhalten und Handelsfahrten genauso dienlich sein, wie dem Fischfang, der Kriegsführung oder dem Wechsel der Aufenthaltsorte auch in großen Gruppen. So schwankte in historischer Zeit ihre Länge zwischen 8 und 10 Fuß, hochseegängige Kanus waren hingegen bis rund 30 Fuß lang (etwa zweieinhalb bis neun Meter) und manchmal so geräumig, dass ein einzelnes Boot einen vollständigen Haushalt von fünf oder sechs Personen, mit allen seinen Hunden, Säcken, Fellen, Kesseln und anderem schwerem Gepäck aufnehmen konnte. Mit einem Kanu, das mit einem Segel bestückt werden konnte, befuhren die Mi’kmaq sogar das offene Meer.[26] Erst in den 1890er Jahren kamen beim Bau Nägel auf.[27]
Ernährung
BearbeitenAußer Fisch und Fleisch aßen die Mi’kmaq verschiedene Arten wilder Wurzeln, Nüsse und eine Anzahl von Beeren, die zerstampft und zu runden Kuchen getrocknet wurden. Der größte Anteil ihrer Nahrung bestand allerdings aus tierischem Fleisch, das frisch oder geräuchert verzehrt wurde. Das Fett wurde vorsichtig von einer heißen Brühe abgeschöpft oder durch Erhitzen auf einem ausgehöhlten Stein gewonnen und danach in Birkenrinde-Behältern oder in tierischen Gallenblasen gelagert. Fische und Aale röstete man an Spießen. Fleisch wurde durch Braten oder durch Kochen in großen hölzernen Wannen zubereitet, die man aus ausgehöhlten Baumstämmen fertigte.
Brot kannten die Mi’kmaq nicht. Wenn sie es von den Franzosen annahmen, zogen sie es vor, das Brot im heißen Sand unterhalb einer Feuerstelle zu backen. Felle wurden gegen Werkzeuge aus Metall und getrocknete Erbsen, Bohnen und Pflaumen eingetauscht.
Waffen, Werkzeuge und Jagdmethoden
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Die Mi’kmaq setzten bei der Jagd Speere, Pfeil und Bogen sowie Fallen und Schlingen ein. Hunde halfen beim Aufspüren von Wild. Tarnkleidung diente zum Anpirschen an Elche, die man während der Brunftzeit durch den imitierten Ruf eines weiblichen Tiers anlockte.
Lachse erlegten die Mi’kmaq mit Speeren, deren Spitzen einen Widerhaken besaßen. Andere Fische, wie Kabeljau, Forelle und Stint, fingen sie mit aus Knochen gefertigten Angelhaken oder Netzen. Eine andere Fangmethode waren Wehre, wobei der Fang gleichmäßig unter den Erbauern des Wehrs verteilt wurde.
Das Material für Werkzeuge bestand vor dem Kontakt mit den Europäern aus Holz, Stein, Knochen oder Muscheln – Materialien, die jedoch bald weitgehend durch Metall ersetzt wurden, wie man auch Pfeil und Bogen gegen die Muskete austauschte. Aus Leder und Birkenrinde stellten die Mi’kmaq-Frauen Kübel und Töpfe her, die kunstvoll genäht und mit Baumstachlerborsten verziert wurden. Sie waren auch sehr geschickt im Flechten von Körben aus Fichtenwurzeln.

Behausungen
BearbeitenDer konische Wigwam der Mi’kmaq bestand aus einem Holzgerüst, das mit Birkenrinde, Fellen, gewebten Matten und immergrünen Zweigen bedeckt wurde. Er konnte 10 bis 12 Personen Platz bieten und wurde vorwiegend im Winter bewohnt.
Für den Sommer gab es einen noch größeren Wigwam für etwa 20 bis 24 Bewohner. In der Mitte befand sich jeweils die Feuerstelle mit einem darüber befindlichen Rauchabzug, und außen an den Wänden wurden Geräte und Zubehör gelagert. Den Boden bedeckte man mit Zweigen, über die zum Schlafen Felle gelegt wurden.
Die Winterlager bestanden aus einem oder mehreren Wigwams, die im eigenen Jagdrevier, meist in der Nähe einer zuverlässigen Wasserquelle, errichtet wurden. Notfalls diente auch ein umgekipptes Kanu mit einem kleinen Feuer darunter als Unterschlupf für einige Jäger.
Französische Missionare drängten die Mi’kmaq, Kapellen und Kirchen zu errichten und Häuser zu bauen, in denen sie das ganze Jahr über wohnen konnten. Trotzdem hielten viele bis weit ins 19. Jahrhundert an ihrer saisonalen Mobilität fest.
Kleidung und Schmuck
BearbeitenMänner und Frauen der Mi’kmaq kleideten sich ähnlich in fransenverziertes Hirschleder. Männer trugen einen Lendenschurz unter ihrer Oberbekleidung, während die Frauen ihr Gewand mit zwei Gürteln zusammenhielten. Leggings und Mokassins wurden aus Elch- oder Hirschleder gefertigt und hatten Riemen zum Binden aus Leder oder Sehnen. Beide Geschlechter trugen ihr Haar lang.
Es gab zwei verschiedene Arten von Schneeschuhen: Die eine war groß und für den Gebrauch auf leichtem lockeren Schnee geeignet, während ein anderer kleinerer Typ auf festem, hartem Schnee eingesetzt wurde.
Zur Zeit des ersten Kontaktes mit Europäern gingen beide Geschlechter barhäuptig, aber schon wenig später übernahmen sie Mützen aus Fell und Rinde, an denen man Geschlecht und Rang erkennen konnte. Die traditionelle hohe und spitze Mütze der Frauen aus dunkelblauem, mit Perlen besetztem und besticktem Tuch kam erst viel später in Mode.
Lebenszyklus
BearbeitenGeburt
BearbeitenBei der Geburt ihres Kindes verließ die Gebärende den Wigwam und kniete sich nieder, wobei sie von einigen älteren Frauen unterstützt wurde. Das Neugeborene wurde in kaltem Wasser gewaschen, musste Bären- oder Robbenfett schlucken und wurde auf ein verziertes Wiegenbrett gebunden. Die Mutter stillte ihr Kind bis zum Alter von drei Jahren, und die erste feste Nahrung wurde von den Eltern vorgekaut. Solange das Kind gestillt wurde, verhinderte oder beendete die Mutter eine weitere Schwangerschaft.
Kindheit und Jugend
BearbeitenKinder wurden dazu erzogen, ihren Eltern und den Älteren (elders) mit Respekt zu begegnen. Sie lernten durch Nachahmen, bei Fehlern wurden sie ermahnt aber niemals geschlagen, sondern bekamen viel Zuneigung und Liebe. Bei Jungen veranstaltete man zum Beispiel kleine Zeremonien, wenn der erste Zahn durchbrach, er seinen ersten Schritt machte oder sein erstes kleines Wild erlegte. Wenn er seinen ersten Elch getötet hatte, galt er als Mann. Kleine Mädchen halfen ihrer Mutter im Haushalt, beim Aufbau des Wigwams, Sammeln des Feuerholzes, beim Kochen und beim Anfertigen der Kleidung, von Schmuck und Körben.

Brautdienst, Hochzeit und Ehe
BearbeitenWenn ein junger Mann heiraten wollte, hatte er im Wigwam des zukünftigen Schwiegervaters den Brautdienst zu leisten. Dieser dauerte etwa zwei Jahre, in denen er unter Anleitung des älteren Mannes arbeiten, jagen und seine Geschicklichkeit unter Beweis stellen musste. Während dieser Zeit waren sexuelle Beziehungen zur Verlobten streng verboten. War die Probezeit zu Ende, hatte er für genügend Wildbret für das Hochzeitsmahl zu sorgen. Am Hochzeitstag wurden vom Medizinmann und älteren Familienmitgliedern lange Reden an das Brautpaar gehalten, und mit Tänzen endete das Fest.
Arrangierte Ehen, also von ihren Familien ausgesuchte Ehepartner, waren noch im 19. Jahrhundert üblich, ähnlich wie in Europa. Die katholischen Missionare betonen die damalige Tugendhaftigkeit der Mi’kmaq-Frauen und beklagen dagegen die Korruption durch den Branntweinhandel und die eher gleichgültige Haltung der Mi’kmaq gegenüber der Ehescheidung. Die Geburt unehelicher Kinder wurde aber keinesfalls als Makel, sondern vielmehr als Zeichen von Fruchtbarkeit angesehen. Zumeist übernahm die lokale Gruppe die Verantwortung für Vollwaisen. Der Häuptling brachte sie im Haushalt eines guten Jägers unter. Die zweite Heirat eines Mannes oder einer Frau wurde selten mit einem öffentlichen Fest gefeiert.
Lebensende und Begräbnis
BearbeitenÄltere wurden hoch geachtet, und man suchte ihren Rat bei Versammlungen. Einige Quellen berichten über fürsorgliche Pflege der alten Eltern, aus anderen allerdings ist zu entnehmen, dass alte Leute auch dem Tode preisgegeben wurden, wenn sie nicht die Wanderungen ihrer Familie mitmachen konnten. Bekannt ist auch, dass es beim Sterben einer Person wenig Anstrengungen gab, sie am Leben zu halten. Einige alte Männer bereiteten ihr eigenes Begräbnisfest vor. Wenn ein Medizinmann eine Krankheit diagnostizierte, die zum Tode führte, bekam der Kranke nichts mehr zu essen und es wurde kaltes Wasser auf seinen Nabel geschüttet, um sein Ableben zu beschleunigen.
Gab es einen Todesfall in der Familie, so schwärzten sich die Trauernden ihre Gesichter und die Totenklage dauerte drei Tage lang. Es wurden Boten ausgesandt, um Verwandte und Freunde in anderen Dörfern zu benachrichtigen. Am dritten Tag der Trauer wurde ein Festessen veranstaltet. Dann folgte die Beerdigung und jeder Gast beteiligte sich an den Grabbeigaben. Es gab bei den Mi’kmaq Begräbnisse auf unbewohnten Inseln, wo der Leichnam in Birkenrinde gehüllt und in sitzender Position mit allen Waffen, Hunden und persönlicher Habe beigesetzt wurde. Ein Jahr lang trugen die Trauernden ihr Haar kurz geschnitten, und Witwen war es nicht gestattet, in dieser Zeit wieder zu heiraten. War jedoch die vorgeschriebene Zeit vorüber, wurden die Trauernden darin bestärkt, ihren Kummer zu vergessen.
Religion und Mythologie
BearbeitenDie ursprüngliche ethnische Religion, die Mythologie und auch die Wertvorstellungen der Mi’kmaq ähnelten den anderen Algonkin-Religionen. Demnach war ihr Glaube animistisch, sie gingen davon aus, dass alle natürlichen Dinge beseelt und von Geistern oder Ahnen bewohnt seien. Der rituell verehrte Schöpfergott war Khimintu (Kitchi Manitu) – die Weltseele und Summe der allumfassenden, göttlichen Kraft Mintu. Mit der Christianisierung wurde dieser Kraft die Rolle des Teufels zugeschrieben, was allerdings dazu führte, dass die Erinnerung daran erhalten blieb. Weniger Wandlung erfuhr der wichtige, menschengestaltige Kulturheros Gluskap, der nur Gegenstand der Mythologie war und nicht religiös verehrt wurde, auch wenn er dort als Schöpfer galt.
Eine zentrale Rolle bei der Bewahrung der Religion kam den Medizinmännern und -frauen (Puoin) zu, Magiere und Vermittler zur „Geisterwelt“. Sie heilten Krankheiten und konnten mit den Geistern in Kontakt treten.
Seit der katholischen Missionierung, die im frühen 17. Jahrhundert begann, wurde die alte Religion nach und nach ersetzt oder modifiziert. Die Vorstellungen der früheren Religion, vor allem aber ihr Welt- und Menschenbild, sind noch an vielen Stellen erkennbar. Ihr Christentum wird weiterhin flankiert von einigen der Mythen und Vorstellungen, die durch Analogiebildungen oder Bewertung als bloße Überlieferung, aber auch durch Integration in den Katholizismus weitergelebt werden, manchmal auch durch die dauerhafte Gegnerschaft mit bestimmten Figuren, die einst positiv konnotiert waren. Wie unsachlich mit derlei Vorstellungen umgegangen wird, aber auch, wie stark noch immer der Drang nach Auslöschung und Ersetzung durch von der Bibel inspirierte Vorstellungen ist, zeigen die Bemühungen fundamentalistischer Gruppen. Nach den Erhebungen des evangelikal-fundamentalistisch ausgerichteten Bekehrungsnetzwerkes Joshua Project sollen sich rund 3 % der Micmac zur ethnischen Religion bekennen,[28] was jedoch methodisch eher zweifelhaft ist. Es besteht bei den Indigenen weder Anlass noch innerer Antrieb, sich formal zu „bekennen“.
Tabus und Respektbezeugung
BearbeitenDie Mi’kmaq kannten zwar keine absoluten Tabus, doch sie mieden das Fleisch von bestimmten Tieren, wie zum Beispiel Schlangen, Amphibien und Stinktieren. Es gab auch Tabus im Zusammenhang mit der Menstruation: So durften Frauen nicht über die Beine von Jägern oder deren Waffen schreiten.
Erlegtes Wild wurde respektvoll behandelt, Biberknochen wurden zum Beispiel niemals den Hunden gegeben oder in den Fluss geworfen. Auch getötete Bären behandelte man mit besonderer Achtung. Die Mi’kmaq glaubten, dass sich bestimmte Tiere in andere Arten verwandeln konnten. Von alten Elchen wurde erzählt, sie zögen ins Meer und verwandelten sich in Wale.
Gluskap, Kinap und Puwowin
BearbeitenGluskap veränderte auf seinen Reisen die Landschaft. Er verlieh den Tieren ihre heutige Gestalt. Zum Beispiel gab er dem Biber seinen Schwanz und dem Frosch seine Stimme. Gluskap war ein mächtiger Krieger, der die Mi’kmaq wichtige Fertigkeiten lehrte und die Zukunft vorhersagte. Er ist fortgegangen, aber er wird zurückkehren, um den Mi’kmaq in der Stunde der Not beizustehen.[29] Obwohl er die Hauptrolle in der Legende als Zauberer und Verwandler spielt, erscheint er in manchen Geschichten zusammen mit europäischen oder christlichen Erzählelementen.
Kinap hatte gleichfalls übernatürliche Kräfte und vollbrachte wunderbare Taten zur großen Überraschung von anderen Stämmen, die ihn verspottet hatten. Der Kinap nutzte seine Macht aber nur für gute Taten, schlimmstenfalls für Streiche.
Bedrohlicher war der Puwowin, ein Hexer, der mit magischen Sprüchen oder Zaubertränken arbeitete. Der Puwowin war der legendäre Nachkomme eines Medizinmannes aus dem 17. Jahrhundert namens Bohinne. Wie sein Vorbild ist der moderne Puwowin fähig, die Zukunft vorherzusagen, auf dem Wasser zu gehen und einzelne Personen oder ganze Siedlungen vor bösen Ereignissen zu bewahren. Es gibt weiterhin eine Menge individueller Vorstellungen von der Kraft des Puwowin. Er kann einer Person aus der Ferne mit einem bösen Wunsch Schaden zufügen, zum Beispiel eine Krankheit, einen Unfall oder sogar einen größeren Schicksalsschlag verursachen. Man kann europäische Elemente in den meisten Erzählungen finden, aber diese sind meist dem indianischen Blickwinkel angepasst.
Sketekemuc und andere
BearbeitenDie Mi’kmaq fürchteten den Sketekemuc, ein gespenstähnliches Wesen, das den nahenden Tod ankündigt. Zur gleichen Kategorie gehören außerdem die Mikemuwesu und die Pukeletemuc, zwergenähnliche Wesen, die sich kleiden und leben wie die Indianer in alten Zeiten, nur Fleisch von Wild essen und jemandem nutzen oder ihn schädigen können. Neuerdings haben sie einige Züge der französisch-kanadischen Lutins angenommen, indem sie Streiche um das Haus oder die Scheune herum spielen und Pferde reiten, die sie mit eng geflochtener Mähne und Schwanz zurücklassen. In diesem Falle werden die Geister mit Weihwasser oder Palmwedeln vom Palmsonntag beschworen. Weitere mythologische Figuren, die nach wie vor eine Rolle spielen, sind Kukwes, ein riesiger Kannibale, Wiklatmuj, kleine Waldmenschen und Jenu, nördliche Eisriesen.[30]
Wertesystem und übergreifende Leitlinien
BearbeitenDie Mi’kmaq glaubten an einen Großen Geist, einen Schöpfer, der dem Glauben vieler anderer Algonkin entsprach. Die französischen Jesuitenmissionare gebrauchten den Mi’kmaq-Namen Mintu oder Mntu, um den Teufel zu bezeichnen (→ Mntu als Teufel bei den Mi’kmaq), und wählten für den christlichen Gott das Wort Niskam, was so viel wie Allergrößter, Herr bedeutet. Die Mi’kmaq unterschieden sich jedoch von den anderen Algonkin durch ihre Identifikation des Schöpfers mit der Sonne. Mehrere Quellen bestätigen diese zweimal-tägliche Sonnenverehrung, bei der man zum Beispiel eine große Menge gesammelter Pelze als Opfergabe für die Sonne verbrannte. Es ist heute kaum möglich, die Weltanschauung der Mi’kmaq in ihrer Gesamtheit aus historischen Quellen zu rekonstruieren, aber es gibt einige generelle Leitlinien, die im Gedankengut der Mi’kmaq fortbestehen:
- Leben gibt es überall – sichtbar und unsichtbar, unter dem Erdboden und unter dem Meer. Unterschiedliche Lebensformen können sich in andere verwandeln. Einige Tierarten und einige Leute sind nicht das, was sie zu sein scheinen.
- Die Vorfahren waren große Jäger – stark, würdevoll und gesund. Sie waren gerecht, großzügig und mutig. Ihr Verhalten sollte ein Vorbild für ihre Nachfahren sein.
- Indianer haben Kräfte, die sich von denen der Nichtindianer unterscheiden. Sie können übernatürliche Helfer haben, die ihnen Botschaften oder Geschenke zukommen lassen. Einige besitzen Indianerglück oder Keskamizit, das sie in die Lage versetzt, Dinge schnell und mit großer Zuverlässigkeit zu tun, zu finden oder auszuführen.
- Menschen sind gleich – oder sollten es sein. Niemand sollte sich über den anderen stellen, obwohl die Häuptlinge mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, mit Großherzigkeit, Mut, Anständigkeit und mit Führungsaufgaben ausgestattet sein sollten.
- Maßhalten ist zumeist besser als Unmäßigkeit. Zu viel von jedem kann schädlich sein; jeder aber sollte sich gelegentlich aus Zwängen befreien und ungewöhnliche Dinge tun.
Diese Leitlinien spielen bei den Mi’kmaq weiterhin eine wichtige Rolle, um sich den verändernden Bedingungen der Gegenwart anzupassen.[31]
Tradierung und Erzählkunst
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Bei der Weitergabe traditioneller Werte und Antworten auf die Sinnfrage, auf zahlreiche Fragen des Menschen- und Weltbildes, der Stellung des Einzelnen und von Gruppen in der Gemeinschaft, bis in handwerkliche Fertigkeiten hinein, spielten, wie in allen Kulturen, Erzählungen eine zentrale Rolle. In diesen Geschichten erzählen die Indigenen nicht nur über ihre Welt, sondern sie gewähren den Zuhörern, besonders den Jüngeren, tiefe Einblicke in ihr Universum in seiner Besonderheit, in seinem Herkommen und seinen Regeln, seinen Heroen und seiner Zerbrechlichkeit. Die Erzählungen dienen also einerseits der Unterhaltung, andererseits der Belehrung, drücken klare Warnungen aus. Sie können auf subtile Weise Karten der wichtigen Ressourcen des Landes oder des Nachthimmels verschlüsseln. Beim Erzählen verwoben die Ältesten Komödiantisches mit Tragischem, Schrecken mit Schönheit, um ihren Zuhörern beizubringen, wie man überlebt, aber auch, wie man sich als Angehöriger ihrer Gemeinschaft verhalten sollte, ohne alle Antworten vorwegzunehmen.
