Akanthis
Akanthis (altgriechisch Ἀκανθίς Akanthís, deutsch ‚Zeisig‘, auch Akanthyllis) ist in der griechischen Mythologie die Tochter des Autonoos und der Hippodameia. Ihre Geschwister waren Akanthos („Stieglitz“), Erodios („Reiher“), Schoineus und Anthos.
Laut Boios, der für sein Werk über die Metamorphosen mythischer Gestalten in Vögel bekannt war, gehörte es zu den Aufgaben der Hippodameia und ihrer Söhne, die Stuten des Autonoos zu hüten. Als Anthos die Stuten im Übermut wild gemacht hatte, indem er sie von der Weide ausschloss, zerrissen sie den Jungen. Daraufhin verfiel die ganze Familie in eine tiefe Trauer um den Getöteten, bis Zeus und Apollon Erbarmen mit ihnen hatten. Aus Mitleid verwandelten sie alle in Vögel. Autonoos in eine Rohrdommel und Hippodameia in eine Haubenlerche, die Kinder in ihren Namen entsprechende Vögel.[1]
Literatur
Bearbeiten- Julius Adolf Bernhard: Akanthis. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 1,1, Leipzig 1886, Sp. 206 f. (Digitalisat).
- Fritz Graf: Akanthis und Akanthos. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 1, Metzler, Stuttgart 1996, ISBN 3-476-01471-1, Sp. 390 (Digitalisat).
- Paul M. C. Forbes Irving: Metamorphosis in Greek Myths. Clarendon Press, Oxford 1990, S. 224 f.
- Georg Knaack: Akanthis. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band I,1, Stuttgart 1893, Sp. 1146 f.
Anmerkungen
Bearbeiten- ↑ Boios bei Antoninus Liberalis, Metamorphosen 7.