Merochlorin A ist ein halogeniertes Meroterpenoid mit der Summenformel C25H29ClO4. Es wurde erstmals aus dem marinen Actinomyceten Streptomyces sp. CNH-189 isoliert und zeigt in vitro eine ausgeprägte antibakterielle Aktivität gegen grampositive Erreger wie Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) und Clostridioides difficile.[2]
| Strukturformel | |||||||||||||
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| Struktur von (−)-Merochlorin A | |||||||||||||
| Allgemeines | |||||||||||||
| Name | Merochlorin A | ||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C25H29ClO4 | ||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||
| Molare Masse | 428,96 g·mol−1 | ||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||
Eigenschaften
BearbeitenDie Verbindung gehört zur Klasse der Meroterpenoide und kombiniert terpenoide mit aromatischen Strukturelementen. Sie besitzt ein tetracyclisches Ringsystem mit vier benachbarten Stereozentren und ein Chloratom am Brückenkopf des Siebenrings. Weitere funktionelle Gruppen umfassen Carbonyl- und Hydroxyfunktionen.
Isolierung
BearbeitenMerochlorin A wurde erstmals 2012 aus dem Bakterienstamm Streptomyces sp. CNH-189 isoliert, der aus marinen Küstensedimenten bei Oceanside gewonnen wurde. Die Strukturaufklärung erfolgte mit NMR-, IR- und Massenspektroskopie.[2]
Biologische Aktivität
Bearbeiten(−)-Merochlorin A zeigt in vitro eine ausgeprägte antibiotische Wirkung gegen grampositive Bakterien, insbesondere gegen Clostridioides difficile und multiresistente Stämme von Staphylococcus aureus (MRSA). Es wurde keine Kreuzresistenz zu etablierten Antibiotikaklassen beobachtet.[2]
Merochlorin A befand sich im Jahr 2025 in der präklinischen Forschungsphase, und es gab es keine zugelassenen Indikationen. Seine Wirksamkeit in menschlichem Serum ist deutlich reduziert, was sein potenzielles systemisches therapeutisches Wirkungsspektrum einschränkt. Zu den möglichen Anwendungsbereichen gehören die Anwendung als topisches Arzneimittel bei Haut- und Weichteilinfektionen sowie die Behandlung von biomedizinischen Geräten zur Verhinderung der Besiedlung durch grampositive Bakterien. Um die Sicherheit, Wirksamkeit und Pharmakokinetik zu bewerten, sind weitere Studien erforderlich.[2]
Totalsynthese
Bearbeiten2013 wurde erstmals eine biomimetische Totalsynthese von (±)-Merochlorin A publiziert.[3]
2019 folgte eine enantioselektive Totalsynthese der (−)-Form.[4]
Wichtige Reaktionsarten umfassen die Wittig-Schlosser-Reaktion, goldkatalysierte Nazarov-Cyclisierung und Diels-Alder-Cycloadditionen. Diese Schritte ermöglichen den Aufbau des tetracyclischen Ringsystems und die Kontrolle der Stereochemie.[4]
Weblinks
BearbeitenEinzelnachweise
Bearbeiten- ↑ Dieser Stoff wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
- 1 2 3 4 Sakoulas, G.; Nam, S.-J.; Loesgen, S.; Fenical, W.; Jensen, P.R.: Novel Bacterial Metabolite Merochlorin A Demonstrates in vitro Activity against Multi-Drug Resistant Methicillin-Resistant Staphylococcus aureus. In: PLOS ONE. Band 7, Nr. 1, 2012, S. e29439, doi:10.1371/journal.pone.0029439.
- ↑ Pepper, H.P.; George, J.H.: Biomimetic total synthesis of (±)-Merochlorin A. In: Angewandte Chemie International Edition. Band 52, Nr. 46, 2013, S. 12170–12173, doi:10.1002/anie.201307200.
- 1 2 Brandstätter, M.; Mayer, P.; Carreira, E.M.: Total Synthesis of (−)-Merochlorin A. In: Angewandte Chemie International Edition. Band 58, Nr. 8, 2019, S. 2490–2494, doi:10.1002/anie.201813090.
Externe Links zu erwähnten Verbindungen
Bearbeiten- ↑ Externe Identifikatoren von bzw. Datenbank-Links zu (–)-Merochlorin A: CAS-Nr.: 1384960-66-0, PubChem: 138978062, ChemSpider: 71115946, Wikidata: Q137290693.
- ↑ Externe Identifikatoren von bzw. Datenbank-Links zu (+)-Merochlorin A: CAS-Nr.: nicht vergeben, PubChem: 163191565, Wikidata: Q110184116.