Diese Geschichten stellen die einzige Möglichkeit dar, einen unmittelbaren, wenn auch nicht leicht zu entschlüsselnden Eindruck von den Mi’kmaq aus ihrer eigenen Perspektive zu bekommen. Dabei lassen sich sechs Sphären unterscheiden, nämlich die Welt unter der Erdoberfläche, die unter dem Wasser, die Erdenwelt, die Geisterwelt, die Welt über der Erde und die Welt über dem Himmel.[33] Ähnliches können Kunstwerke oder Gesang leisten, wie jede Art von kultureller Äußerung.
Aus dem 19. Jahrhundert sind nur wenige Texte unmittelbar überliefert. Dies hing zum einen mit der Haltung der Geschichtensammler zusammen, die sie oftmals nur für Kinder als geeignet erachteten. Zum anderen wurden und werden die Geschichten meist ihres Zusammenhangs zum zeitgenössischen Leben, zur Lebenshaltung und zur Ästhetik der Mi’kmaq beraubt und zu Legenden reduziert. The Stone Canoe wurde durch die Entdeckung zweier Manuskripte inspiriert, die in der Sprache der Mi’kmaq verfasst sind und aus den Jahren 1847 und 1884 stammen. Diese Manuskripte stellen die einzigen erhaltenen Mi’kmaq-Versionen der Erzählungen dar, die Silas T. Rand im Laufe der Jahre von Geschichtenerzählern niedergeschrieben hat, um sicherzustellen, dass ihre Erzählungen angesichts der Veränderungen durch die Kolonialisierung und Industrialisierung erhalten blieben. Anhand dieser Manuskripte können heutige Sprecher zumindest einige der Geschichten neu interpretieren, die Rand zwar auf Mi’kmaq erzählt wurden, von ihm jedoch auf Englisch übersetzt und vereinfachend als „Legenden“ interpretiert wurden. Zudem konnte nur mit Mühe herausgefunden werden, wer die Erzähler eigentlich waren: nämlich Susan Barss für die Erzählung von 1847 und ein „alter Mann Stephens“ für die Erzählung von 1884.[34]
Geschichte
BearbeitenVorkoloniale Geschichte und Wissenschaftsgeschichte
BearbeitenDie Forschung ist, wenn sie nicht auf mündlicher Tradition aufbaut, in der Zeit vor den schriftlichen Quellen über Nordamerika, also vor dem 16. Jahrhundert, auf archäologische Methoden angewiesen. Dabei spielen Fragen der Kontinuität, die sich in Fundstücken niederschlägt, eine zentrale Rolle, die naturgemäß bei nomadisch lebenden Gruppen schwerer zu fassen ist als bei sesshaften. Der jahrtausendealte, jedoch keineswegs statische Nomadismus der Mi’kmaq war durchaus weitläufig, und er folgte häufig saisonalen Mustern. Dabei wurde nicht nur die Landschaft stark geprägt, sondern auch weitläufige Kontakte und Tauschnetze unterhalten, etwa bis zu den 2000 Kilometer entfernten Irokesen, wobei die Seefahrt sich früh entwickelte, der Atlantik eher als Verbindung denn als Trennung betrachtet wurde. Dazu dienten bis über 8 m lange Kanus mit Segeln.[35] Das Steinerne Kanu der Überlieferung, das Gluskap aus dem Osten herbeifuhr, wurde zu Breton Island.

Der Anspruch der Mi’kmaq auf ihr Land basiert also eher auf jahreszeitlicher Mobilität als auf ortsfester Besiedlung, wenn auch einige Gruppen ortsfest gewesen sein dürften. Zudem bestand, wie auch frühe europäische Quellen, wie Jacques Cartiers Bericht, ausweisen, eine (entsprechend dem Klima) begrenzte Landwirtschaft, denn es wurden wilder Weizen und Erbsen, Erdbeeren und Himbeeren geerntet, dazu wurden Flächen mit stark duftenden Pflanzen (‚Rote Rosen‘) und Kräutern gepflegt.[37] Was das Land möglicherweise gleichfalls kulturell und mit Blick auf die Selbstwahrnehmung als zusammengehörende Gruppe zusammenhielt, waren regelrechte Pilgerreisen zu heiligen Orten und „Priestern“, die mit Gluskap in Zusammenhang standen, die allerdings erst später nachweisbar sind. Auch wenn die Kenntnis über die Zeit vor Beginn der europäischen Kolonisierung begrenzt ist, so zeichnet sich doch ab, dass sie von Dynamik gekennzeichnet war und nicht von Statik und unterentwickelter Nutzung des Landes, wie die Neuankömmlinge und ihre Nachkommen bis vor wenigen Jahrzehnten glaubten.
Die Archäologie geriet dabei in die Auseinandersetzungen bei den Landforderungen der Indigenen Nordamerikas. Diese zielten darauf ab, die Ansprüche so weit in die Vergangenheit zurückzuverfolgen, wie möglich. Die Zielvorstellung ist dabei zu belegen, dass die jeweilige Gruppe, wie es oft heißt, seit nicht mehr erinnerbaren Zeiten (from times immemorial) in ihrem Gebiet lebt. Juristisch gesehen muss die vollständige und untrennbare Bindung der ethnischen Gruppe an ihre Gebiete belegt werden. Bei diesem Nachweis spielen Archäologen ebenso eine wichtige Rolle, wie Ethnohistoriker, Historiker, Anthropologen und die Älteren (Elders) der First Nations. Da die Archäologie vielfach von Privatunternehmen vor Ort konkretisiert wird, denn sie führen Grabungen und Notgrabungen häufig durch, sind sie auch die Repräsentanten vor Ort. Da sie sowohl von den Indigenen, als auch von staatlichen Stellen, meist denen der Provinz, von Universitäten und Museen, engagiert werden, entstehen hier nicht nur zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten, sondern auch Interessenkonflikte. Ihren Ausgangspunkt nahm diese Verknüpfung von Archäologie und Ethnohistorie mit den Landforderungen der Indigenen in den 1920er Jahren, als eine kleine Gruppe im Nordwesten Arizonas, die Hualapai, ihren Kampf um ihre Landansprüche aufnahm. Sie entzündete damit eine dreißigjährige Debatte, an deren Ende nicht nur 1941 ein Richterspruch zu ihren Gunsten stand, sondern die die Wissenschaftslandschaft auf Dauer veränderte. Die indianischen Gruppen begannen, da sie ihre Landansprüche ansonsten nicht gegen eine koloniale Gesellschaft durchsetzen konnten, sich auf deren Argumentation einzulassen, und ihre eigene Geschichte nach den Standards einer ihrer Kultur verächtlich gesonnenen Gesellschaft zu erforschen und aufzuzeichnen.
Die Mi’kmaq, die diese Zeit der Ablehnung ihrer Kultur gleichfalls durchlebten, gehen davon aus, dass sie seit über 12.000 Jahren in ihrem heutigen Gebiet leben.[38] Eine Verifizierung dieser Annahme ist schwierig, da die archäologische Forschung im fraglichen Gebiet lange Zeit nicht nur weniger entwickelt als in anderen Provinzen und Bundesstaaten war, sondern auch noch durch eine Fokussierung auf lokale und kleinräumige Untersuchungen geprägt. Überdies bestanden zwischen den indigenen Vorstellungen von Forschung auf diesem Sektor und den verschiedenen archäologischen Schulen Kanadas und der USA erhebliche Unterschiede und zu wenige Kontakte. Schließlich waren die wenigen Forschungsinstitutionen lange kaum in der Lage, entsprechende Lehrprogramme und eine koordinierte Feldforschung zu organisieren. Höhere akademische Abschlüsse sind rar. Immerhin erschien im Jahr 2021 eine Überblicksdarstellung der vorschriftlichen Geschichte des gesamten Gebietes zwischen Labrador und Maine, in dem die Mi’kmaq leben.[39]
Die ethnischen Gruppen, die hinter den Artefakten der jüngeren Woodland-Periode standen, dürften, dies ist inzwischen wissenschaftlicher Konsens, die Vorfahren der heutigen Mi’kmaq, aber auch der Maliseet (in Kanada Welastekwíyek, Leute vom Sankt-Lorenz-Strom) und Passamaquoddy sein. Allerdings war die Woodland-Periode durch Bodenbebauung gekennzeichnet, die in den Seeprovinzen eine geringere, zunächst kaum wahrgenommene Rolle spielte. Daher wurde der Begriff Maritime Woodlands zur Unterscheidung etabliert, der sich vor allem in Kanada durchsetzte. Aus archäologischer Perspektive liefern zahlreiche Keramikgefäße – daher wurde ab 1971 der Begriff Ceramic Period für die Zeit ab 1000 v. Chr. vor allem in den USA etabliert – aus der Zeit vor 500 v. Chr. einen erheblichen Zuwachs an Merkmalen und Funden, so dass regionale Differenzierungen und Kontinuitäten deutlicher werden. Damit endet an der Ostküste die archaische Periode, für die seit einiger Zeit auch für Neubraunschweig Nachweise zur Verfügung stehen.[40] Man unterscheidet die auf Gefäßen anzutreffenden Verzierungen in solche, die durch eine Art Stempel aufgebracht wurden, im Norden von solchen, die durch Eindrücken eines Bandes erzeugt wurden, im Süden (etwa zwischen Trois-Rivières und Québec). Im besser erforschten Neubraunschweig zeigt sich, dass die Sesshaftigkeit in der kalten Jahreszeit (in den shell midden sites, Muschelhügeln, eine Art Abfallhaufen, der Jahrtausende in Gebrauch war) sich durchgesetzt hatte. Manche Dörfer waren wohl schon ganzjährig bewohnt. Die Bedeutung von Schalentieren nahm deutlich zu, die – wie einige Funde zeigen – bereits sehr viel früher von Bedeutung waren.
Die Mi’kmaq von Neuschottland bevorzugen die Terminologie Palaeoindian (Saqiwe’k L’nuk) für die frühesten Bewohner, worauf das Maritime Archaic (Mu Awsame Saqiwe’k) und das Maritime Woodland (Kiskukewe’k L’nuk) folgen, womit sie die ältesten Bewohner, die weniger alten und die heutigen Bewohner bezeichnen. In der mündlichen Überlieferung findet sich die Erinnerung an eine große Flut, wie sie sich möglicherweise mit dem Abschmelzen der Gletscher in dieser Region mehrfach ereignete. Daher glauben die Mi’kmaq, dass ihre Vorfahren mindestens seit der Zeit zwischen 11.000 und 9.000 v. Chr. in der Region leben. Auch gibt es zahlreiche Erinnerungen an riesige Tiere (Megafauna?), wie etwa Biber. Demnach war es Kluskap, der dafür Sorge trug, dass die Tiere kleiner, weniger beängstigend und geeigneter für die Jagd wurden, in anderen Erzählungen vertrieb er den Riesenbiber.
Die Einordnung in die Naturgeschichte hat inzwischen große Fortschritte gemacht. Vor etwa 13.000 Jahren, gegen Ende der letzten Kaltzeit, lag die Region noch unter einem Eispanzer. Um 10.000 v. Chr. verschwanden die Gletscher in Neuschottland und auf Prince Edward Island, auf Neufundland um 7.000 v. Chr.[41] Dabei kam es zu starken Schwankungen des Klimas und des Meeresspiegels, wie zuletzt zur Kleinen Eiszeit, die in den Seeprovinzen vom frühen 15. bis zum späten 17. Jahrhundert n. Chr. andauerte. Diese zuweilen drastischen Veränderungen des Klimas und von Flora und Fauna erzwangen starke Anpassungen in der Lebensweise, die oftmals von Archäologen und Historikern fälschlicherweise als Wanderungsprozesse gedeutet wurden, zudem häufig eigene Namen als archäologische Kulturen erhielten. Dies erschwerte den Blick für kulturelle Kontinuitäten.


Ältester Fundplatz in Neuschottland ist das über viele Generationen aufgesuchte Jagdlager Debert aus der Zeit um 9.000 v. Chr.[42] Den Werkzeugen nach stand die Verarbeitung von Tierfellen im Vordergrund, doch über den Küstensaum lassen sich keine Aussagen treffen, da der Anstieg des Meeresspiegels nach der letzten Eiszeit die dortigen Überreste vertilgt haben dürfte. Nur wenige Pflanzen ließen sich nachweisen, darunter Gewürz- und Heilpflanzen wie Aralia hispida. Analogiebildungen zur historischen Situation der vergleichsweise festgefügten ethnischen Gruppen (Stämme) stoßen dabei auf Schwierigkeiten, da der Umkreis, aus dem allein die Rohstoffe für die Werkzeuge stammten, nämlich bestimmte Steinarten, sehr viel größer war. In den Seeprovinzen lag er bei einem Umkreis von durchschnittlich 350 km.[43]
Insgesamt könnten die Seeprovinzen eher von Küstenbewohnern besiedelt worden sein, deren Nutzung des Hinterlandes, etwa Karibujagd, von untergeordneter Bedeutung war. Die ältesten Funde in Québec reichen bis in die Zeit um 8000 v. Chr. zurück. Sie fanden sich am Lac Mégantic nahe der Grenze zu Maine und weisen auf eine Kultur hin, die Projektilspitzen vom Typ Folsom benutzte.[44] Im Nordosten von Prince Edward Island fanden sich Artefakte an der Jones Site an der St. Peters Bay, die 9.000 bis 10.000 Jahre alt sind.[45] Möglicherweise bestanden Beziehungen zur Debert Site in Neuschottland, doch sind für diese Annahme nur Ähnlichkeiten der Steinwerkzeuge ein Indikator. Auch zu den etwa 9.000 Jahre alten Funden auf den Îles-de-la-Madeleine (McCaffrey 1986) im Mündungsgebiet des Sankt-Lorenz-Stroms gelegen, könnten Beziehungen bestehen.
Mit der wärmeren spätpaläolithischen Epoche veränderte sich die Lebensweise zwar langsam, aber letztlich drastisch. Der von Süden nach Norden vordringende Wald verdrängte die Karibuherden nach Norden in kühlere Regionen, während nunmehr andere, waldbewohnende Säugetiere gejagt wurden, wie etwa Bären oder Elche. Dies veränderte den Lebensstil überaus stark. So wurde der Radius, in dem nach Rohmaterialien gesucht oder damit getauscht wurde, sehr viel kleiner. Besonders aber spielten nun Fisch und andere Wassertiere eine größere Rolle bei der Ernährung. Die vollständige Umstellung auf die neue Lebensweise erfolgte erst in der frühen archaischen Periode (von manchen Autoren auch frühe und mittlere archaische Periode genannt). Damit begann eine Epoche, die die nächsten sechs Jahrtausende andauerte. Da lange eine Fundlücke zwischen den paläoindianischen und den früharchaischen Fundstätten von mehreren Jahrtausenden bestand, hielt man eine Anpassung der lokalen Gesellschaften an die neuen Umstände für unwahrscheinlich, sondern sah eher eine lange Phase fehlender Besiedlung (Great Hiatus). Neuere Funde erweisen jedoch eine Dominanz der küstennahen Siedlungen und eine stärkere regionale Differenzierung.
Dabei sind Funde menschlicher Überreste äußerst selten. Im Jahr 2019 wurde auf Prince Edward Island, genauer bei Covehead Wharf, von Jackson Sturz ein kaum 10 cm langes Stück eines Unterkiefers gefunden, das sich zudem in schlechtem Zustand befand. Es ließ sich auf die Zeit um 3239 v. Chr. (4480±20 BP) datieren. Die DNA-Analyse stand im Jahr 2020 noch aus.[46]
Von der rund 1.700 km entfernten Adena-Kultur übernahm die Region um 400 v. Chr. teilweise die Beerdigungspraktiken, partizipierte jedoch auch selbst an ihrer Entwicklung, wie der Fundort Miramichi River zeigt, der bis in historische Zeit den Mi’kmaq als heilig galt. Damit würde ihre mündliche Tradition zweieinhalb Jahrtausende zurückreichen. Unter ihrem Einfluss entstand auf North West Miramichi der ca. 2500 Jahre alte Augustine Mound.[47] Er ist nach Joseph Augustine benannt, einem ehemaligen Mi’kmap-Häuptling, der dort aufgrund mündlicher Überlieferungen Artefakte vermutete, was Grabungen bestätigten.[48] An der nur 700 m entfernten Oxbow site im Red Bank reserve am Little South West Miramichi River ließen sich Siedlungen von großer Kontinuität nachweisen, deren älteste bis etwa 800 v. Chr. zurückreichen. Um 200 v. Chr. wurden erstmals Tonwaren hergestellt, eine Technik, die wohl von den Großen Seen oder aus dem Süden Neuenglands nach Neubraunschweig gekommen war.
Die Europäer, die sich an den Küsten niederließen, spielten lange Zeit für die politischen Entwicklungen bei der indigenen Bevölkerung eine untergeordnete Rolle. Vor diesem Hintergrund ist der frühe Kontakt mit Europäern ein langgestreckter Prozess, keine erstmalige Begegnung zwischen Europäern und Indigenen, ab dem die „eigentliche“ Geschichte begann. Daher sind Begriffe wie „prehistory“ oder gar „pre-Columbian“ keine Begriffe, die der Geschichte der Indigenen Nordamerikas adäquat sein können, zumal selbst diese Erstkontakte nicht zur gleichen Zeit stattgefunden haben, vielfach erst im 19., manchmal erst im 20. Jahrhundert. Allerdings muss die Quellenkunde, die sich mit der langen Zeit, in der bestenfalls europäische Quellen mit ihren Begrenztheiten und ihrem geringen Wissen, ja, ihrem Willen, das Vorgefundene den eigenen Idealen mittels Zwang anzupassen, berichten, anders aussehen. Die Erforschung der mündlichen Überlieferung spielt dabei eine entscheidende Rolle, will man die Strukturen und Antriebskräfte der Nichteuropäer in den Blick nehmen. Diese lassen sich mit archäologischen, ethnologischen, linguistischen und klassischen quellenkritischen Methoden verbinden.

Der Große Rat (Grand Council) übte als oberstes Entscheidungsorgan über Jahrhunderte eine erhebliche Macht aus, die konsensbasiert war. Er war für die Friedenswahrung innerhalb der Großgruppe verantwortlich, ebenso wie für den Schutz vor äußerer Aggression (im 18. und 19. Jahrhundert spielte er bloß noch auf spiritueller Ebene eine führende Rolle; nur so konnte er die kolonialen Bedingungen überstehen und zugleich eine zentrale Rolle in der Identitätswahrung des Volkes („people“) übernehmen).[49] Mitte des 16. Jahrhunderts entstand in Maine und in den kanadischen Seeprovinzen die Abenaki-(Wabanaki-)Konföderation infolge eines Friedensabkommens mit den irokesischen Mohawk. Neben den Mohawk gehörten die Odawa dazu, ebenso wie Mi’kmaq, Maliseet, Passamaquoddy, Penobscot und zeitweise die westlichen Abenaki von Neuengland und Québec. Diese Konföderation bestand bis 1862, überlebte also bis weit in die späte britische Kolonialzeit, also bis fast unmittelbar vor die Gründung Kanadas.
