Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung
Das Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung (IWK)[1] ist ein Institut der OST – Ostschweizer Fachhochschule am Campus Rapperswil, Techpark Eichwies. Es leistet bei Werkstofffragen und in der Kunststofftechnik Beiträge zur anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung und erbringt Dienstleistungen. Das IWK pflegt eine projektbezogene Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und dem Bildungs- und Hochschulbereich.
Das IWK wurde 2005 an der damaligen Hochschule für Technik Rapperswil (HSR) gegründet[2] und seither sukzessive ausgebaut.[3] Es beschäftigt 8 Professoren und rund 50 Mitarbeitende in Wissenschaft, Dienstleistung und Administration. Institutsleiter ist Frank Ehrig, sein Stellvertreter Gion A. Barandun.
Fachbereiche
BearbeitenEs gibt die Fachbereiche
- Spritzgiessen / PUR (Leitung: Oliver Weissenborn)
- Compoundierung / Extrusion (Leitung: Daniel Schwendemann)
- Faserverbundtechnik / Leichtbau (Leitung: Gion A. Barandun)
- Verbindungstechnik (Leitung: Pierre Jousset)
- Fertigungstechnik Metall (Leitung: Mohammad Rabiey)
- 3D-Druck / Additive Manufacturing (Leitung: Daniel Omidvarkajan)
- Simulation und Design (Leitung: Mario Studer)
- Materialanalyse und Bauteilprüfung (Leitung: Debra Gomés Córtez)
Polymerchemie mit Schadensanalytik (Samuel Affolter), Mechanische Systeme (Markus Henne) und Werkstoffmechanik / Konstruieren mit Kunststoffen (Johannes Kunz) sind weitere Fachkompetenzen des IWK.
Die Aktivitäten umfassen die Wertschöpfungskette von der Material- und Produktentwicklung über die Werkzeug- und Prozesstechnik, Fertigung von Prototypen und Nullserien und die Bauteilprüfung bis zum Recycling von Kunststofferzeugnissen und Multimateriallösungen.
Alle Fachbereiche des IWK verfügen über Labors für Lehre, Praktika und Projektarbeiten.
Lehre
BearbeitenIn der Lehre vertritt das IWK die Disziplinen Werkstoffkunde, Fertigungstechnik, Technische Mechanik, Festigkeitslehre und Kunststofftechnik des Bachelor-Grundstudiums sowie seit 2010 die Fächer des Vertiefungsstudiums Kunststofftechnik im Studiengang Maschinentechnik | Innovation. Seit Herbst 2017 ist das IWK am Master-Studium (MSc in Engineering) im Profil «Mechanical Engineering» beteiligt.[4]
Im Bereich Weiterbildung bietet das IWK seit Herbst 2019 das CAS Auslegung und Herstellung von Kunststoffbauteilen mit den Schwerpunkten Spritzgießen und Additive Manufacturing. Es ist Bestandteil des MAS Kunststofftechnik.[5]
Das IWK engagiert sich auch für die Berufsbildung im Bereich Kunststofftechnik durch Zusammenarbeit mit dem Berufs- und Weiterbildungszentrum BWZ Rapperswil.[6] Es betreibt auch das Schülerlabor «OSTLAB»,[7] mit dem junge Menschen vor ihrer Berufswahl am Beispiel eines Produkts aus der Kunststofftechnik Einblick in die Arbeitswelt eines Produktionsbetriebes erhalten können.
Forschung und Entwicklung
BearbeitenDas IWK bearbeitet in Zusammenarbeit mit der Industrie und fallweise Partnern aus dem Bildungs- und Hochschulbereich des In- und Auslandes Projekte der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung. Dies je etwa zur Hälfte in Form von Direktaufträgen aus der Industrie und als öffentlich geförderte Projekte, vor allem durch die Innosuisse (Schweizerische Agentur für Innovationsförderung).[8] Es beteiligt sich zusammen mit ausländischen Partnern auch an europäischen Projekten.
Die Ergebnisse der anwendungsorientierten und der wissenschaftlichen Forschungsaktivitäten am IWK werden in Publikationen der Fachwelt vorgestellt. Alljährlich veranstaltet das IWK das «Rapperswiler Kunststoff-Forum»[9] mit Vorträgen und Fachinformationen aus Hochschule und Industrie sowie Laborpräsentationen. Das IWK nimmt an Messen der Kunststoffbranche wie Swiss Plastics Expo[10] und Fakuma[11] teil.