Weitere Bereiche, in denen die „Entdeckung“ Nordamerikas nebst ihren stark verzögerten Auswirkungen auf voreuropäische Strukturen aufsetzt, sind der weit verbreitete Handel mit Fellen und einer Vielzahl anderer Tierprodukte mitsamt dem dazu gehörenden, überaus extensiven Netz von Wegen und Kontakten. Erstere dienten keineswegs nur der Deckung von Eigenbedarf im Sinne einer Autarkie, sondern dem Geschenkverkehr, dem Austausch von Ehrungen, dem Tribut, aber auch dem Tausch gegen andere Produkte, schließlich der Untermauerung von Allianzen und Bündnissen. Die mangelnde Kenntnis über derlei Fernhandelsnetze dürfte auch darin ihre Ursache haben, dass die Europäer sie nicht als Waren erkannten oder für diese keine Verwendung hatten. Dies gilt etwa für die Stacheln des Ursons (porcupine quills), die nur als Tauschwaren in Gebiete gelangt sein können, in denen diese Tiere nicht vorkamen. Ähnliches gilt für Muscheln. Die langsame Verdrängung durch europäische Waren erfolgte dabei keineswegs wegen der häufig angenommenen höheren Qualität. Für die Güter mussten Transportgefäße und -kisten gebaut werden, die besondere Eigenschaften für den Handel über die Gewässer ausweisen mussten. Es entstanden Tauschzentren und Standardisierungen. All dies prägte die frühe koloniale Epoche zutiefst, ebenso wie der bei den Irokesen, aber auch in weiten Teilen des südlichen und pazifischen Nordamerika verbreitete Sklavenhandel, der lange nur als Handel mit Kriegsgefangenen verstanden wurde. Dabei konnte bei allen Handelsgütern eine Verwandtschaftsgruppe diesen Handel monopolisieren.
Das lange bestehende Bild vom naiven Indigenen, der Produkte von hohem Wert gegen billige europäische Waren hergibt, lässt sich nicht mehr halten. Im Gegenteil entstand eine Händlerkultur mit Vorstellungen von Angebot und Nachfrage – die Nachbarn der Mi’kmaq betrieben Landbau, die Mi’kmaq lieferten typische Jagd- und Sammelprodukte –, ein Wettbewerb um Monopole, die Anpassung von Gütern, Verträge, in denen gemeinsame Jagdgebiete bestimmt oder selbige aufgeteilt wurden.[50] Auch die Vorstellung, erst die Europäer hätten in das friedliche Nordamerika Kriege und Auseinandersetzungen gebracht, erwies sich als unzutreffend.
Erste Begegnungen mit Europäern: Fischer, Pelzhandel gegen Metallwaren (ab 1497, 1519)
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Wie drastisch die Veränderungen nach der Ankunft der Europäer waren, erweist der Blick auf die Annahmen zur Bevölkerungszahl. So schätzte im Jahr 1616 Pater Biard die Mi’kmaq-Bevölkerung auf über 4.000 Angehörige. Aber er bemerkte an anderer Stelle, dass es einen großen Verlust im vorhergehenden Jahrhundert gegeben habe, denn Fischer hatten die Mi’kmaq mit bis dahin unbekannten, aus Europa eingeschleppten Krankheiten infiziert, gegen die sie keine Widerstandskräfte besaßen. An Rippenfellentzündung, Mandelentzündung und Ruhr starben etwa drei Viertel der Mi’kmaq. Pocken und Kriege führten zu weiterer Abnahme der Bevölkerung, die vermutlich ihren niedrigsten Stand in der Mitte des 17. Jahrhunderts erreichte. Während des 19. Jahrhunderts folgte eine leichte Erholung und die Bevölkerung scheint nahezu stabil geblieben zu sein.
Eine merkliche Zunahme erfolgte im 20. Jahrhundert. Im März 2013 gab es wieder über 57.000 vom kanadischen Department of Aboriginal Affairs and Northern Development als Status Indians (lt. Indian Act) anerkannte Mi’kmaq sowie mehr als 1.100 vom amerikanischen Bureau of Indian Affairs als Indianer anerkannte Mi’kmaq. Jedoch gab es noch mehrere Tausend Non Status Indians mit Mi’kmaq-Vorfahren, die sich nicht bei den anerkannten First Nations registriert hatten, ihren Rechtstitel als Status Indians verloren hatten oder als Métis oder sogar als Nachfahren der Akadier, französischer Siedler, galten, da sie meist nicht mehr ihre überlieferte Sprache, sondern Akadisches Französisch sprachen. Die Schätzungen zu Bevölkerungszahlen sind bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts extrem unsicher, im 16. Jahrhundert handelt es sich noch nicht einmal um Näherungswerte. Dementsprechend klaffen die Schätzwerte extrem weit auseinander. So wurden für die Zeit vor 1500 etwa 30.000 Mi’kmaq genauso für plausibel gehalten,[51] wie 4.500[52] aber auch 300.000[53].
| Jahr | Bevölkerung | Nachweis |
|---|---|---|
| 1600 | 4.000 | Schätzung |
| 1700 | 2.000 | Schätzung |
| 1750 | 3.000 | Schätzung |
| 1800 | 3.100 | Schätzung |
| 1900 | 4.000 | Zählung |
| 1940 | 5.000 | Zählung |
| 1960 | 6.000 | Zählung |
| 1972 | 9.800 | Zählung |
| 2000 | 20.000 | Schätzung |
Die Mi’kmaq waren vermutlich neben den Beothuk die ersten Bewohner Nordamerikas, die Kontakt zu Europäern hatten. Der erste Bericht über sie stammt von dem Norditaliener Giovanni Caboto, der im anglophonen Nordamerika John Cabot genannt wird, im frankophonen Jean Cabot. Er brachte 1497 drei Mi’kmaq nach England.
Spätestens ab 1501 hatten die Mi’kmaq regelmäßigen Kontakt mit baskischen, französischen, englischen und irischen Fischern, die jeden Sommer die kanadische Küste aufsuchten; 1504 erschienen als erste Europäer Bretonen auf der Kap-Breton-Insel und auf dem festländischen Neuschottland. Ab 1519 begann der Pelzhandel auch mit Europäern und die Mi’kmaq zeigten großes Interesse an verschiedenen europäischen Handelsgütern, besonders an Metallwaren, wie Messer, Äxte und Kessel. Eine erste Siedlung, entstanden 1525, verschwand wieder spurlos, vermutlich, weil die Siedler in der indigenen Bevölkerung aufgegangen sind. Als der Franzose Jacques Cartier 1534 in Baie des Chaleurs ankerte, wurde sein Schiff von einer großen Anzahl Mi’kmaq-Kanus umringt, deren Insassen mit Biberpelzen winkten, was die Kontinuität dieses Handels seit voreuropäischer Zeit belegt.
Ab 1540 begannen die ersten europäischen Fischer die überlaufenen Gebiete um Neufundland zu meiden; sie zogen es nun vor, weiter landeinwärts zu fahren und dort Stationen einzurichten. Um 1578 zählte man jeden Sommer nahezu 400 Fischerboote an der kanadischen Ostküste. Zwar gibt es nur Überlieferungen aus den südlicheren Gebieten, doch müssen die Gerüchte über Kämpfe und Massaker auch die Mi’kmaq erreicht haben. In jedem Falle wurde es (zu) gefährlich, in Kanus auf offener See auf Fang zu gehen, denn die europäischen Gefährte waren den kleinen Booten im Kampf weit überlegen. Die Bevölkerungszahl – frühere Schätzungen reichen von 2.000 bis 500.000, Daniel N. Paul hält 200.000 für einen guten Annäherungswert, vor allem, weil die Verteidigung eines so umfangreichen Gebietes ohne eine große Kriegerzahl nicht möglich gewesen wäre. Henri Membertou sagte den frühen Missionaren, die Mi’kmaq seien in seiner Jugend so zahlreich gewesen, wie das Haar auf seinem Haupt. Ihre Zahl war bereits rückläufig, wenn auch das Ausmaß dieses Rückgangs unbekannt ist. Dabei spielten Sklavenjagd, vor allem aber Alkohol eine große Rolle, der bereits ab 1520 die Mi’kmaq erreichte, die auf die zerstörerischen Wirkungen nicht vorbereitet waren. Es kam zu bewaffneten Konflikten, deren erster allerdings erst für das Jahr 1593 von der Westküste des Kap Breton überliefert ist.
Die ersten Siedlungsversuche der Europäer scheiterten zunächst, nämlich an Hungersnöten und Kälte. Sie waren noch nicht in der Lage, sich den herrschenden Bedingungen anzupassen, waren nicht Teil größerer, überlebensnotwendiger Netzwerke, kannten weder Wege noch Handelsbedingungen. Umgekehrt hatte der Handel mit Mi’kmaq-Pelzen in Frankreich eine neue Mode kreiert. Es gehörte bald zum guten Ton, einen Biberhaarhut zu tragen. Die neue Mode verbreitete sich über ganz Europa. Der Preis für Biberfelle stieg und französische Händler fuhren zum Tauschhandel in die zunehmend von Frankreich beanspruchten Gebiete. Die Niederlage der spanischen Armada gegen die englische Flotte im Jahr 1588 hatte zur Folge, dass die Spanier nun nicht mehr als Konkurrenten im Nordosten auftraten, vor allem aber ergaben sich für ihre Gegner neue Handelsmöglichkeiten auf dem für die europäischen Kolonialmächte noch weitgehend unbekannten Halbkontinent. Der Zugang zu diesem erweiterten Handelsnetz über den Atlantik wurde für die Mi’kmaq immer wichtiger, zumal seine Erträge ihnen größeres Ansehen und den wichtigsten Verwandtschaftsverbänden auch neue Tauschgüter einbrachten. Für die europäischen Mächte, die es gewohnt waren ihre Konkurrenten aus den von ihnen beanspruchten Handelsgebieten auszuschließen, hatten keinerlei Intention ihren eigenen Markt zu öffnen, so dass nur die entsprechenden Handelszentren als Anlaufpunkte blieben.
Epidemien (1564–1570, 1586), erste französische Siedlung (1604)
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Obwohl es zu dieser Zeit noch keine Siedlungen der Europäer gab, wurden die Mi’kmaq in den Jahren 1564 bis 1570 und erneut 1586 von ihnen bislang unbekannten Krankheiten heimgesucht. 1586 war es Typhus. Die daraus resultierenden Bevölkerungsverluste, kulturellen und gesellschaftlichen Verwerfungen, Fluchtbewegungen und Veränderungen des Weltbildes lassen sich nicht anhand von Quellen rekonstruieren.
Die Herrschaftsstrukturen und die schweren religiösen Konflikte, die Europa seit langer Zeit zerrissen (Konfessionskriege), trafen nach 1604 indirekt auch die Mi’kmaq. Nachdem nämlich ein erstes Siedlungsprojekt der Franzosen gescheitert war, entstand im Tal von Annapolis eine dauerhaftere Siedlung. Sie wurde, wie in Europa üblich, als Grundherrschaft ausgegeben, doch endete diese bereits nach wenigen Jahrzehnten.
Dies führte zu freiem Landbesitz. Ursache war der Krieg zwischen dem Hugenotten Charles de Saint-Étienne de la Tour († 1666), dem Gouverneur von Akadien zwischen 1631 und 1642 sowie von 1653 bis 1657, und dem Katholiken Charles de Menou d’Aulnay († 1650). Während hinter La Tour, der nicht nur seit 1610 im Pelzhandel tätig war, sondern auch unter den Mi’kmaq gelebt und in erster Ehe eine Abenaki-Frau geheiratet hatte, eine Reihe von Händlern stand, standen hinter d’Aulnay Leute bei Hof. Dieser von 1640 bis 1645 anhaltende Konflikt, in dem protestantische Engländer eine wichtige Rolle spielten, überließ das zerstörte Land freier Nutzung – trotz des Grundsatzes „nulle terre sans seigneur“ (kein Land ohne Grundherr).
Katholische Mission (ab 1610), erster Kolonialkrieg (1627–1629)
BearbeitenAb 1610 missionierten Jesuiten unter den Mi’kmaq, die das Ereignis noch drei Jahrhunderte später feierlich begingen. Am 24. Juni des Jahres kam es durch Jessé Fléché, über den ansonsten nur sehr wenig bekannt ist, zu ersten Taufen.[54] Allerdings hatte Henri Membertou († 1611), der durch Fléché gleichfalls getaufte Häuptling, diesen Akt so verstanden, dass er damit ein Bündnis mit dem König von Frankreich einging und mit diesem auf gleicher Stufe stand. Nach einer anderen Überlieferung ging Membertou, der Ende des 19. Jahrhunderts als bedeutendster Häuptling galt,[55] mit diesem Akt ein Konkordat mit dem Papst ein.
Auf jeden Falle veränderte diese Taufe das Verhältnis zu Frankreich insofern, als die gemeinsame Religion, bzw. sogar Konfession, das Bündnis dauerhafter machte, das mehr als eineinhalb Jahrhunderte hielt. Wie bei anderen Ethnien auch, so klagten spätere Missionare, dass die Getauften und ihre Nachkommen trotz des Übertritts in den Katholizismus an ihren Traditionen festhielten.[56]
Dies hängt damit zusammen, dass die Neukatholiken ein gänzlich anderes Bild von diesem bedeutenden Akt hatten. Das Festhalten an den gewohnten Vorstellungen ermöglichte es den Missionierten, ihre Spiritualität nicht nur zu bewahren, sondern zu bereichern und gleichzeitig ihr Bild vom Menschen und der Welt weitgehend zu erhalten. Auch konnten sie ihre Lebensweise beibehalten, was die Missionare dazu veranlasste, sie auf ihren zyklischen Wanderungen zu begleiten. Dies wiederum baute enge Kontakte zwischen diesen und dadurch auch anderen Franzosen und den Mi’kmaq auf. Darüber hinaus betrachteten letztere den neuen Glauben als eine Art Schutzmittel gegen die bis dahin unbekannten Krankheiten, gegen die die Franzosen nach ihrem Eindruck besser geschützt waren. Sie betrachteten die Missionare als eine Art Medizinmänner oder Zauberer (puowins), aber auch als Patriarchen (patlias), die Kontakt zum Übernatürlichen hatten. Die puowins ihrerseits setzten bald selbst die rituellen Fertigkeiten der „Neulinge“ ein und waren als Heiler zudem oft überlegen. Insgesamt entstand über Generationen ein religiöser Synkretismus, der die Mächte beider Welten in ein übergreifendes System integrierte. Dieser Prozess wurde ab 1680 beschleunigt, als die Indigenen stärker in die Kämpfe einbezogen wurden, die die Kolonialmächte untereinander ausfochten.
1620 nämlich erklärte Jakob I., König von Schottland, England und Irland, im Plymouth Council for New England die ganze Küste Akadiens bis zur Chesapeake Bay zu Neuengland. Am 29. September 1621 erhielt Sir William Alexander Garantien für die erste englische Siedlung in „Nova Scotia“. 1622 verließen die ersten Siedler Schottland. Mehr als ein Jahrhundert lang führten nun Engländer und Franzosen Stellvertreterkriege auf dem amerikanischen Kontinent. So brach 1627 ein Krieg zwischen England und Frankreich aus, der die amerikanischen Franzosen dazu veranlasste, Port Royal wieder einzurichten, und noch im selben Jahr zerstörten schottisch-englische Kräfte die Siedlung. Dabei war die schottische Hilfe so bedeutend, dass Neuschottland als Teil Schottlands galt. Doch am 11. März 1631 kam das Gebiet mit dem Vertrag von Susa wieder an Frankreich.
Regionalkonflikte und Kämpfe gegen England (ab 1607) auf Seiten Frankreichs und später den USA, Bevölkerungseinbruch
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Im Jahr 1607 kam es zum Krieg zwischen den Penobscot unter ihrem Sagamore Bashabes und den Mi’kmaq. Streitigkeiten um die Vorherrschaft im Pelzhandel mit den Franzosen bestanden schon seit längerer Zeit. Der Konflikt, der unter dem Begriff Tarrantiner-Krieg bekannt wurde, endete 1615 mit dem Tod Bashabes‘.
In den Jahren 1616 bis 1619 wurden die Mi’kmaq von einer noch verheerenderen Epidemie heimgesucht, dem Großen Sterben, so dass 1620 nur noch 4.000 von ihnen lebten. Die enorme Dezimierung der Mi’kmaq lockte sogar Mohawk nach Maine, die am Pelzhandel mit den Europäern interessiert waren.
150 Jahre lang waren die Mi’kmaq zudem in eine Serie von Kriegen zwischen Frankreich und England verwickelt, in denen sie stets auf der Seite Frankreichs kämpften. In den Jahren um 1660 bis 1680 lebten etwa 10.000 Franzosen in Kanada,[57] womit spätestens zu diesem Zeitpunkt mehr Franzosen in der Region lebten, als Mi’kmaq.
Dabei übernahmen die Französinnen von den Mi’kmaq-Frauen, die sehr viel mehr Rechte hatten, die Möglichkeit, über ihren Besitz, Geld und Erbrechte selbstständig zu verfügen, auch spielten sie im Handel und bei wichtigen Entscheidungen eine bedeutende Rolle. Diese Rechte gingen allerdings nach und nach wieder verloren, was von den Missionaren gefördert wurde, die ihre überlieferten Rollenbilder lehrten, ebenso wie vom Pariser Hof. Im fernen Europa war der Begriff micmac ein Synonym für Durcheinander,[58] jedoch erscheint eine Herleitung von den Mi’kmaq als unwahrscheinlich.[59]


1691 kam es zu Kämpfen mit den Engländern, die seither als Feinde der Mi’kmaq galten, die ihr Land rauben wollten. Die Europäer ihrerseits hatten seit Jahrhunderten Kolonisationserfahrungen gesammelt, und es war üblich geworden, die in Amerika Angetroffenen als „Wilde“ zu bezeichnen, denen nachgesagt wurde, sie würden sich in ständigen kriegerischen Auseinandersetzungen zerfleischen – dabei waren die Kriegsmaschinerien der Europäer ja gerade durch Jahrhunderte ständiger Kriege untereinander zu so hochgradiger Schlagkraft entwickelt worden. Die Indigenen spielten als Ortskundige eine bedeutende Rolle, nur selten im Kampf eine ausschlaggebende. 1696 schlossen die europäischen Mächte den Frieden von Rijswijk.
Als Frankreich mit dem Frieden von Utrecht (1713) erhebliche Teile seiner nordamerikanischen Kolonien abtreten musste, wurden die Mi’kmaq nicht in die Verhandlungen einbezogen, obwohl ihre traditionellen Territorien davon betroffen waren. Sie protestierten 1715 gegen die Übergabe ihres Landes an die Briten, doch erklärte der Kommandeur der französischen Festung Louisbourg, der französische König habe nur seine Ansprüche abgetreten, nicht die der Mi’kmaq. In den folgenden Jahren wuchs die Fischereiflotte Großbritanniens weiter an, so dass ab 1715 jedes Jahr tausend Schiffe den Mi’kmaq den eigenständigen Fischfang unmöglich machten. Die Mi’kmaq versuchten sich dagegen zu wehren, so dass die Briten um 1720 begannen, sie in Gefängnissen einzukerkern. Dabei scheute man sich nicht, so im Jahr 1722, Kriegsgefangene für die Verbrechen anderer hinzurichten, in diesem Falle einen ihrer jungen Häuptlinge. Dies wiederum führte zu neuen Kämpfen, die sich bis 1725 hinzogen.
In dieser Zeit änderte sich das Verhältnis zur Religion und zu den Missionaren, die zunehmend im Interesse der Politik des französischen Hofes gehandelt hatten. Dabei waren sie als Unterhändler, Vermittler oder gar Anführer der Krieger aufgetreten. Missionare wie Michel Bruslé, Gélase de Lestage, Maurice de la Corne, Joseph-Charles Germain, Antoine Gaulin, Pierre Maillard, Jean-Louis Le Loutre, Jean Manach und Sébastien Râle wurden allmählich zu Instrumenten der französischen, antibritischen Politik. Die Enteignungspolitik der Briten gegen die Mi’kmaq verstärkte ihrerseits deren Bindung an Paris, von wo vermehrt wesentliche Alltagsgüter kamen. Dementsprechend stark wurde auch der kulturelle Einfluss des Pariser Hofes.
Besondere Bedeutung erlangte der ungemein sprachbegabte Pierre Maillard, der sich seit 1735 bei den Mi’kmaq als Missionar aufhielt. Er errichtete 1754 auf der Île de la Sainte-Famille (heute Chapel Island) im Süden des Grand Lac de La Brador (Bras d’Or Lake) seine Hauptmission. Dazu erhielt er materielle Unterstützung aus Frankreich. In diesem Zusammenhang entstand sein Lettre … sur les missions micmaques, eine überaus wichtige Quelle zur Missionsgeschichte, vor allem aber zu den Indigenen. Maillard spielte zudem eine bedeutende Rolle im Kampf gegen die Briten ab 1744. 1749 rechtfertigte er die Angriffe der Mi’kmaq gegen die Briten in einem Schreiben, das die Kriegserklärung der Indianer in deren Schrift und Sprache nebst Übersetzung enthielt. Die Begründung, warum sich die „mikmaques“ weiterhin wehren mussten, fasste er in seiner Schrift Motifs des sauvages mikmaques et marichites de continuer la guerre contre les Anglais depuis la dernière paix. Schließlich reiste er nach der Niederlage nach Halifax zum britischen Gouverneur, um sich für die Indianer und die Akadier einzusetzen. Er wurde zum britischen Government agent to the Indians, und es gelang ihm, einige Friedensschlüsse zu erreichen.[60]
Dabei waren die Mi’kmaq und ihre Häupter allerdings in vielen Entscheidungen, trotz des französischen Einflusses, von großer Eigenständigkeit, erst recht die weiterhin bestehende übergreifende Wabanaki-Konföderation. Am 15. Dezember 1725 schlossen Penobscot und Briten nach dreijährigem Krieg in Boston einen Vertrag, den die Mi’kmaq 1727 oder 1728, nachdem die Zustimmung der Dörfer eingeholt worden war, ratifizierten.[61] Doch dürften die Mi’kmaq, die zwar rudimentär Französisch sprachen, die eigentlichen Bestimmungen des in Englisch abgefassten Vertrages nicht hinreichend verstanden haben. In den Augen der Mi’kmaq war es sowieso nicht möglich, Land von einer Nation an die andere abzutreten. Immer wieder entschlossen sich die Konföderierten zu Störungen des britischen Handels, sie kaperten Schiffe, griffen Siedlungen an und nahmen Geiseln, während die Briten die Bevölkerung terrorisierten, die sie als minderwertig erachteten und die zum Gehorsam gezwungen werden müsse. Während man in London wenig später bereit war, den Indigenen eigene Rechte einzuräumen, wurden diese von den vor Ort Verantwortlichen fast immer ignoriert, sieht man von Gouverneur Jonathan Belcher ab. Mit dem Gouverneur P. T. Hopson kam es am 22. November 1752 zu einem neuen Vertragsabschluss. Wieder kam es zu Konflikten, als deutsche Siedler im April des folgenden Jahres unabgesprochen nach Mirligueche (Lunenburg) kamen.
Die französischen Missionare verstärkten ihre Anstrengungen, so dass wohl im Laufe des 18. Jahrhunderts der Katholizismus die Religion der Mi’kmaq wurde, die sogar bereit waren, in die entsprechenden Siedlungen, etwa auf Breton Island, zu ziehen, um von dort ihre Angriffe vorzubereiten. Die Franzosen brauchten die Mi’kmaq allerdings nicht nur für ihre Kämpfe gegen die in ihren Augen ketzerischen Engländer, sondern auch als Ortskundige, die das komplizierte Wegenetz am besten kannten.
Im Gegensatz zu den Franzosen hatten die Briten bzw. Engländer die Mi’kmaq nie um Erlaubnis gebeten, auf ihrem Land zu siedeln. Um gegen die französisch-katholische Überzahl ein Gegengewicht aufzubauen, siedelte London protestantische Siedler an, so im Jahr 1753 Schweizer und Franzosen, vor allem aber deutsche Siedler in Lunenburg. Die britische Kolonisierung hatte also die Verdrängung und Marginalisierung der vorgefundenen Bevölkerung zum Ziel, während die französische Politik an Handelskontakten und Missionierung interessiert war. Dementsprechend erfolgte der Zuzug von Franzosen in die wenigen Städte, während einige Hundert Männer den Handel organisierten und die nötigen Kontakte auf dem Lande organisierten, häufig unter den Mi’kmaq lebten und vielfach mit deren Frauen Familien gründeten. Diese Verbindungen, im Englischen „country marriages“ genannt, wurden allerdings auch von den Franzosen zunehmend als minderwertig erachtet, man bevorzugte die „filles du Roi“, heiratswillige Frauen, die aus Frankreich kamen.
Mit dem Beginn des Siebenjährigen Krieges standen den rund 75.000 Franzosen[62] bereits rund eine Million britische Siedler gegenüber. Nach der Niederlage der Franzosen in diesen Kämpfen (1756–1761/63) hatten die Mi’kmaq nur eine kurze Atempause, bevor die britischen Kolonisten kamen, die gänzlich andere Ziele verfolgten. Sie brachten in sehr viel größerer Zahl ihre gesamte Lebensweise mit, die Mi’kmaq standen ihren Siedlungsvorhaben nun im Weg. Zudem begannen sie in ihren lebenswichtigen Jagdgebieten Fallen aufzustellen und Tiere in großer Zahl zu erlegen, auch wenn die britische Regierung Gesetze erließ, die dies untersagten.
Britische Kolonialherrschaft und anglikanische Missionsversuche, Marginalisierung, eigenständige Führung der Gemeinden
BearbeitenNicht alle Mi’kmaq schlossen 1761 Frieden mit den nun einzigen Kolonialherren, den Briten, und es kam wiederholt zu Zusammenstößen bis zum Jahr 1779. Gouverneur Charles Lawrence förderte von 1759 bis 1768 die Zuwanderung aus Neuengland besonders stark, so dass etwa 8.000 Siedler von dort kamen. Im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg hielten die Mi’kmaq daher zu den aufständischen Amerikanern, in der Hoffnung, diese würden siegen und die Franzosen wieder die Herrschaft in Kanada übernehmen. Nach dem Ende des Krieges wurde aber im Gegenteil englischen Loyalisten, deren Leben in Neuengland, das nunmehr zu den USA gehörte, unerträglich geworden war, Land in den Seeprovinzen bewilligt. 1783 verließen 14.000 dieser Loyalisten die Vereinigten Staaten, um in Neubraunschweig zu siedeln. Damit wurden die Mi’kmaq endgültig marginalisiert.
Zwar hatte London den Mi’kmaq Religionsfreiheit zugesagt, doch die meisten Missionare mussten nun das Land verlassen. Die Verbliebenen konnten sich ganz überwiegend nur um die Sesshaften unter den Mi’kmaq kümmern. Nach 1763 übernahm die britische Anglican Society for the Propagation of the Gospel in New England die religiösen Aufgaben. Doch trotz ihrer Bemühungen, vor allem durch Thomas Wood, und obwohl den katholischen Missionaren der Zutritt zu Neuschottland untersagt wurde, konnten die Anglikaner bei den Indigenen nicht Fuß fassen. Die capitaines (geptins, keptin) des Großen Rates, des Grand Conseil, wurden zu Katechisten, „chefs de prières“.[63]
Reservate, zunehmende Sesshaftigkeit, Ende des Pelzhandels und Lohnarbeit, Katholizismus ohne Kirche
BearbeitenDie britischen Gouverneure errichteten Indianerreservate, in Kanada Indian reserves genannt. Damit wurde der ganz überwiegende Teil ihres Landes für die britische Kolonisierung geöffnet. Häuptlinge wurden weiterhin auf Lebenszeit gewählt, aber die Auswahl wurde von den Priestern beeinflusst und musste von nichtindianischen Offiziellen bestätigt werden. Das Land, das man zum Nutzen und Wohl einer Gruppe von Indianern reserviert hatte, wurde oft später zugunsten von Nicht-Indianern beschnitten, die Quellen oder Wasserrechte für kommerzielle Zwecke brauchten, Wälder wurden abgeholzt. Die Bemühungen der englischen Kolonisten hatten zunächst allerdings nur das eine Ziel, den Pelzhandel zu kontrollieren, dessen Monopol die Franzosen für so lange Zeit verteidigt hatten.
Als das Land der Mi’kmaq immer kleiner wurde und die Zahl der Pelztiere abnahm, waren sie gezwungen, ihren Lebensunterhalt auf andere Art und Weise zu verdienen. Sie fanden sich in einem völlig veränderten ökonomischen Umfeld wieder. Die Frauen und die Kinder blieben zunehmend in den Siedlungen, während die Männer periodisch außerhalb arbeiteten oder im Reservat lebten, wo sie Körbe und Holzgegenstände herstellten und begrenzte Unterstützung von der Kolonialregierung erhielten. Einige Männer arbeiteten weiterhin als Fallensteller, aber die meisten verdingten sich als Holzarbeiter, später Jagdführer und kommerzielle Fischer, womit sie zumindest ihre traditionellen Erfahrungen und ihr Geschick einbringen konnten.[64] In Washington versuchte man, die Indianer zu schützen, indem der Nonintercourse Act 1790 verabschiedet wurde, der es ausschließlich der Regierung gestattete, Kontrakte über die Landnutzung und entsprechende Eigentumsrechte abzuschließen. Auch sah das Gesetz eine Grenze zwischen den Siedlungsgebieten der Weißen und denen der Indianer vor.

Die katholischen Mi’kmaq übernahmen zunehmend die Steuerung ihrer Gemeinden und mussten sich dazu auch mit den Schriften beschäftigen, die der christlichen Religion zugrunde lagen. Dies galt vor allem für die Zeit, in der die katholischen Missionare weitgehend ausblieben, also für die Generationen vom späteren 18. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert, als die katholische Kirche als Institution wieder zurückkehrte.
Landproletariat, Delfinjagd, Holzfällerei (19. Jahrhundert), Eishockeyschläger (bis etwa 1930); Abdrängung in die Reservate
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Um 1850 lebten 277.000 Menschen in Neuschottland, 194.000 in Neubraunschweig und 72.000 auf Prince Edward Island. Um diese Zeit wurden in den maritimen Provinzen Segelschiffe, Straßen und Sägewerke gebaut, seit den 1820er Jahren hatte die Industrialisierung eingesetzt. Doch geriet die Region in eine Handelskrise, als der ungeregelte Zugang zu Holz dazu führte, dass die zahlreichen Holzunternehmen die Wälder einfach nur ausplünderten. Der zuvor blühende Schiffbau geriet nach den 1870er Jahren in eine Krise, obwohl die Schiffe aus der Kolonie im gesamten Britischen Weltreich verkehrten. Nova Scotia erhielt 1848 weitgehende Selbstverwaltungsrechte, während sich London auf die Verteidigungs- und Außenpolitik beschränkte. Damit waren unmittelbare Eingriffe durch London ausgeschlossen. Noch am 24. Januar 1842 war ein „Häuptling des Micmac-Indianerstammes“ mit zwei Begleitern am englischen Hof empfangen worden. Sie waren über Quebec und Liverpool angereist und wollten über Unterstützung beim Bau einer bereits begonnenen Kapelle verhandeln.[65]
Viele Mi’kmaq-Männer fanden zwar temporär Arbeit, doch wurden sie häufig von dauerhafter Beschäftigung bei Sägewerken und im Straßenbau ausgeschlossen. Als angelernte Arbeiter verdienten sie nur saisonal oder periodisch Geld, und das zunehmend in Beschäftigungsverhältnissen, die kein anderer für diesen Lohn annahm. So entstand bei ihnen nach und nach ein ländliches Proletariat. Dementsprechend stieg der Anteil der Mi’kmaq, die in die Reservate zogen, ab den 1880er Jahren stark an. In Neuschottland lag dieser Anteil im Jahr 1901 bereits bei 70 %. Auf dem Festland hatte sich dieser Anteil mit 56 % mehr als verdoppelt, wobei die Unterschiede zwischen den Reservaten sehr ausgeprägt waren.[66]
Zugleich sank die Gesamtzahl der Mi’kmaq weiter, manche von ihnen wurden von der übrigen Gesellschaft „aufgesaugt“ und waren nicht mehr als „Indianer“ zu erkennen.[67]
Dieses Verschwinden wurde durch zwei Faktoren verstärkt. Zum einen gab es bei den Mi’kmaq keine Zahlungen an die Stämme, die sich auf die Zahl der Angehörigen des jeweiligen Stammes bezog. Daraus resultierte der Zwang, entsprechende Listen zu führen. Diese bestanden bei den Mi’kmaq nicht, so dass von außen kaum zu erkennen war, wer den jeweiligen Gemeinschaften angehörte. Der zweite Faktor war eine Bestimmung im Indian Act, die dafür sorgte, dass bei gemischten Ehen zwischen Mi’kmaq und Angehörigen anderer ethnischer Gruppen über deren Kinder und ihre Zugehörigkeit danach entschieden wurde, welcher Gruppe der Vater angehörte. Damit verloren die Kinder von Mi’kmaq-Frauen in solchen Fällen ihre Stammeszugehörigkeit, es sei denn, diese Kinder heirateten wieder einen Angehörigen der Mi’kmaq. Allerdings blieben die Verluste in der Alltagsrealität eher gering, da diese Kinder überwiegend in Reservaten lebten, womit sie häufig ungefragt als „indians“ Anerkennung fanden. Gravierender wirkte sich aus, dass die durchschnittliche Lebenserwartung sank, was wiederum mit der schlechteren Ernährungssituation zusammenhing, zumal das zur Verfügung stehende Land nicht mit der durch Zuzug wachsenden Bevölkerung schritthielt. Das machte die Menschen anfälliger für Ansteckungskrankheiten, allen voran Tuberkulose.[68]

Zwischen der Zeit um 1800 und 1893 jagten Mi’kmaq Delfine in der Straße von Canso (Tui’gn) und der Fundybucht, nicht aber auf Neufundland. Als aber Petroleum das Delfinöl im industriellen Bereich verdrängte, war auch diese Erwerbsmöglichkeit schlagartig beendet.
Die Mi’kmaq beteiligten sich als Wanderarbeiter beim kommerziellen Kartoffelanbau in Maine und Neubraunschweig. Einige arbeiteten in Neuengland als Arbeiter in Holzfällerlagern, beim Hausbau oder in der Industrie, wobei die meisten regelmäßig mangels dauerhafter Beschäftigungsmöglichkeiten in die Reservate zurückkehrten.[69]

Eishockey erscheint bereits in den Quellen des 18. Jahrhunderts (zwischen 1852 und 1856 wurde der moderne Eishockeyschläger erfunden).[70] Das Spiel selbst dürfte sehr viel früher in später abgewandelter Form bei den Mi’kmaq entstanden sein. 1863 begann die Starr Manufacturing Company in Dartmouth mit dem Verkauf ihrer „Mic Mac“ genannten Schläger; umso erfolgreicher, als sich Eishockey als Sportart in ganz Kanada um 1900 verbreitete. Die „Mic Mac hockey sticks“ wurden insbesondere in den Reservaten Shubenacadie, Indian Brook und Millbrook hergestellt. Noch 1927 konstatierte das department of Indian Affairs for Nova Scotia, dass die Mi’kmaq nach wie vor die „experts“ bei der Herstellung von Hockeyschlägern seien. Sie stellten Eishockeyschläger her, bis deren Produktion in den 1930er Jahren industriell erfolgte.[71]
Indianergesetz und Mi’kmaq, Streit um Reservate
BearbeitenDie häufige Rückkehr in die Reservate wurde manchmal als Problem erkannt, so dass 1882 auf Cape Breton Island ein Reservat unweit der Kohleminen und der Stahlwerke eingerichtet wurde, nämlich in Sydney an der King's Road, kaum 20 Gehminuten vom Ortszentrum entfernt. Zwischen 1850 und 1900 stieg der Anteil der Kohle an der Heizenergie in Kanada von 21 auf 71 %, der Verkehr verlagerte sich von den Flüssen auf die Schiene. 1921 waren in der Kohleregion bereits 13.000 Arbeiter beschäftigt, im Stahlwerk 2.000. Nachdem eine weitere Ansiedlung, allerdings nicht als Indian reserve, entstanden war, kam es zu Anfeindungen, die sich auf das Aussehen der Ansiedlungen, die dortige angebliche Unmoral und die Ansteckungsgefahr bezogen. Dabei unterstellte man den Mi’kmaq, wie fast allen Indigenen des Empires, sie könnten ihre sexuellen und emotionalen Impulse schlechter kontrollieren. Andererseits waren sie als Arbeiter nicht Teil der Arbeiterbewegung, die sich gegen die massive Ausbeutung zur Wehr setzte; im Gegenteil wurden sie auch von ihren Kollegen zunehmend ausgegrenzt. Dies geschah vor dem Hintergrund einer rasant wachsenden Stadt, denn Sydney, das 1871 noch keine 3.000 Einwohner hatte, wies 1901 bereits fast 10.000 auf, 1911 waren es schon fast 18.000; Greater Sydney hatte 1911 sogar rund 58.000 Einwohner. Doch jede Krise der Kohleindustrie traf die Mi’kmaq besonders hart, so dass sich immer wieder Gruppen nach Prince Edward Island und in andere Herkunftsgebiete zurückzogen.