Auszeichnungen
BearbeitenFür die Ergebnisse innovativer Projekte erhielt das IWK verschiedentlich Auszeichnungen, so u. a. für den Composite Annulus Filler (JEC-Award 2014;[12] mit Rolls-Royce[13] und FACC AG,[14]) für das Recycling-Konzept Creamelt®TPU-R (Materialica-Award 2017,[15] German Innovation Award Winner 2018,[16] German Design Award 2019,[17]) für das Erdwärmesondensystem Jansen Hipress (German Innovation Award Gold 2019;[18] mit Jansen AG,[19]) für das Recycling von Plastikabfall aus dem Meeresbereich zur Herstellung langlebiger Produkte (Materialica Design + Technology Award 2019 der Messe München,[20] Swiss Plastics Expo Award 2020 im Bereich Nachhaltigkeit;[21] mit Tide Ocean SA[22]) und mehrmals für diverse Projekte auch mit dem Haupt- oder Anerkennungspreis der Stiftung Futur.[23] 2026 wurde dem IWK gleich dreimal der Swiss Plastics Expo Award 2026 verliehen, und zwar dem Fachbereich 3D-Druck/AM in der Kategorie Digitalisierung, dem Fachbereich Compoundierung/Extrusion in der Kategorie Nachhaltigkeit und dem Fachbereich Verbindungstechnik in der Kategorie Innovation.[24]
Zusammenarbeit
BearbeitenDas IWK ist Mitglied von Kunststoff.swiss (Branchenverband der Schweizerischen Kunststoffindustrie),[25] des Swiss Polymers Cluster Fribourg,[26] des Fördervereins des KATZ (Kunststoff-Ausbildungs- und Technologie-Zentrum Aarau),[27] und der OIG (Ostschweizer Interessengemeinschaft zur Förderung der Kunststoffberufe).[28]
Literatur
Bearbeiten- Marianne Flury: IWK, das neue HSR-Institut – Das Ausbildungsangebot der Schweiz verdichtet sich. In: Kunststoffe-Synthetics, 12/2005, S. 3–4.
- N.N.: 10 Jahre IWK – Ausbildung und Innovation für die K-Industrie. In: KunststoffXtra. 7–8/2015, S. 31–33.
- Daniel Graf: Das Jubiläum des HSR-Juwels zieht die Wirtschafts-Elite an. In: Südostschweiz. Ausgabe Gaster & See, 4. September 2015.
- Marianne Flury: Das IWK feiert sein 20-Jahr-Jubiläum. In: KunststoffXtra 7–8/2025, S. 30–33.
- Johannes Kunz: Die Vorgeschichte des IWK (1974-2005). In: KunststoffXtra 7–8/2025, S. 34–35.
Einzelnachweise
Bearbeiten- ↑ Website des IWK
- ↑ Marianne Flury: IWK, das neue HSR-Institut – Das Ausbildungsangebot der Schweiz verdichtet sich. In: Kunststoffe-Synthetics. 12/2005, S. 3–4.
- ↑ N.N.: 10 Jahre IWK: Das Institut feiert mit Wissenschaft und Industrie. In: KunststoffXtra 10/2005, S. 98. Digitalisat
- ↑ Webseite des MSE der OST.
- ↑ Webseite des MAS Kunststofftechnik
- ↑ Webseite des BWZ
- ↑ Webseite des OSTLAB
- ↑ Webseite der Innosuisse
- ↑ Webseite des Rapperswiler Kunststoff-Forums
- ↑ Webseite der Swiss Plastics Expo
- ↑ Webseite der Fakuma
- ↑ Webseite der JEC
- ↑ Webseite der Rolls-Royce Group
- ↑ Webseite der FACC AG
- ↑ Webseite von Linkedin - Materialica Design + Technology Award
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- ↑ Webseite der Jansen AG
- ↑ Webseite Materialica Award 2019
- ↑ Webseite des Swiss Plastics Expo Award 2019
- ↑ Webseite der Tide Ocean SA
- ↑ Webseite der Stiftung Futur
- ↑ Webseite des Swiss Plastics Expo Award 2026
- ↑ Webseite von Kunststoff.swiss
- ↑ Webseite des Swiss Polymers Cluster
- ↑ Webseite des KATZ
- ↑ Webseite der OIG