Dementsprechend scharf waren die Fluktuationen: Lebten 1904 noch 82 „residents“ im Reservat, so waren es im Folgejahr nur noch 62, 1906 waren es wieder 86. Hinzu kamen Mi’kmaq aus der Umgebung, die ihre Waren auf dem Markt anboten, was zu Perioden der Überfüllung führte. J. A. Gillies war einer der ersten von ihnen, der sich politisch engagierte, der Konservativen Partei beitrat, und er erlangte 1891 ein Mandat für das Richmond County. 1877, fünf Jahre vor der besagten Reservatsgründung, hatte er dort Land erworben, dessen Wert er zu steigern versuchte. Dazu sollten die übrigen Mi’kmaq weichen. Dies war aber angesichts der neuschottischen Gesetze nicht möglich, da die Mi’kmaq als ein Stamm galten und somit von Reservat zu Reservat ziehen durften. Nur wenn alle über 21-jährigen Mi’kmaq einverstanden waren, konnte ihnen anderes Land angeboten werden, das jedoch nicht zur Verfügung stand. Grand Chief Denny hielt am Reservat in Sydney fest, ebenso wie der örtliche Häuptling (Chief) Christmas: sie hätten dort gute Schulen, Lehrer, Ärzte und Agenten. Die zweite Kolonie, die nie den Status eines Reservats erlangt hatte, musste hingegen 1909 weichen. Vor Gericht wurde am Ende entschieden, die Entfernung der Reservatsbewohner aus Sydney sei schlicht im öffentlichen Interesse. Die Betroffenen mussten sich damit einverstanden erklären, doch noch 1920 wehrten sie sich gegen ein schlechtes Landangebot. Der Umzug aus dem Stadtkern fand schließlich 1925 und 1926 statt.[72]
Seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts
BearbeitenEtwa 60 Reservate, Weltkriege, eigene Zeitung (1908–1942), Erholung der Bevölkerungszahl
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Anfang des 20. Jahrhunderts waren die meisten Mi’kmaq auf etwa 60 Indianerreservate verteilt. In einigen lebten mehrere Hundert und in anderen nicht mehr als ein Dutzend Bewohner. Das größte Reservat war Restigouche. Laut Volkszählung von 1910 lebten dort 506 Indianer. Hier gab es ein Kapuziner-Mönchskloster, in dem Pater Pacifique lebte und arbeitete, und in der Klosterschule der Schwestern vom Heiligen Rosenkranz konnte man die Mi’kmaq-Sprache lernen. Die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und danach war von einer starken Abwanderung vom Land in die industrialisierten Städte gekennzeichnet, die durch die Mechanisierung der Landwirtschaft und fallende Löhne gefördert wurde. In den Jahren 1908 bis 1942 erschien eine eigene Zeitung, Setaneoei (Le messager Micmac, bzw. The Micmac Messenger), der nicht mehr die besagten Hieroglyphen verwendete und in der Sprache der Mi’kmaq erschien.[73]
1925 lebten in Neuschottland 2.040 Mi’kmaq, davon etwa 1.500 dauerhaft im Reservat (on reserve). Dieser auf Cape Breton noch höhere Anteil hing damit zusammen, dass ihnen zunehmend der Zugang zu Ressourcen außerhalb der Reservate verschlossen wurde, so dass immer mehr von ihnen in die Reservate ziehen mussten, wo sie vertraglich geschützte Rechte hatten, die bis in die britische Kolonialzeit zurückreichten, und auf die sie sich seit jeher beriefen. Die einen zwang dieser Vorgang dazu, ins Reservat zu ziehen, andere versuchten ihren Lebensunterhalt in den Städten zu verdienen. Dabei führte die Zuwanderung zu einer Verknappung der Ressourcen und zu einer erhöhten Kindersterblichkeit.[74]
Um 1920 begannen in den Reservaten politische, erzieherische und wirtschaftliche Veränderungen. 1928 klagten die Mi’kmaq ihre Rechte mit Erfolg ein, wobei sie sich auf Verträge von 1725, 1752 und 1760 beriefen. Allmählich führten die Behörden eine bessere medizinische Versorgung ein, die zu einem Bevölkerungswachstum bei den Mi’kmaq beitrug, so dass sich ihre Zahl bis 1970 nahezu verdoppelte. Vom Ende des Ersten Weltkrieges bis 1942 war der Indianeragent in Restigouche ein Arzt. Auf der Seite der Bewohner spielte eine wesentliche Rolle, dass eine mehr oder minder nomadische Lebensweise meist zu einer geringeren Kinderzahl beigetragen hatte, was sich seit 1850 geändert hatte. Denn nun standen auch Agrarprodukte, wie etwa Milch, zur Verfügung.[75]


Die neu eröffneten Schulen in den Reservaten wurden nur unregelmäßig besucht, aber allmählich erlernten Jungen wie Mädchen die Grundzüge von Rechnen und Schreiben, vor allem aber die Sprachen der Kolonialherren.
Den Ersten Weltkrieg erlebten viele Mi’kmaq in der Armee. So kamen sie erstmals in Kontakt mit Indigenen aus anderen Provinzen Kanadas. Die Kriegswirtschaft sorgte für Arbeitsplätze und auch der Sport war bei jungen Männern populär. So wurden Eishockey und Baseball ihr Nationalsport. Aber die Weltwirtschaftskrise brachte das Ende mancher Hoffnung und führte in den 1930er Jahren besonders bei den Mi’kmaq zu einer bedrohlichen Arbeitslosigkeit. Es waren öffentliche Gelder aufgewendet, um eine Hungersnot abzuwenden.
Der Zweite Weltkrieg brachte einen kurzlebigen Wohlstand und man bot den heimkehrenden Mi’kmaq-Veteranen Hilfe beim Bau oder bei der Renovierung ihrer Häuser an. In den folgenden Jahren kamen außer der Elektrifizierung auch Rundfunk und Fernsehen in die Reservate. Dazu wurden öffentliche Programme aufgelegt, die das Erscheinungsbild der Reservate modernisieren sollten. Neue Schulen und Transportmöglichkeiten ermöglichten es den jungen Mi’kmaq, sich auf das Studium oder den Beruf vorzubereiten. Trotzdem stieg die Zahl der Arbeitslosen und viele Mi’kmaq wurden diskriminiert, so dass sie nur durch Regierungsprogramme geförderte Arbeit finden konnten. Die steigende Kriminalitätsrate, auch häusliche Gewalt und Alkoholismus wurden von der Öffentlichkeit nur am Rande wahrgenommen. Bußgelder waren meistens nicht einzutreiben, daher fanden sich Viele immer wieder für zehn bis dreißig Tage im Gefängnis wieder. Wer sich gegen Herabwüdigungen und Ungleichheit wehrte, galt als „troublemaker“. An Vernachlässigung und Verachtung änderte sich lange nichts. In der kanadischen Literatur wurden die Mi’kmaq besonders negativ von Thomas Head Raddall (1903–1994) in seiner 1946 veröffentlichten Novelle Roger Sudden dargestellt, nämlich als schmutzig, dumm und bar jeden menschlichen Gefühls, wie Daniel N. Paul in We Were Not The Savages konstatierte. Dies schadete vor allem der Selbstachtung der Jüngeren.
Umsiedlungen, Vernachlässigung, neue Berufsfelder
BearbeitenEnde der 1940er Jahre sollten die Mi’kmaq im Rahmen eines Zentralisierungsprogramms die mehrere Dutzend zählenden kleinen Reservate verlassen, um in größere Siedlungen nach Shubenacadie in Zentral-Neuschottland und Eskasoni auf Cape Breton Island umzusiedeln. Ihnen wurden neue Häuser und bessere Ausbildungs- und Verdienstmöglichkeiten in Aussicht gestellt. Derlei Versuche wurden in ganz Kanada unternommen, und auch in Großbritannien leerte sich der ländliche Raum planmäßig. Es erwies sich jedoch, dass in diesen Regionen kaum genügend Arbeitsplätze entstehen konnten. Im Jahr 1951 wurde, ganz den westlichen Vorstellungen von Partizipation, ein überarbeiteter Indian Act verabschiedet, mit dem die Stammesräte erweitert wurden und mehr Einfluss auf die eigenen Angelegenheiten nehmen sollten.
Ab den 1960er Jahren wurde die Mi’kmaq durch Weiterbildungsmaßnahmen stärker gefördert. Viele fanden einen neuen Beruf, der besser bezahlt wurde und in dem sie nun auch erwünscht waren. Sie arbeiteten beim Bau von Wolkenkratzern, wie schon die Mohawk in den 1930er Jahren. Um 1970 hatte mindestens ein Drittel aller arbeitenden Männer in Restigouche beim Bau von Wolkenkratzern in Boston gearbeitet. Diese gefährliche Arbeit in großer Höhe war deshalb so beliebt, weil sie mit indigenen Wertvorstellungen vereinbar war und zudem gut bezahlt wurde. Auch die Frauen erlernten neue Fertigkeiten. Die staatlich geförderte Berufsausbildung ermöglichte vielen, sich – entsprechend dem dominierenden Frauenbild der Zeit – als Krankenschwestern, Lehrerinnen, Sekretärinnen oder Sozialarbeiterinnen zu qualifizieren. Wie drastisch sich die Haltung der Regierungen binnen weniger Jahrzehnte änderte – in Maine erlangten die Indigenen erst 1967 das Wahlrecht, 1980 erhielten drei der vier Stämme Teile ihres Landes zurück, wenn auch nicht die dortigen Mi’kmaq –, zeigt zudem die Tatsache, dass sich die kanadische Regierung 2008 für die Verbrechen an den Indigenen entschuldigte. Sie unterstützte das Reservat Glooscap (Nova Scotia) 2009 mit umgerechnet 680.000 Euro, wobei allerdings die mangelnde Aufsicht zu Missbrauch führte.[77]
Reservatssituation
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Tatsächlich zeichnete sich kein Mi’kmaq-Reservat durch besonderen und sichtbaren Wohlstand aus, doch damit unterschied sich die Situation nicht wesentlich von benachbarten nichtindianischen Gemeinden vergleichbarer Größe. Die Häuser sahen gleichförmig aus und die kleinen Gärten blieben ungepflegt, da Kulturpflanzen kaum eine Rolle spielten. Viele alte Hütten hatte man stehen gelassen, und bei der starken Fluktuation der Bevölkerung zwischen den Reservaten und Städten gab es viele freie Wohnungen. In allen größeren Reservaten gibt es seither Elektrizität, obwohl einige Mi’kmaq lange an ihrer Kerosin-Lampe festhalten. Gute Straßen waren selten, die Provinzial-Regierung wollte sie nicht instand halten und die Bundesbürokratie reagierte nur langsam auf Missstände.
Ein typisches Reservat sah so aus: eine Hauptstraße, eine Kirche, eine Schule, ein Gemeinde-Zentrum, ein Agenturgebäude oder ein Stammes-Regierungsbüro, eine Veteranen-Halle, Lebensmittelläden, ein Wasserleitungs- und ein Kanalsystem. In den Reservaten gab es beträchtliche Unterschiede bei den Bewohnern in Bezug auf Sprache, Bildung und Religiosität. Bis zum 20. Jahrhundert war die Mi’kmaq-Sprache ein verbindliches Kennzeichen der ethnischen Identität, aber es gibt nur noch wenige Leute, die ausschließlich Mi’gmaq sprechen, und der Anteil der Nichtsprecher wächst. In einigen Reservaten lernen alle Personen unter 20 Jahren Englisch als erste Sprache, einigen Französisch. In Restigouche war die überlieferte Sprache zwar noch die wichtigste Sprache für die jungen Leute, aber auch dort mindern Fernsehen, Internet und kolonialsprachliche Schulen die Sprachfähigkeiten der jungen Generation.
Katholisches Bekenntnis, staatliche Schulen, Großer Rat
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Zu Beginn der 1960er Jahre baute die Bundesregierung Schulen in den Reservaten. So fand man in der Reservatsschule in Restigouche, die von katholischen Schwestern und weltlichen Lehrern geführt wurde, auch Klassen für nichtindianische Kinder aus den benachbarten Gemeinden, von denen viele nur Französisch sprachen. Die meisten Mi’kmaq sind noch immer römisch-katholisch und die höheren Feiertage werden mit angemessenen Zeremonien begangen, besonders der Tag der Schutzpatronin Saint Anne am 26. Juli. Doch Säkularisation und Tourismus haben sogar diesen Micmac-Nationalfeiertag beeinflusst, und manche stehen der Kirche heute kritisch gegenüber.
Der Grand Council, bzw. Grand Conseil, seit jeher unter der Leitung der Keptim, der ursprünglich unmittelbar Macht ausgeübt und wesentliche Entscheidungen getroffen hatte, dann die spirituelle Führung weitgehend übernommen hatte, spielt seit dem 20. Jahrhundert eine wesentliche Rolle bei Versuchen, sich von der kulturellen Umgebung unabhängiger zu machen. Auf politischem Gebiet spielt der Rat eine anerkannte zeremonielle Rolle, doch auch bei Auseinandersetzungen zwischen Bands, oder auch zwischen Reservats- und Nicht-Reservatsbewohnern, übernimmt er (wieder) eine stärker werdende Entscheidungsfunktion. Dies kommt dem übergreifenden Zusammengehörigkeitsgefühl zugute und betont die kulturelle Unabhängigkeit (McMillan).
Sonderrolle Neufundlands: Qalipu (Mi’kmaq) First Nation
BearbeitenDie 1972 gegründete Native Association of Newfoundland and Labrador, die die politische Vertretung der Mi'kmaq, Innu und Inuit in Neufundland und Labrador übernehmen sollte, wurde, nachdem Innu und Inuit 1975 wieder ausgetreten waren, in Federation of Newfoundland Indians umbenannt. Die FNI, die von der Provinzregierung unterstützt wurde, umfasste sechs Mi’kmaq Bands, nämlich die Benoits Cove (Elmastogoeg), die Corner Brook Indian Band, die Flat Bay Indian Band, die Gander Bay Indian Band, die Glenwood und die Port au Port Indian Band. Die Provinzregierung unterstützte die Organisation, die nun ausschließlich Bands aus Neufundland vertrat, die Bundesregierung gestattete es, einen Antrag auf Anerkennung nach dem Indian Act zu stellen.
Doch erst 1987 wurden die Miawpukek als erster Indianerstamm nach dem Indianergesetz anerkannt, zugleich wurde ihnen am Conne River ein Reservat zuerkannt. Danach blieb jahrzehntelang unklar, ob die Anerkennung weiterer Stämme bei der Provinz oder der Bundesregierung lag. Ab 2003 wurde der Antrag so betrieben, dass zwar eine Anerkennung erfolgen sollte, jedoch ohne Anspruch auf Reservate. 2011 erfolgte die formale Anerkennung der übergreifenden Qalipu First Nation, analog zur Anerkennung der Métis. Nachdem rund 100.000 Aufnahmeanträge eingegangen waren, änderte die Regierung das Verfahren und beanspruchte eine Einzelfallprüfung. Auch der Große Rat der Mi’kmaq von Neuschottland wehrte sich gegen die übergroße Zahl von Aufnahmen in den neu gegründeten Stamm, der nach seiner Ansicht keinerlei legitime indigene Grundlage besaß.[78] 2017 waren es dementsprechend nur 18.044 Anträge, die anerkannt wurden, die Stammesliste von 2018 umfasste 18.575 Mitglieder.
Auf dieser Grundlage erkannte der Große Rat der Mi’kmaq im November 2019 gleichfalls den Stamm als First Nation der Mi’kmaq an. Eine Delegation des Großen Rates, bestehend aus Grand Chief Norman Sylliboy, Grand Keptin Antle Denny und Elder Stephen Augustine wurde vom Qalipu Chief Brendan Mitchell in Corner Brook empfangen.[79] 2021 lebten die inzwischen rund 24.000 Angehörigen in 67 Gemeinden.
Politische Organisation und Repräsentation in Kanada und den USA
BearbeitenFirst Nations bzw. Premières Nations der Mi’kmaq
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Heute gibt es an die vierzig First Nations der Mi’kmaq in Kanada – eingerechnet sind die Gruppen auf Neufundland – sowie einen auf Bundesebene anerkannten Stamm im benachbarten Maine, die sich unter Berücksichtigung der historischen sieben (später acht) Distrikte den folgenden First Nations zurechnen lassen:
Segepenegatig (Distrikt: Sipekne’katik, Sipeknékatikik – mittleres Neuschottland)
- Millbrook First Nation,[80] Wékopekwitk, We’kopekwitk oder Wagobagitik – „End of the Water’s Flow“, verballhornt durch Akadier zu Cobequid. Es bezeichnet die Region rund um die gleichnamige Cobequid Bay sowie um den Verwaltungssitz, die heutige Stadt Truro, südlich des Salmon River im Colchester County. Indianerreservate: Millbrook #27 (8 km östlich von Truro), Beaver Lake #17 (78,4 km südöstlich von Kjipuktuk) – „Großer Hafen“, d. h. Halifax, Sheet Harbour #36 (91,2 km nordöstlich von Halifax), Truro #27A (grenzt an die südliche Stadtgrenze von Truro), Truro #27B, Truro #27C, Cole Harbour #30 (9,6 km östlich von Halifax). Insgesamt leben dort 1.345 Personen, im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 2494, davon 1011 in Reservaten[81].
- Sipekne’katik,[82] früher auch als Shubenacadie First Nation oder als L’nu Si’puk (Indian Brook First Nation) bekannt, Sipekníkatik oder Sipeknékatikik – „wild po’tato area“. Die zweitgrößte First Nation in Neuschottland besteht ca. 48 km südlich von Truro mit dem Verwaltungssitz in Shubenacadie. Reservate: Shubenacadie #13 (32 km nördlich von Halifax), Indian Brook #14 (29 km südwestlich von Truro), Pennal #19 (67 km nordwestlich von Halifax) und New Ross #20 (64 km nordwestlich von Halifax). Dort lebten 2.502 Personen. Im Juli 2026 waren als Angehörige (registered population) anerkannt: 3118, davon 1446 in Reservaten.[83]
- Annapolis Valley First Nation.[84] Kampalijek, die Reservate der First Nation liegen im Annapolis Valley im Südwesten von Neuschottland. Sie lebten entlang des Annapolis River (Taooopskik – „the river runs out between rocks“), Verwaltungssitz: Cambridge Station, King’s County. Reservate: Cambridge #32 (88 km nordwestlich von Halifax), St. Croix #34 (46,4 km nordwestlich von Halifax). Einwohnerzahl: 270, im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 334, davon 124 in Reservaten[85]
- Glooscap First Nation[86] benannt nach dem Kulturheros Gluskap (Glooscap), Pesikitk – „place where meat is sliced and dried“, bis 2001 als Horton First Nation bekannt,[87] ihr Reservat befindet sich im Annapolis Valley, Verwaltungssitz: Hantsport, gegen 1800 wurde ihnen Land zugewiesen, als zudem 1880 die Annapolis Valley First Nation gebildet wurde, gab es 160 Mi’kmaq in zwei – ca. 30 km entfernten – Siedlungen (eine nahe Hantsport, die andere nahe Berwick); bald jedoch fühlten sich diejenigen nahe Hantsport (heutige Glooscap First Nation) benachteiligt, so dass sich im Juni 1984 die beiden Gemeinden trennten, und die Glooscap First Nation die dreizehnte Mi’kmaw Band in Neuschottland wurde. Reservat: Glooscap #35 (68,8 km nordwestlich von Halifax), Verwaltungssitz: Hantsport, Bewohner (2008): 304. Im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 456, davon 108 in Reservaten.[88]
Esgigeoag (auch Esgigiag, Distrikt: Eskikewa’kik, Eskíkeawag, Esge’gewa’gi – Osten von Neuschottland)
- Paqtnkek Mi’kmaw Nation[89] (Paq’tnkek oder Paqtnkek – „an der Bucht“, vormals auch als Afton Mi’kmaq First Nation[90] bekannt, wohnt die First Nation im Antigonish County 24 km östlich von Antigonish im Nordosten der Provinz, Verwaltungssitz: Afton Station, Antigonish County. Reservate: Pomquet – Paq’tnkek #23 (24 km östlich von Antigonish), Franklin Manor #22 (32 km südwestlich von Amherst), Summerside #38 (18 km östlich von Antigonish), Bewohner: 552). Im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 612, davon 458 in Reservaten.[91]
Gespopoitnag, auch Gespogoitg, Distrikt: Kespukwitk – Westen von Neuschottland sowie Teile des angrenzenden Maine, wurden von den Franzosen als Souriquois – „salt water men“ bezeichnet.
- Acadia First Nation[92] (Malikiaq), Verwaltungssitz: Yarmouth, Reservate: Gold River #21 (60,8 km westlich von Halifax), Medway #11 (108,8 km südwestlich von Halifax), Ponhook Lake #10 (115,2 km südwestlich von Halifax), Wildcat #12 (111 km südwestlich von Halifax), Yarmouth #33 (3,2 km östlich von Yarmouth). Im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 2110, davon 299 in Reservaten.[93]
- Mi’kmaq Nation[94] (Ulustuk, abgeleitet von W’alustuk (Welàstekw oder Wolastoq – „schöner oder glänzender Fluss“), dem Maliseet-Namen für den Saint John River, diese nannten sich daher auch W’olastiquiyik (Welastekwíyek – „Volk am schönen (glänzenden) Fluss“). Sie wurden am 26. November 1991 als einzige Gruppe der Mi’kmaq auf Bundesebene als Stamm (Pastunkeywa’kik/Pastung oder Bostoonkawaach/Bostoon genannt, abgeleitet von Boston) anerkannt (als federally recognized tribe). Die meisten Stammesmitglieder leben in den heutigen Städten Caribou, Houlton, Presque Isle sowie anderen Gemeinden im Nordosten von Maine, da der Stamm zwar über weit verstreute Parzellen von Land verfügt, jedoch keine eigene Reservation hat. Allerdings kauft der Stamm Land.[95] Außerdem bedeutete die Anerkennung, dass sie als US-Bürger nicht mehr ohne weiteres die Grenze nach Kanada überschreiten konnten, ebenso umgekehrt. Verwaltungssitz ist: Presque Isle, Aroostook County, Angehörige: mehr als 1.500)
- Bear River First Nation[96] (L’setkuk, L’sitkuk, Ls’tgug, sprich: ‚elsetkook‘ – „flowing along by high rocks“ oder „water that cuts through“ ist die Bezeichnung für den Bear River (oder Elsetkook),[97] früher auch als L’sitkuk band oder manchmal als Muin Sipu bekannt, heute vermehrt auch L’setkuk First Nation, befindet sie sich im Annapolis Valley zwischen den Städten Annapolis Royal und Digby, früher war L’sitkuk auf Grund seiner Lage – alte Wasserhandelsrouten verbanden die Atlantikküste mit dem Inland –, ein zentraler Sammel- und Handelsplatz für die Mi’kmaq, zudem war er auch ein bedeutender Treffpunkt der Wabanaki-Konföderation, einer politisch-kulturellen Allianz zwischen den Penobscot (Penawapskewi), Passamaquoddy (Pestomuhkati), Maliseet (Wolastoqiyik), Abenaki und Mi’kmaq. Verwaltungssitz: Bear River, Reservate: Bear River #6 (17,6 km südöstlich von Digby), Bear River #6A (9,6 km südöstlich von Annapolis Royal), Bear River #6B (6,4 km südöstlich von Annapolis Royal)). Im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 404, davon 120 in Reservaten.[98]
Piktuk aqq Epekwitk (auch als Epegwitg aq Pigtug bekannt)

- Pigtogeog (auch Pigtog, Distrikt: Piwktuk, Piktukewaq – Pictou County im Nordosten von Nova Scotia gegenüber von Prince Edward Island)[99]
- Pictou Landing First Nation[100] (Puksaqtéknékatik, Puksaqte’kne’katik, leben nahe Pictou (Piktuk – „explodierendes Gas“), am Südufer der Northumberlandstraße in Pictou County. Reservate: Fisher’s Grant #24 (9,6 km nördlich von New Glasgow), Fisher’s Grant #24G (3,2 km südöstlich von Pictou Landing), Boat Harbour #37 (8 km nördlich von New Glasgow), Merigomish Harbour #31 (12,8 km östlich von New Glasgow), Franklin Manor #22 (32 km südöstlich von Amherst, teilen dies mit der Paqtnkek Mi’kmaw Nation), Verwaltungssitz: Trenton). Im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 701, davon 535 in Reservaten[101]
- Epegoitnag (auch Epeggoitg, Distrikt: Epelwik, Epekwitk – Prince Edward Island)
- Lennox Island First Nation[102] (L’nui Mnikuk), Reservat: Lennox Island (24 km nördlich von Summerside) auf Prince Edward Island, Verwaltungssitz: Lennox Island. Im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 1117, davon 417 in Reservaten[103]
- Abegweit First Nation[104] (Epekwitk), Verwaltungssitz: Scotchfort auf Prince Edward Island. Reservate: Morell #2 (38,4 km nordöstlich von Charlottetown), Rocky Point #3 (südlich des Hafens von Charlottetown), Scotchfort #4 (24 km nordöstlich von Charlottetown). Im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 411, davon 235 in Reservaten.[105]
Onamag (auch Onamagig, Distrikt: Wunama’kik, Unamákik, Unamáki, Oonamaagik – Kap-Breton-Insel)[106]
- We’koqma’q[107] (Wékoqmáq, We’koqma’q – „head of the waters“), leben auf Cape Breton Island, benachbart dem Dorf Whycocomagh, am Westufer des Bras d’Or Lake, Neuschottland, Verwaltungssitz: Whycocomagh, Reservate: Whycocomagh #2 (70,4 km westlich von Sydney), We’koqma'q (20 % des IR Malagawatch #4, 62,4 km südwestlich von Sydney). Im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 1143, davon 1044 in Reservaten.[108]
- Wagmatcook First Nation[109] (Wagmitkuk, Waqam'tgug, Wagmatcook – „clean wave“ oder „where water flows clean“, ein Verweis auf den Wagmatcook River (auch als „Middle River“ bezeichnet) und den Bras d’Or Lake. Die First Nation befindet sich ca. 9 km südwestlich von Baddeck, das am Westufer des Bras d’Or Lake liegt, im Zentrum der Kap-Breton-Insel und ist vielleicht die älteste dauerhafte Mi’kmaq-Siedlung in Neuschottland. Verwaltungssitz: Wagmatcook, Reservate: Wagmatcook #1 (51,2 km westlich von Sydney), Margaree #25 (68,8 km nordwestlich von Sydney), Malagawatch #4 (wird von 5 First Nations geteilt, daher je 20 %, 62,4 km südwestlich von Sydney)). Im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 945, davon 735 in Reservaten.[110]
- Eskasoni First Nation[111] (Eskisoqnik oder We’kwistoqnik – „where the fir trees are plentiful“, Verwaltungssitz: Eskasoni, die First Nation lebt entlang des Ufers des Bras d’Or Lakes im Osten von Cape Breton Island. Die Eskasoni First Nation stellt die größte Gruppe von aktiven Mi’kmaq-Sprechern, Reservate: Eskasoni #3, Eskasoni #3A (beide 40 km südwestlich von Sydney), Malagawatch #4 (20 % des Reservats, 62,4 km südwestlich von Sydney)). Im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 4819, davon 4102 in Reservaten.[112]
- Membertou First Nation[113] (benannt nach dem Grand Chief Maupeltuk (besser bekannt als Henri Membertou, 1510–1611). Die First Nation befindet sich nur 3 km vom Stadtzentrum des Verwaltungssitzes Sydney entfernt, jedoch innerhalb der Stadtgrenze, Membertou ist somit eine sogenannte urban First Nation community. Bis 1916 befand sich das Reservat (offiziell: Kings Road Reserve) unmittelbar an der Kings Road am Hafen von Sydney, Verwaltungssitz: Sydney, Reservate: Membertou #28B (1,6 km südlich von Sydney), Caribou Marsh #29 (8 km südwestlich von Sydney), Sydney #28A (1,6 km nordöstlich von Sydney), Malagawatch #4 (20 % des Reservats, 62,4 km südwestlich von Sydney)). Im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 1721, davon 1059 in Reservaten[114]

- Potlotek First Nation[115] (vormals Chapel Island (= Potlotek) First Nation, bezeichneten sich auch als Pastukopajitkewe’kati – „Sea Cow Place“, einem weiteren Namen von Potlotek (Chapel Island), ihr Reservat grenzt an Pitu’pa’q („Inneres Meer“, oder Pitu’pok – „Salzwasser“, dem Bras d’Or Lake), Potlotek (Chapel Island) selbst ist ca. 270 m entfernt von der gleichnamigen Siedlung, auf Chapel Island (auch Mniku) befand und befindet sich der Mi’kmaq Grand Council (Großer Rat der Mi’kmaq), zudem findet im Juli/August auf der sonst unbewohnten Insel die Pilgerschaft der St. Ann statt, der Patronin der Mi’kmaq. Verwaltungssitz: Chapel Island, Reservate: Chapel Island #5 (68,8 km südwestlich von Sydney), Malagawatch #4 (20 % des Reservats, 62,4 km südwestlich von Sydney)). Im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 871, davon 380 in Reservaten.[116]
Sigenigteoag (auch Sigenitog, Distrikt: Siknikt, Sikniktuk, Sikniktewag, Signigtewágig, Sgnuoptijg – im Einzugsgebiet des Miramichi River sowie der Atlantikküste in Neubraunschweig)
- Esgenoôpetitj First Nation[117] (Eskinuopitijk, Eskɨnuopitijk, Esgenoopetitj), oftmals noch unter dem früheren Namen Burnt Church First Nation bekannt. Der Name Burnt Church – „verbrannte Kirche“ rührt daher, dass während der Kriege zwischen Briten und Franzosen, die Mi’kmaq zahlreiche Akadier versteckten und die Briten daraufhin im Rahmen einer Kampagne zur Zerstörung der Siedlungen 1758 die Kirche niederbrannten. Verwaltungssitz: Burnt Church, Neubraunschweig, Reservate: Burnt Church #14 (32 km nordöstlich von Chatham, einem Stadtteil von Miramichi), Tabusintac #9 (40 km nordöstlich von Chatham), Pokemouche #13 (64 km östlich von Bathurst (Nepisiguit), an der Mündung des Nepisiguit River in die Chaleur-Bucht). Im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 1980, davon 1397 in Reservaten.[118]
- Elsipogtog First Nation[119] (Elsipogtog oder L’sipuktuk – „River of Fire“, das Gebiet war auch als „Festung des Sikniktuk-Distriktes“ bekannt sowie Jagd- und Wohngebiet des Mi’kmaq-Clans Alguimou (L’kimu), manchmal auch als Mesgiig Oelnei, Meski’k Walney oder Pekwotapaq bezeichnet, den verschiedenen Mi’kmaq-Bezeichnungen für Big Cove, daher vormals Big Cove Band genannt. Verwaltungssitz: Elsipogtog First Nation (Big Cove), Neubraunschweig, Reservate: Richibucto #15 (8 km südwestlich von Rexton, am Richibucto River, früher: „Big Cove Reserve“, jetzt meist: „Elsipogtog“ oder „L’sipuktuk“ genannt), Soegao #35 (5 km westlich von Moncton)). Im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 3682, davon 2840 in Reservaten.[120]
- Tjipõgtõtjg First Nation (früher Buctouche Micmac)[121] (auch Puktusk ili Tjipogtotjg, auch Council of Buctouche Mi’kmaq Band. Die heutige First Nation befindet sich im Kent County im östlichen Neubraunschweig, ca. 3,2 km südwestlich ihres Verwaltungssitzes Buctouche). Im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 126, davon 80 in Reservaten.[122]
- Natoaganeg First Nation (früher: Eel Ground First Nation)[123] (Natuaqanek, Natoageneg, Natuaqaneg, die Reservate der First Nation liegen entlang des Miramichi River im Norden der Provinz in unmittelbarer Nachbarschaft zur Stadt Miramichi, Verwaltungssitz: Eel Ground, Reservate: Eel Ground #2 (4,8 km westlich von Newcastle), Big Hole Tract #8 (20,8 km westlich von Newcastle), Renous #12 (südliche Hälfte des Reservats, 27,2 km westlich von Newcastle)). Im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 1154, davon 602 in Reservaten[124]
- Amlamgog First Nation, auch Fort Folly First Nation[125] (bis Mitte des 20. Jahrhunderts bewohnten sie das Fort Folly Indian Reserve #27 (jetzt: „Former Mi’kmaq Reserve at Beaumont“ oder „Former Fort Folly Reserve“))[126] am Ostufer des Petitcodiac River (Petkootkweak genannt) nahe dem Dorf Beaumont; das Gebiet des früheren Reservats sowie das Flussgebiet des Memramcook River war einst ein bedeutendes Siedlungsgebiet der Mi’kmaq und als Kwesawék Amlamkuk – „the delta where the multicoloured rivers meet“ bekannt, die First Nation lebt heute in einem Reservat, das ca. 13 km westlich von Sackville sowie ca. 40 km östlich von Moncton liegt, Verwaltungssitz: Dorchester, Reservat: Fort Folly #1 (1,6 km südöstlich von Dorchester). Im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 135, davon 31 in Reservaten.[127]
- Indian Island First Nation[128] (Lnui Menikuk oder Elno Minigo, die heutige First Nation befindet sich im Kent County im östlichen Neubraunschweig, Reservat: Indian Island #28 (8 km nordöstlich von Rexton), Verwaltungssitz: Indian Island). Im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 219, davon 114 in Reservaten.[129]
- Metepenagiag Mi’kmaq Nation[130] (bis 2001 als Red Bank First Nation bekannt, die Reservate der First Nation liegen im Einzugsgebiet des Miramichi River mit dem Zentrum Red Bank (Metepnákiaq oder Metepenagiag – „Where Spirits Live“ genannt) an der Mündung des Little Southwest Miramichi River in den Northwest Miramichi River, ca. 25 km nordwestlich von Miramichi, Verwaltungssitz: Red Bank Reservate: Red Bank #4 (22,4 km westlich von Newcastle), Red Bank #7 (24 km westlich von Newcastle), Big Hole Tract #8 (20,8 km westlich von Newcastle), Point #1 (die nördliche Hälfte des Reservats, 19,2 km westlich von Newcastle)). Im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 717, davon 452 in Reservaten.[131]
Gespegeoag (auch Gespegiag, Distrikt: Gepeg, Kespek – „letztes Land“, Kespékewaq, Kespoogwitunak, Gespe’gewa’gi – „zuletzt erworbenes Land“, d. h. die Gaspésie. Bei Ankunft der Franzosen begannen die Mi’kmaq gegen Ende des 16. Jahrhunderts westwärts entlang der Gaspé-Halbinsel sowie des Sankt-Lorenz-Stroms auf die Gebiete der Mohawk zu expandieren, daher nannten sie die eroberte Halbinsel Kespek oder Gespe’gewa’gi („zuletzt erworbenes Land“). Entlang des Sankt-Lorenz-Stroms (Maqtugweg genannt) entstand ein weites Netzwerk von Wasserwegen im Landesinneren von Québec, im Osten bis zur Chaleur-Bucht (Mawi Poqtapeg). Sie jagten gelegentlich auch auf Natigasteg – „foreground“, „prominent position“ (Anticosti)[132] sowie im Süden bis zum Miramichi in Neubraunschweig).
- Gesgapegiag First Nation[133] (auch Micmacs of Gesgapegiag, die First Nation befindet sich ca. 56 km östlich von Restigouche in Québec, zwischen den First Nations von Listuguj und Gespeg, am Rivière Cascapédia. Die heutige Siedlung wurde offiziell 1850 errichtet, jedoch hatten die Mi’kmaq entlang des Rivière Cascapédia seit Jahrhunderten bereits gelebt und das Gebiet rund um die heutige Siedlung Gesgapegiag war ein sehr bedeutender Teil des traditionellen Stammesgebietes des Distrikts von Gespe’gewa’gi,[134] diese Gruppe benannte sich nach dem Rivière Cascapédia als Keskapekiaq, Gesgapegiag – „da wo der Fluss sich weitet“, „mächtiger Strom“, „großer Fluss“, Verwaltungssitz: Maria (auch: Gesgapegiag), Québec). Im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 1732, davon 741 in Reservaten.[135]
- La Nation Micmac de Gespeg[136] (auch Première Nation de Gespeg oder Micmac Nation of Gespeg, diese ist eine sogenannte landlose First Nation, daher wohnen rund drei Fünftel ihrer Angehörigen in der Stadt Gespeg an der Südküste der Gaspé-Bucht, zwei Fünftel in Montréal, einst reichte ihr Stammesgebiet von der Gaspé-Bucht bis zum York und Dartmouth, sie streiften auch bis in den Norden der Gaspé-Halbinsel, einschließlich der Umgebung der heutigen Stadt Percé,[137] Verwaltungssitz: Fontenelle). Im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 2178, davon 1 in Reservaten.[138]
- Listuguj Mi’gmag Government[139] (auch Listuguj Mi’gmaq First Nation oder Première Nation de Listuguj, oft nur Listukuj Míkmaq, bezeichnen sich selbst als Gespe’gewaq – „The People of the Last Land“, die Siedlung Listuguj, umgeben von den Bergen der Appalachen, liegt im Südwesten der Gaspésie in Québec, im Süden wird sie vom Restigouche begrenzt, der zugleich die Grenze zur Provinz Neubraunschweig bildet. Bis 1745 befand sich ihre Siedlung, Tigog genannt, am Südufer des Restigouche bei Sugarloaf Mountain, an der Stelle des heutigen Atholville,[140] ihr ehemaliges Stammesgebiet umfasste das große Einzugsgebiet sowie das gezeitengeprägte Delta des Restigouche bis zur Chaleur-Bucht (Mawi Poqtapeg), sie bezeichneten den Fluss als ‘Listuguj’ – „Zerteilt das Land, wie die fünf Finger die Hand“ (gemeint ist der Restigouche sowie seine fünf mündungsnahen Zuflüsse: der Kedgwick River, Matapédia, Patapédia und der Upsalquitch), daher wurden sie vormals als Restigouche River Micmac oder Mickmakis de rivière Ristigouche bezeichnet. Sprache: Listugujewa’tuet-Dialekt von Mi’gmaw, Englisch und Französisch, Verwaltungssitz: Listuguj). Im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 4463, davon 2105 in Reservaten[141]
- Eel River Bar First Nation[142] (Oqpíkanjik, Ugpi’ganjig, auch Council of Eel River Bar, Verwaltungssitz: Eel River Bar in Neubraunschweig, Reservate: Eel River #3 (3,2 km südlich von Dalhousie), Moose Meadows #4 (32 km südlich von Dalhousie), Indian Ranch (2,4 km südlich von Dalhousie)). Im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 921, davon 376 in Reservaten[143]
- Pabineau First Nation[144] (auch: Première Nation de Pabineau, bezeichnen sich selbst als Oinpegitjoig L’Noeigati, auch bekannt als Kékwapskuk oder Ge’goapsgog, das Reservat Pabineau #11 befindet sich 8 km südlich von Bathurst). Im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 411, davon 158 in Reservaten.[145]
Tagamgoog (auch Taqamkukewa’q, Distrikt: Taqamkuk, Ktaqamkuk – „Land Across the Water“ – südliches Neufundland)
- Miawpukek First Nation[146] (Miawpukek Mi’kamawey Mawi’omi, Miawpukwek – „Middle River“, auch als Mi’kmaq of Taqmkuk (Neufundland) bekannt, vormals als Conne River Micmac bekannt, waren nach eigenen Angaben eng mit den Pi’tow’ke oder Pi’tawkewaq („flussaufwärts“, aus dem Mi’kmaq: Pi’tow’ke waq na nin – „Wir kommen vom Land flussaufwärts“, Beothuk)[147] verwandt. Neben Beothuk haben sie auch Innu, Abenaki sowie Europäer (vermutlich Akadier) als Vorfahren, lebten und leben entlang der Südküste von Neufundland, Verwaltungssitz: Conne River, Reservat: Samiajij Miawpukek (Conne River), ca. 224 km südlich von Gander, 16,66 km²). Im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 3171, davon 838 in Reservaten[148]
- Qalipu Mi’kmaq First Nation[149] (Qalipu – „Karibu“, sprich: ‚hal-lay-boo‘), oftmals auch Qalipu Mi’kmaq First Nation Band (QMFNB) genannt, da die First Nation aus neun Bands (oder First Nations) besteht, die jeweils einen ward (Bezirk/Verwaltungssitz der jeweiligen Band) für die Wahl des Band Councils (Stammesrates) repräsentieren, Verwaltungssitz: Corner Brook. Im Juli 2026 als Angehörige (registered population) anerkannt: 26.940, davon 5 in Reservaten.[150]
- Elmastogoeg First Nations[151] (bis 2003 Benoit First Nation (Penwa’ Mawi-Amskwesewey L’nue’kati) oder Benoits Cove First Nations, bis 1980 Teil der St. George Indian Band, die Gemeinden der First Nation befinden sich im Südwesten der Port au Port Peninsula (Payun Aqq Payunji'j), ihr Name leitet sich von Elmastukwek ab, der Bezeichnung der Bay of Islands.[152] Verwaltungssitz (Bezirk): Degrau)
- Corner Brook Indian Band (Verwaltungssitz (Bezirk): Corner Brook)
- Flat Bay Mi’kmaq Band[153] (vormals: Flat Bay Indian Band genannt, Verwaltungssitz (Bezirk): Flat Bay)

- Gander Bay Indian Band (leben an der Gander Bay sowie entlang des Gander River (Akilasiye’wa’kik genannt) und des Gander Lake (Akiilasiye’wa’kik Qospem genannt) in der Mitte von Neufundland, Verwaltungssitz (Bezirk): Gander Bay, Angehörige (Stand: 2009): 315 (hiervon 150 außerhalb der Siedlung))
- Glenwood Mi’kmaq First Nations[154] (die Stadt Glenwood am Gander River (Akilasiye’wa’kik genannt) liegt ca. 24 km westlich von Gander im Nordosten von Neufundland), jagten entlang des Gander River und am Gander Lake (Akiilasiye’wa’kik Qospem genannt), sowie zwischen Glenwood und der Gander Bay. Sie leben in der Mitte von Neufundland. Verwaltungssitz (Bezirk): Glenwood.
- L’nuk of the Port au Port Peninsula,[155] auch Port au Port Indian Band (Pukt aq Pukt Kwe’sawe’k oder PoPayun Aqq Payunji’j Mi’kmaq – „Bewohner der Port au Port Peninsula (Payun Aqq Payunji’j genannt)“, leben heute an der Westküste von Neufundland. Verwaltungssitz (Bezirk): Port au Port)
- Sple’tk First Nation (SFN)[156] (vormals Exploits Indian Band, lebten von der Elch- und Karibu-Jagd sowie von Fischfang – insbesondere Lachs – entlang des Exploits River sowie am Beothuk Lake (bis November 2021 bekannt als „Red Indian Lake“; benannt nach den vormals hier siedelnden als Red Indians bezeichneten Beothuk) in Neufundland, Verwaltungssitz (Bezirk): Grand Falls-Windsor, Angehörige: 1.600)
- St. George’s Mi’kmaq[157] (lebten im Tal des Codroy River (Miawpukwek – „Middle River“ genannt),[158] entlang des St. George’s River (Nujio'qon(i)ik genannt) sowie rund um die Bay St. George zwischen der Bay of Islands und Port aux Basques (Siinalk genannt) an der Südwestküste von Neufundland, bezeichneten sich nach der Bay St. George als Noywa’mkisk,[159] meist heute jedoch Nujio’qonik – „where the sand is blown up by the wind“, Verwaltungssitz (Bezirk): St. George’s (Nujio’qon), Angehörige: ca. 2.200)
- Indian Head First Nations[160] (Ilnu Wunji Mi’kamawey Mawi’omi, vormals: Stephenville/Stephenville Crossing Band, Verwaltungssitz (Bezirk): Stephenville Crossing)
Tribal Councils (Stammesräte) der Mi’kmaq
BearbeitenConfederacy of Mainland Mi’kmaq (CMM) („Mainland“ meint hier das neuschottländische Festland, 1986 von der Union of Nova Scotia Mi’kmaq/Indians abgespalten)[161]
- Annapolis Valley First Nation
- Bear River First Nation
- Glooscap First Nation
- Millbrook First Nation
- Pictou Landing First Nation
- Paqtnkek Mi’kmaw Nation
- Sipekne’katik First Nation
- Wasoqopa’q First Nation
Mawiw Council (seit 1989/1992), Neubraunschweig[162]
- Esgenoôpetitj First Nation (auch: Burnt Church First Nation)
- Elsipogtog First Nation
- Neqotkuk First Nation (Tobique)
Mi’gmawei Mawiomi Secretariat (MMS) („Mi’gmaq of Gespe’gewa’gi“)[163]
- Gesgapegiag First Nation
- La Nation Micmac de Gespeg
- Listuguj Mi’gmag Government – auch Mitglied des Gespe’gewa’gi Institute of Natural Understanding (GINU)[164]
Mi’kmaq Confederacy of PEI (seit 2002, PEI steht für Prince Edward Island)[165]
- Lennox Island First Nation
- Abegweit First Nation
North Shore Micmac District Council (gegründet 1987)[166] und Union of New Brunswick Indians ((NBICC))[167]
- Tjipõgtõtjg (Buctouche) First Nation
- Natoaganeg (Eel Ground) First Nation
- Amlamgog First Nation (Fort Folly)
- L’nui Menikuk (Indian Island) First Nation
- Metepenagiag Mi’kmaq Nation
- Eel River Bar First Nation – auch Mitglied des Gespe’gewaq Mi’gmaq Resource Council (GMRC)
- Oinpegitjoig (Pabineau) First Nation – auch Mitglied des Gespe’gewaq Mi’gmaq Resource Council (GMRC)
- Ugpi’ganjig First Nation
Union of Nova Scotia Mi’kmaq (gegründet 1969)[168]
- Acadia First Nation
- Shubenacadie First Nation
- Waycobah First Nation
- Wagmatcook First Nation
- Eskasoni First Nation
- Membertou First Nation
- Potlotek First Nation
Independent First Nations (die beiden Gruppen aus Neufundland und die eine aus Maine sind nicht auf dieser Website)[169]
- Miawpukek First Nation
- Qalipu Mi’kmaq First Nation
- Aroostook Band of Micmacs
Wissenschaftliche Einrichtungen, Rezeption
BearbeitenForschungseinrichtungen und Museen
BearbeitenUniversitäten
Bearbeiten- Mi'kmaq and Indigenous Relations, Einrichtung an der Dalhousie University in Halifax
- Indigenous Initiatives, Cape Breton University in Sydney
- Teliaq ta’n Teluek Strategic Research & Innovation Plan 2026–2031, Saint Francis Xavier University
- Chaire de recherche du Canada en traduction et colonialisme an der Université de Moncton
- Department of Anthropology, University of New Brunswick[170]

Museen
Bearbeiten- Kanadas Nationalmuseum für Geschichte und Gesellschaft
- National Museum of the American Indian
- National Indigenous Residential School Museum of Canada
- Nova Scotia Museum mit seiner Sammlung Mi'kmaw Cultural Heritage
- Nova Scotia Museum of Natural History
- Site d’interprétation de la culture Micmac de Gespeg
- Canadian Canoe Museum
Wahrnehmung in Kunst und Kultur
BearbeitenDie Mi’kmaq zählen in Mitteleuropa, im Gegensatz zu Frankreich, zu den weniger bekannten Indianergruppen Nordamerikas. Daher spielen sie in der populären Kultur nur eine geringe Rolle im Vergleich zu anderen Ethnien, und dieser Einfluss ergibt sich eher aus den Einflüssen angelsächsischer und französischer Künstler und Autoren.
Die französische Fernsehserie Abenteuer einer Lady (Les Aventuriers du Nouveau-Monde) handelte hauptsächlich davon, dass ein Unterhändler im Rahmen des Siebenjährigen Krieges die Mi’kmaq als Verbündete der Briten gewinnen sollte. Die Serie wurde 1987 ausgestrahlt.
Im Roman Friedhof der Kuscheltiere von Stephen King spielt eine Begräbnisstätte der Mi’kmaq im Nordosten der USA eine zentrale Rolle und auch die Mi’kmaq finden Erwähnung im Buch. Im Roman Aus hartem Holz von Annie Proulx spielt die Geschichte einer Mi‘kmaq-Familie ebenfalls eine zentrale Rolle und deren Leben inmitten der Kolonisation.
1990 schuf der US-amerikanische Künstler Richard Serra ein Werk zu Ehren des Stammes: Mic Mac (No. 1), Ölkreide auf Leinwand, 190,5 × 344 × 7 cm.[171]
Quellen und Quelleneditionen
Bearbeiten
Die wichtigste Quellenedition, vor allem für die frühe koloniale Epoche, also die französische Zeit, stellen die Jesuitenberichte oder -relationen dar.
- William C. Wicken, John G. Reid: An overview of the eighteenth century treaties signed between the Mi’kmaq and Wuastukwiuk Peoples and the English Crown, 1693–1928. Report submitted to Land and Economy Royal Commission on Aboriginal Peoples 1996, Department of History, Saint Mary’s University. (online, PDF)
- Zahlreiche Quellen finden sich auf der Website canadiana.ca (englisch, französisch)[172]
- The Micmac Messenger / Setaneoei. Migmaoi Solnaltjitj, die Zeitung in der Sprache der Mi’kmaq, erschienen 1908 bis 1942.[173]
- Andrea Amelinckx: A Mi'kmaq Source Book on Treaty Rights and Human Rights with Particular Emphasis on Harvesting, PEI Human Rights Committee, Subcommittee of the Mi'kmaq Grand Council, 1994.
- Chrestien Le Clercq: Nouvelle relation de la Gaspésie, Paris 1691 (darin werden die Indigenen als „Sauvages“ bezeichnet, die Inuit als „Eskimaux“). (Google Books)
- An account of the customs and manners of the Micmakis and Maricheets savage nations, now dependent on the government of Cape-Breton, London 1758 (den Angaben zufolge nach einem unveröffentlichten Manuskript eines französischen Missionars, später Antoine Simon Maillard zugeschrieben) (Canadiana)
- Walter Bromley: An account of the aborigines of Nova Scotia called the Micmac Indians, London 1822. (Canadiana)
- Silas Tertius Rand: A short statement of facts relating to the history, manners, customs, language, and literature of the Micmac tribe of Indians, in Nova-Scotia and P.E. Island, James Bowes & Son, Halifax 1850. (Canadiana)
Literatur
BearbeitenÜberblickswerke
Bearbeiten- Bernard Gilbert Hoffman: The historical ethnography of the Micmac of the sixteenth and seventeenth centuries, Teil 1: Introduction (online, PDF), Teil 2: History of Acadia and the Micmac (online, PDF), Teil 3: Micmac Tribal Identity and Affiliations (online, PDF), Teil 4: Micmac Ecology, S. 112–261 (online, PDF)
- Stephen A. Davis: Mi’kmaq. Peoples of the Maritimes, Nimbus Publishing, 1998, ISBN 1-55109-180-1.
- Harald E. L. Prins: The Mi’kmaq. Resistance, Accommodation, and Cultural Survival (Case Studies in Cultural Anthropology), Thomson Learning, 1996, ISBN 0-03-053427-5.
- Ruth Holmes Whitehead: The Old Man Told Us. Excerpts from Mi’kmaq History 1500–1950, Nimbus, 2004, ISBN 0-921054-83-1.
- Tim Bernard, Leah Morine Rosenmeier, Sharon Farrell (Hrsg.): Ta’n Wetapeksi’k. Understanding from Where We Come, Confederacy of Mainland Mi’kmaq, Truro 2011.
- Emily E. Wells, Kara Pictou, Melanie Zurba, Kate Sherren: Mi’kmaw lessons for realigning land relations in Bay of Fundy dykelands and tidal wetlands, in: Ecology and Society 30,4 (Dezember 2025) Artikel n. 54. (online)
Archäologie
Bearbeiten- Matthew W. Betts, M. Gabriel Hrynick: The Archaeology of the Atlantic Northeast, University of Toronto Press, Toronto 2021 (setzt gegen 11.000 v. Chr. ein).
- Bruce Joseph Bourque, Steven L. Cox: Twelve Thousand Years. American Indians in Maine, University of Nebraska Press, 2001.
- Kenneth R. Holyoke, M. Gabriel Hrynick (Hrsg.): The Far Northeast. 3000 BP to Contact, University of Ottawa Press, 2022.
- Christopher Chippindale, R. Alexander Bentley, Herbert D. G. Maschner (Hrsg.): Handbook of Archaeological Theories, Rowman & Littlefield, 2009.
- Julia Diane Harrison, Regna Darnell (Hrsg.): Historicizing Canadian Anthropology, University of British Columbia Press, 2006.
- Kevin Leonard: Mi’kmaq Culture During the Late Woodland and Early Historic Periods, unveröff. Diss., Department of Anthropology, Universität Toronto, 1996. (Untersuchungen im Südosten von Neubraunschweig)
Geschichte
Bearbeiten- Isra Henson: The myth of “pre-history”: The pre-contact history of indigenous North America, thesis, Queen’s University Kingston, 2026 (insbesondere Abschnitt Mi’kmaq Mobility, S. 36–52). (online)
- Thomas Peace: The Slow Rush of Colonization. Spaces of Power in the Maritime Peninsula, 1680–1790, University of British Columbia Press, 2023.
- Daniel N. Paul: We Were Not the Savages. A Mi’kmaq Perspective on the Collision Between European and Native American Civilizations, Fernwood, Halifax 2000, 4. Aufl. 2022 (mit einem Vorwort von Pamela Palmater) ISBN 1-55266-039-7.
- Leslie Jane MacMillan: Mi'kmmey Mawio'mi: Changing Roles of the Mi'kmaq Grand Council from the Early Seventeenth Century to the Present, thesis, Dalhousie University, Halifax 1996 (zur Bedeutung des Mi'kmaq Grand Council und zu Geschichte und Fortbestehen traditionellen, konsensorientierten Politikverständnisses). (online, PDF)
- Françoise Passchier: Le système économique micmac. Perspective ethnohistorique au XVIIe siècle, Université de Montréal, Laboratoire d’archéologie, Montréal 1985.
- Jesse Watkins Coady: Capitalism and Dispossession: The Commodification of the Countryside and the “Improvement” of Mi’kma’ki, 1760–1860, mémoire de maîtrise (Geschichte), Concordia University, 2019.
- William Craig Wicken: The Colonization of Mi’kmaw Memory and History, 1794–1928. The King v. Gabriel Sylliboy, University of Toronto Press, Toronto/Buffalo/London 2012 (Hinführung durch den Autor).
- Yale D. Belanger: Seeking A Seat at the Table: A Brief History of Indian Political Organizing in Canada, 1870–1951, Diss., Trent University, 2005.
- William Craig Wicken: Mi’kmaq Treaties on Trial. History, Land, and Donald Marshall Junior, University of Toronto Press, Toronto 2002, ISBN 0-8020-7665-3.
- Camille Boulianne: Fostering Netukulimk: The Mi’Kmaq Right to Fisheries Conservation and Co-Management, Diss., McGill University, Montreal 2022 (Streit um traditionelle Fischfangrechte).
- Mercedes Peters: We’ve Always Been Here: Tracing Shifts in the Portrayal of Status, Agency and Mi’kmaw Women’s Activism in the Micmac News, 1971–1979, mémoire de maîtrise (arts), Dalhousie University, 2018.
- Leslie Jane McMillan: Mi’kmawey Mawio’mi: Changing Roles of the Mi’kmaq Grand Council, From the Early Seventeenth Century to the Present, mémoire de maîtrise (anthropologie sociale), Dalhousie University, 1996. (online, PDF)
- Rita Joe, Lesley Choyce: The Mi’kmaq Anthology, Nimbus, 2005, ISBN 1-895900-04-2.
- Michelle A. Leliévre: Unsettling Mobility Mediating Mi’kmaw Sovereignty in Post-contact Nova Scotia, University of Arizona Press, Tucson 2017.
- Emily Margaret Goodell: Réception and Indigenous representation: French colonial theatre in Nouvelle France 1606-1727, University of Illinois Urbana-Champaign, 2024. (online)
Regional- und Lokalstudien
Bearbeiten- Andrew Parnaby: The Cultural Economy of Survival: The Mi’kmaq of Cape Breton in the Mid-19th Century, in: Labour / Le Travail 6 (2008) 69–98.
- David Bigaouette: L’État, la politique autochtone et l’évolution socioéconomique des Mi’gmaq de la Gaspésie (1850–1876), mémoire de maîtrise in Geschichte, Université du Québec à Rimouski, 2021.
- Rogue Reeves: Federal Recognition for The Aroostook Band of Micmacs. This StoryMap is about how the Aroostook Band of Micmacs became a federally recognized tribe, Presque Isle 2021.
- Beverley Cave: The petroglyphs of Kejimkujik National Park, Nova Scotia: a fresh perspective on their physical and cultural contexts, Masterarbeit, Dep. of Archaeology, Memorial University 2005. (online)
Mission und Katholizismus
Bearbeiten- Carlo Krieger: The Mi’kmaq Hieroglyphs in Vienna: Christian Kauder and the Leopoldine Society, in: Journal of Austrian-American History 8 (2024) 151–179. (online)
- David Bigaouette: Le missionnaire capucin Pacifique de Valigny, la quête d’une identité religieuse et les manifestations du pouvoir politique traditionnel des Mi’gmaq (1894–1943), Diss. Université de Montréal, 2026. (online)
- Micheline Hughes: Mi’kmaw Catholicism: Oral Tradition, Transculturation, and Resistance in Mi’kma’ki, thèse de doctorat (Philosophie), University of Manitoba, 2023.
Wissenschaftsgeschichte
Bearbeiten- Kathleen J. Bragdon, Larry Nesper: Northeast: Research since 1978, in: Handbook of North American Indians, Bd. 1: Introduction, Smithsonian Institution Press, Washington 2022, S. 480–498 (zu Forschungsentwicklungen seit 1978).
Ältere Werke
Bearbeiten- Bruce G. Trigger (Hrsg.): Handbook of North American Indians, Bd. 15: Northeast, Smithsonian Institution Press, Washington 1978 (Grundlagenwerk, vielfach veraltet). ISBN 0-16-004575-4.
- Ruth Holmes Whitehead: Micmac Quillwork. Micmac Indian Techniques of Porcupine Quill Decoration, 1600-1950, Nova Scotia Museum, 1982.
- Harold Franklin McGee: The Native Peoples of Atlantic Canada. A History of Indian-European Relations, Carleton University Press, Ottawa 1983.
Weblinks
Bearbeiten- Mi’kmaq Resource Guide, Cape Breton University
- Who are the Mi’kmaq? Wenik L’nu’k?, Vorträge, organisiert von der Nova Scotia Human Rights Commission, 2024
- Abfrage „Mi'kmaq (Micmac)“ bei der Smithsonian Institution, bzw. den Smithsonian Online Virtual Archives
- Traditional Mi'kmaq (Micmac) Culture, Website Newfoundland and Labrador der Memorial University of Newfoundland
- Micmac History, auf dickshovel.com, zuletzt überarbeitet am 3. Januar 1999
- Mi’kmaq, Website Mi’kmaq and Maliseet Cultural Objects
- Mi’gmaq/Mi’kmaq Online Talking Dictionary
- Mi’kmaw Pronunciations for Teaching About the Mi’kmaq (zur Aussprache)
- Gaëlle Lussiaà-Berdou: Sur les traces des premiers Canadiens, CBC/Radio-Canada
- Oh Kanata – Islanders bring Mi’kmaq language alive, 2018
- Grand Council's Diminishment of Political Power
- The Mi’kmaw Art of Porcupine Quillwork
- Deckelkörbchen der Mi’kmaq aus dem späteren 19. Jahrhundert, Website der Lübecker Museen
Filmbeiträge
Bearbeiten- Erin Benson, Agnes Gould (Spiritual Advisor), Edner Pelkey, Mary Philbrook (Chief, * 1956, † 2015), Dena Winslow York (Lehrerin, Geschichtsschreiberin): Rediscovering Ourselves: The Aroostook Band of Micmacs, The Aroostook Band of Micmacs, Presque Isle 1997, 60:17 min. (Interviews, auch mit Sara(h) Lund, Donald Sanipass und Wolf Sanders (Elders), Tanja Peters, Amy Fuller u. a. (Youth of the Dawn), Jean Goheen (Director of Arts & Culture an der University of Maine), Lee Faulkner (Künstler), Victoria Higgins (Education Director)
- Land & Sea: The Mi'kmaq journey, CBC News Nova Scotia, 2013
- Stephen Augustine The Story of Membertou’s Baptism, Unama'ki College, 2017, 27:04 min.
- Colin Osmond: Maligomish: Roman Catholicism and the Persistence of Mi'kmaw Culture, Royal Nova Scotia Historical Society, 2022, 47:07 min.
- The People of the Dawn, The Story of Maine, 2003, 26:31 min.
Siehe auch
Bearbeiten- First Nations
- Geschichte der First Nations
- Liste der in Kanada anerkannten Indianerstämme
- Liste indigener Völker Nordamerikas
- International Indian Treaty Council
- Rita Joe und Gail Tremblay (zwei moderne Mi’kmaq-Autorinnen)
- Frederick Johnson (Anthropologe) (1904–1994), bedeutender amerikanischer Anthropologe und Kurator, der zahlreiche Artefakte der Mi’kmaq erwarb und sie nebst einer umfangreichen Fotosammlung der Washingtoner Smithsonian Institution überließ
Anmerkungen
Bearbeiten- ↑ Data tables, 2016 Census, Aboriginal Ancestry Responses; abgerufen am 15. August 2026.
- ↑ An update on the socio-economic gaps between Indigenous Peoples and the non-Indigenous population in Canada: Highlights from the 2021 Census, A Compendium Report to the Department's 2023 Annual Report to Parliament, Website der kanadischen Regierung; abgerufen am 15. August 2026.
- ↑ So etwa gleich zu Anfang des Artikels Micmac in: Carl Waldman: Encyclopedia of Native American Tribes, 3. Aufl., Checkmark Books, New York 2006, S. 164 (erste Auflage 1988).
- ↑ Emily E. Wells, Kara Pictou, Melanie Zurba, Kate Sherren: Mi’kmaw lessons for realigning land relations in Bay of Fundy dykelands and tidal wetlands, in: Ecology and Society 30,4 (Dezember 2025) Artikel n. 54.
- ↑ Camille Boulianne: Fostering Netukulimk: The Mi’Kmaq Right to Fisheries Conservation and Co-Management, Diss., McGill University, 2022, S. 19.
- ↑ James [sákéj] Youngblood Henderson: Mikmaw Tenure in Atlantic Canada, in: Dalhousie Law Journal 18 (1995) 196–294, S. 198, Anm. 8 (online).
- ↑ Ethnologue – Mi’kmaq. Noch bis 2016 hieß es dort „Micmac“ ethnologue.com ( vom 14. August 2016 im Internet Archive).
- ↑ Anne-Christine Hornborg: Mi’kmaq Landscapes. From Animism to Sacred Ecology (= Vitality of Indigenous Religions Series), Ashgate Publishing, Aldershot/Burlington 2008, S. 3.
- ↑ Emmanuel N. Metallic, Danielle E. Cyr, Alexandre Sévigny: The Metallic Mìgmaq-English Reference Dictionary, Les Presses de l’Université Laval, Québec 2005, S. VIII.
- ↑ Daniel N. Paul: We Were Not the Savages. Collision Between European and Native American Civilizations. 3. Auflage. Fernwood Pub, 2007, S. 10.
- ↑ Spelling of Mi’kmaq, Website des Nova Scotia Museum.
- ↑ The Mi’kmaw Resource Guide, archive.org, 30. März 2025.
- ↑ The Nova Scotia Museum’s Míkmaq Portraits database.
- ↑ Paul W.R. Bowlby, Tom Faulkner: Religious Studies in Atlantic Canada: A State-of-the-Art Review, Wilfrid Laurier University Press, Waterloo 2001, S. 86, Anm. 5.
- ↑ Indigenous Language Families: Algonquian languages, Statistics Canada, 31. März 2025, korrigierte Fassung vom 2. September 2025, bzw. Familles de langues autochtones : langues algonquiennes.
- ↑ Nova Scotia, Premier’s Office, 17. Juli 2022 (Mi’kmaw Language Act).
- ↑ Christian F. Feest: Beseelte Welten. Die Religionen der Indianer Nordamerikas (= Kleine Bibliothek der Religionen, 9), Herder, Freiburg/Basel/Wien 1998, S. 192 f.
- ↑ Lnoi Patlias (Hrsg.): Sacred history in Micmac. Micmac Messenger, Restigouche, P.Q. 1921 (Textarchiv – Internet Archive).
- ↑ David Lorenzo Schmidt: The Micmac Hieroglyphs : A Reassessment, in: Papers of the Twenty-Fourth Algonquian Conference, 24, 1993, S. 349.
- ↑ Carl Faulmann: Das Buch der Schrift. Enthaltend die Schriftzeichen und Alphabete aller Zeiten und aller Völker des Erdkreises, Verlag der kaiserlich königlichen Staatsdruckerei, Wien 1878, 2. vermehrte und verbesserte Auflage, 1880 (Digitalisat); erneut in Ders.: Illustrirte Geschichte der Schrift, A. Hartleben, Wien/Pest/Leipzig 1880, S. 232 f. (Digitalisat).
- ↑ Bruce G. Trigger (Hrsg.): Handbook of North American Indians, Bd. 15: Northeast, Smithsonian Institution Press, Washington 1978, Kapitel: Micmac, S. 109 ff.
- ↑ Ingeborg Marshall: Beothuck and Micmac: Re-examining Relationships, in: Acadiensis 17 (1988) 52–82 (online, PDF).
- ↑ Ralph T. Pastore: The History of the Newfoundland Mi’kmaq auf: Newfoundland and Labrador Heritage Web Site, 1998; abgerufen am 24. Mai 2026.
- ↑ Disappearance of the Beothuk auf: Newfoundland and Labrador Heritage Web Site, 2008; abgerufen am 24. Mai 2026.
- ↑ Bernard Gilbert Hoffman: The historical ethnography of the Micmac of the sixteenth and seventeenth centuries, Teil 4, S. 112–261, hier: S. 127, 172 (online, PDF).
- ↑ Traditional Mi'kmaw birchbark canoes, engl., Canots traditionnels en écorce de bouleau mi'kmaq, franz., kanadische Regierungsseite.
- ↑ John Jennings: Bark Canoes. The Art and Obsession of Tappan Adney, Firefly, 2004, S. 31.
- ↑ Micmac in Canada bei Joshua Project. Allerdings behaupten sie auch, es gebe nur 19.000 „Micmac“, der Anteil der „Evangelicals“ liege bei 10 bis 50 %.
- ↑ Bruce G. Trigger (Hrsg.): Handbook of North American Indians, Bd. 15: Northeast, Smithsonian Institution Press, Washington 1978, S. 116.
- ↑ Micmac – Religion and Expressive Culture, bei everyculture.com, abgerufen am 7. Juli 2026.
- ↑ Bruce G. Trigger (Hrsg.): Handbook of North American Indians, Bd. 15: Northeast, Smithsonian Institution Press, Washington 1978, S. 109–122.
- ↑ Charles Godfrey Leland: The Algonquin legends of New England: or, Myths and folk lore of the Micmac, Passamaquoddy, and Penobscot tribes, London 1884, nach S. 40 (Digitalisat).
- ↑ Ruth Holmes Whitehead: Stories from the Six Worlds. Mi'kmaw Legends, Toronto 1988.
- ↑ Craig Womack: Red on Red. Native American Literary Separatism, University of Minnesota Press, 1999 (online, PDF).
- ↑ Jeffers Lennox: Homelands and Empires. Indigenous Spaces, Imperial Fictions, and Competition for Territory in Northeastern North America, 1690–1763, University of Toronto Press, 2017, S. 5–7.
- ↑ James Phinney Baxter: A memoir of Jacques Cartier, sieur de Limoilou. His voyages to the St. Lawrence. His Voyages to the St. Lawrence, a Bibliography and a Facsimile of the Manuscript of 1534 with Annotations, New York 1906 (Digitalisat, nach S. 22).
- ↑ Ramsay Cook (Hrsg.): Jacques Cartier, The Voyages of Jacques Cartier, University of Toronto Press, 2004, S. 11 f.
- ↑ So etwa die Abegweit auf Prince Edward Island: Who We Are.
- ↑ Matthew W. Betts, M. Gabriel Hrynick: The Archaeology of the Atlantic Northeast, University of Toronto Press, Toronto 2021, S. 3.
- ↑ Zu Neubraunschweig in der Späten Maritimen Archaischen Periode vgl. Joshua A. Cummings, David W. Black: Evidence for Late Maritime Archaic period occupations in interior riverine New Brunswick, University of New Brunswick, 2024.
- ↑ Matthew W. Betts, M. Gabriel Hrynick: The Archaeology of the Atlantic Northeast, University of Toronto Press, Toronto 2021, S. 33 f.
- ↑ Christopher Ellis: Understanding “Clovis” Fluted Point Variability in the Northeast: A Perspective from the Debert Site, Nova Scotia, in: Canadian Journal of Archaeology / Journal Canadien d’Archéologie 28 (2004) 205–253.
- ↑ Matthew W. Betts, M. Gabriel Hrynick: The Archaeology of the Atlantic Northeast, University of Toronto Press, Toronto 2021, S. 69 f.
- ↑ Der Fund wurde erst im Jahr 2003 gemacht. Vgl. Claude Chapdelaine: Présences autochtone de l’âge glaciaire à aujoud’hui Des chasseurs de la fin de l’âge glaciaire dans la région du lac Mégantic: découverte des premières pointes à cannelure au Québec, in: Recherches amérindiennes au Québec 30 (2004).
- ↑ David L. Keenlyside: Paleoindian Occupations of the Maritimes Region of Canada, in: Robson Bonnichsen, Karen L. Turnmire (Hrsg.): Clovis. Origins and Adaptations, Oregon State University, 1991, S. 163–173 (online, PDF).
- ↑ RCMP identify prehistoric human bone on PEI, in: The Quarterly 85,4 (2020) 68 f.
- ↑ Die Augustine Mound National Historic Site of Canada (Website von Parks Canada) ist seit 1975 in der Liste der nationalen historischen Stätten verzeichnet.
- ↑ Vgl. John P. Tenass. In: Dictionary of Canadian Biography. 24 Bände, 1966–2018. University of Toronto Press, Toronto (englisch, französisch)..
- ↑ Leslie Jane McMillan: Mi’kmawey Mawio’mi: Changing Roles of the Mi’kmaq Grand Council, From the Early Seventeenth Century to the Present, mémoire de maîtrise (anthropologie sociale), Dalhousie University, 1996, S. 197.
- ↑ Isra Henson: The myth of “pre-history”: The pre-contact history of indigenous North America, thesis, Queen’s University Kingston, 2026, S. 62.
- ↑ Alvin Finkel: Humans. The 300,000-Year Struggle for Equality, James Lorimer & Company, 2024, S. 33.
- ↑ Sharon Malinowski: The Gale Encyclopedia of Native American Tribes, Bd. 1, 1998, S. 134.
- ↑ Zainab Amadahy, Bonita Lawrence: Indigenous People and Black People in Canada: Settlers or Allies, in: Arlo Kempf (Hrsg.): Breaching the Colonial Contract. Anti-Colonialism in the US and Canada, S. 105–136, hier: S. 110.
- ↑ André Vachon: Fléché, Jessé, in: Dictionnaire biographique du Canada, Bd. I, 1966, überarbeitet 2024, und Robert Piart: in Enquête sur une rumeur concernant Jessé Fléché, premier missionnaire des Mi’kmaqs, in: Société historique acadienne, Cahiers (Moncton), 35 (2004) 84–88.
- ↑ So etwa bei Rev. W. C. Gaynor: A great Indian chief, in: New Brunswick Magazine 4 (1904) 129–140, 273–279.
- ↑ David Bigaouette: Le missionnaire capucin Pacifique de Valigny, la quête d’une identité religieuse et les manifestations du pouvoir politique traditionnel des Mi’gmaq (1894–1943), Diss. Université de Montréal, 2026, S. 54–58.
- ↑ Allan Greer: Property and Dispossession: Natives, Empires and Land in Early Modern North America. Studies in North American Indian History, Cambridge University Press, 2017, S. 19.
- ↑ So bereits 1670 in Recueil de quelques pièces curieuses, Köln 1670, S. 42 f. (Digitalisat).
- ↑ Glanures étymologiques de mots français d’origine inconnue on douteuse : Par un amateur, Konstantinopel 1894, S. 34 (Digitalisat).
- ↑ Micheline D. Johnson: Maillard (Maillart, Mayard, Mayar), Pierre (appelé quelquefois Pierre-Antoine-Simon), in: Dictionnaire biographique du Canada, Bd. III: 1741–1770, 1974.
- ↑ Digitalisat des Vertrages von 1725. Vgl. William C. Wicken, John G. Reid: An overview of the eighteenth century treaties signed between the Mi’kmaq and Wuastukwiuk Peoples and the English Crown, 1693–1928. Report submitted to Land and Economy Royal Commission on Aboriginal Peoples 1996, Department of History, Saint Mary’s University, S. 64.
- ↑ Emily Margaret Goodell: Réception and Indigenous representation: French colonial theatre in Nouvelle France 1606-1727, University of Illinois Urbana-Champaign, 2024, S. 115.
- ↑ David Bigaouette: Le missionnaire capucin Pacifique de Valigny, la quête d’une identité religieuse et les manifestations du pouvoir politique traditionnel des Mi’gmaq (1894–1943), Diss. Université de Montréal, 2026, S. 71.
- ↑ Micmac History, auf dickshovel.com, 3. Januar 1999, abgerufen am 11. Juli 2026.
- ↑ Augsburger Tagblatt, Vermischte Nachrichten, 17. Januar 1842 (Digitalisat); Vermischte Nachrichten, 31. Januar 1842 (Digitalisat).
- ↑ William C. Wicken: The Colonization of Mi'kmaw Memory and History, 1794–1928. The King V. Gabriel Sylliboy, University of Toronto Press, 2012, S. 180 f.
- ↑ William C. Wicken: The Colonization of Mi’kmaq Memory and History, 1794–1928. The King V. Gabriel Sylliboy, University of Toronto Press, 2012, S. 188.
- ↑ William C. Wicken: The Colonization of Mi’kmaq Memory and History, 1794–1928. The King V. Gabriel Sylliboy, University of Toronto Press, 2012, S. 188, 196.
- ↑ Edward D. Mitchell: Porpoise, Dolphin, and Small Whale Fisheries of the World. Status and Problems, International Union for Conservation of Nature and Natural Resources, Morges 1975, S. 95–97.
- ↑ Nicholas Chong: The Slingshot: Improving the Modern Hockey Stick. 10. Juni 2015 odec.ca ( vom 10. Juni 2015 im Internet Archive)
- ↑ John Reid: Space, Environment, and Appropriation: Sport and Settler Colonialism in Mi’kma’ki, in: Journal of Sport History 46 (2019) 242–254.
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- ↑ Digitalisate der Ausgaben von 1908 bis 1920 bei canadiana.ca; (englisch).
- ↑ William Craig Wicken: The Colonization of Mi’kmaq Memory and History, 1794–1928. The King v. Gabriel Sylliboy, University of Toronto Press, Toronto/Buffalo/London 2012, S. 158–160.
- ↑ William Craig Wicken: The Colonization of Mi’kmaw Memory and History, 1794–1928. The King v. Gabriel Sylliboy, University of Toronto Press, Toronto/Buffalo/London 2012, S. 170.
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- ↑ [qalipu.ca Qalipu First Nation to welcome special guests from Mi’kmaq Grand Council], in: Qalipu First Nation, 7. November 2019.
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- ↑ Homepage der Glooscap First Nation,
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- ↑ Homepage der Afton Mi’kmaq First Nation (jetzt: Paqtnkek Mi’kmaw Nation) ( vom 25. März 2012 im Internet Archive).
- ↑ Paqtnkek Mi'kmaw Nation, Website Crown-Indigenous Relations and Northern Affairs Canada.
- ↑ Homepage der Acadia First Nation bzw. Wasoqopa’q First Nation.
- ↑ Wasoqopa’q First Nation, Website Crown-Indigenous Relations and Northern Affairs Canada.
- ↑ Homepage der Mi’kmaq Nation.
- ↑ 2026 wurden 3.400 Acre Land in Bridgewater erworben, was knapp 1.400 ha entspricht (Mesgilg Magamigew). Somit steht der Mi’kmaq Nation ein Gebiet von über 2.500 ha zur Verfügung (Chez Oxendine: Mi'kmaq Nation acquires 3,400 acres in Maine, doubling tribal land holdings, in: Tribal Business News, 27. Juni 2026).
- ↑ Homepage der Bear River First Nation (auch L’setkuk oder Muin Sipu).
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- ↑ Miawpukek, Website Crown-Indigenous Relations and Northern Affairs Canada.
- ↑ Homepage der Qalipu Mi’kmaq First Nation (auch: Qalipu Mi’kmaq First Nation Band (QMFNB)).
- ↑ Qalipu Mi'kmaq First Nation, Website Crown-Indigenous Relations and Northern Affairs Canada.
- ↑ Homepage der Benoit First Nation (jetzt: Elmastogoeg First Nation), einer Band der Qalipu Mi’kmaq First Nation.
- ↑ Mi’kma’ki Placenames.
- ↑ Homepage der Flat Bay Mi’kmaq Band.
- ↑ Homepage der Glenwood Mi’kmaq First Nations, einer Band der Qalipu Mi’kmaq First Nation ( vom 19. Juli 2013 im Internet Archive).
- ↑ Homepage der L’nuk of the Port au Port Peninsula.
- ↑ Homepage der Sple’tk First Nation (SFN), einer Band der Qalipu Mi’kmaq First Nation ( vom 8. März 2012 im Internet Archive).
- ↑ Homepage der ehemaligen St. George’s Indian Band, nunmehr St. George’s Mi’kmaq.
- ↑ Als „Middle River“ werden von den Mi’kmaq je nach Dialekt jeweils mehrere Flüsse bezeichnet: der Wagmatook River sowie der Codroy River und Conne River.
- ↑ N0YWAMKISK (Where The Sand Blows) – Bay St. George Regional Indian Band Council ( vom 8. Mai 2021 im Internet Archive), 8. Mai 2021.
- ↑ Homepage der Indian Head First Nations.
- ↑ Website der Confederacy of Mainland Mi’kmaq.
- ↑ Website des Mawiw Council.
- ↑ Website des Mi’gmawei Mawiomi Secretariat (englische Version); französische Version.
- ↑ ehemalige Website des Gespe’gewaq Mi’gmaq Resource Council (GMRC) ( vom 21. August 2019 im Internet Archive), 21. August 2019; ersetzt im Jahr 2023 durch das Gespe’gewa’gi Institute of Natural Understanding mit dieser Website.
- ↑ Website der Mi’kmaq Confederacy of PEI.
- ↑ Website des North Shore Micmac District Council.
- ↑ Website der Union of New Brunswick Indians.
- ↑ Website der Union of Nova Scotia Mi’kmaq (UNSM).
- ↑ Website der Independent First Nation.
- ↑ Dort die George Frederick Clarke Artifact Collection, dessen Namensgeber, ein Zahnarzt, in den 1920er bis 1960er Jahren archäologische Grabungen im mittleren Neubraunschweig durchführte.
- ↑ Richard Serra. Galerie m Bochum, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 9. September 2024; abgerufen am 14. Januar 2024. – dort auch Foto des Werks.
- ↑ Suchbegriff „Mi'kmaq“ mit 71 Resultaten (26. Juli 2026), eingegeben unter dieser Abfrage.
- ↑ Digitalisate der Jahrgänge 1908 bis 1920 finden sich hier.