FF:Some say love is a razor...
Alter: ab 16
Spoiler :S3 und Razor
Genre : Slash, Thriller
Personen: Cain,Gina,Leoben,Cavil,Kendra
Disclaimer: Battlestar Galactica gehört Ron Moore, ich verfolge keine kommerziellen Absichten.
Zusammenfassung : Gina und Admiral Cain begegnen sich zum ersten Mal.
Anmerkung: Das Abendessen in meiner FF ist nicht !!! die Szene aus dem Film, ebenso beziehen sich Kendras Andeutungen nicht auf Szenen, die in Razor zu sehen waren und die letzte Szene meiner FF spielt bevor Kendra den Raum betrat.
Vier Monate vor dem Angriff auf einem zylonischen Basisstern
Eine Sechs nahm die Mappe mit Unterlagen entgegen, die ihr von einer Eins gereicht wurde . Cavil instruierte sie nun in sachlich -neutralem Tonfall.
„Hier sind die Ausweise, Arbeitszeugnisse und Arbeitsgenehmigungen für das Raumdock. Sie sind auf den Namen Gina Inviere ausgestellt und du arbeitest erst seit einigen Wochen dort. Deinen Abschluss hast du an der Universität von Caprica City erworben , vorher warst du bei einer Computerservice Firma angestellt. Deine Hauptaufgaben dort waren hauptsächlich Software für große Unternehmen installieren und an deren Bedürfnisse angepassen , sowie die Wartung und Modernisierung der Rechner leiten. Seit einer Weile arbeitest du auf Kriegsschiffen und in Militäranlagen.
Laut deiner Papieren wohnst du in einem Apartment im Zentrum von Caprica City. Arbeitskleidung befindet sich in der Tasche, wir haben sie organisiert.“ Cavil blickte zu der schwarzen Reisetasche zu ihren Füßen.
Sechs nickte. „Sprechen wir nun über deine Zielperson. Es handelt sich um eine 41-Jährige Admiralin , die den Battlestar Pegasus kommandiert , ihr Name ist Helena Cain, sie ist nicht verheiratet und Kinder sind nicht bekannt.“
Er reichte ihr ein Foto, dass Teil einer Akte gewesen zu sein schien. Die Frau trug ihr brünettes, leicht gewelltes Haar offen auf die Schultern fallend. Die blaue Uniform konnte ihre trainierte, schlanke Figur nicht verbergen. Sechs blickte Cavil entsetzte an. „Ich meine, ist das denn wirklich notwendig ?“ fragte sie zögernd. „Es sind Menschen, Sechs , vergiss das bitte nie.“ „Nein, natürlich nicht.“ Sie blickte ihn ernst an. „Sorge dafür so viel taktische und strategische Information über ihre Flotte zu erhalten wie möglich und vor allem kümmere dich darum, dass die Pegasus am Tag des Angriffs unseren Raketen schutzlos ausgeliefert ist. Cain darf nicht überleben.“ Sechs nickte.
Nachdenklich verließ sie den großen, spärlich möblierten Raum an Bord des Schiffes. Sie hatte nicht mit einer weiblichen Zielperson gerechnet, dass machte Alles komplizierter. Männer waren für sie einfach zu manipulieren, doch auf Frauen wirkten ihre Reize nicht. Sie musste sich eine andere Strategie überlegen, um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen.
Zwei Monate vor dem Angriff auf die Kolonien
16.30 Uhr Pegasus, Scorpion Raumdock
Helena stand neben ihrem Schreibtisch an Bord der Pegasus und blätterte in einer Liste mit nötigen Reparaturen. Das Schiff würde hier noch Ewigkeiten verbringen , wenn die Wartungsarbeiten nicht schneller voran gingen. Ungeduldig trommelte sie mit ihrem Kugelschreiber auf dem Klemmbrett. Viele ihrer Crewmitglieder bereiteten sich auf ihren Landurlaub in den Kolonien vor , freuten sich darauf ihre Familien nach so langer Zeit im All wieder zusehen und festen Boden und frisches Grass unter den nackten Füßen zu fühlen, statt der blanken Metallplatten des Battlestars. Doch zu Hause auf Tauron erwartete sie nichts als ein leeres Apartment , so dass sie keine große Lust verspürte dorthin zurückzukehren, außerdem wurde sie hier dringender gebraucht.
Gina arbeitete den ganzen Tag fieberhaft an den Computern der Pegasus und hielt unauffällig nach Cain Ausschau. Laut ihren Informationen befand sich die Kommandantin an Bord, doch es wäre verdächtig, sie als Mitglied der Wartungscrews ohne einen triftigen Grund aufzusuchen. Ihr erster Bericht wurde von Cain erst in einigen Tagen erwartet , doch so lange konnte sie nicht warten. Sie nahm ihren Werkzeugkoffer und ging in Richtung CIC , um dem Zufall etwas auf die Sprünge zu helfen. Im Korridor nur einige Schritte vom Zentrum des Schiffes entfernt, öffnete sie ein Computerterminal und begann daran zu arbeiten. Dabei lauschte sie aufmerksam den Gesprächsfetzen, die aus dem Raum an ihr Ohr drangen. Cain schien tatsächlich anwesend zu sein , sie hörte mehrfach ihren Namen. Die CIC –Crew war, ihrem Gelächter nach zu urteilen, in bester Laune. Sie ahnten nicht im geringsten, dass sie von einem Feind infiltriert worden waren, der sie aufmerksam beobachtete.
Die Tür des CIC öffneten sich, Schritte erklangen. Gina gab vor am Terminal zu arbeiten.
Helena entdeckte die blonde Technikerin sofort , nicht nur, dass sie ein unbekanntes Gesicht war, nein sie war auffallend schön , selbst der fade Kittel, den sie trug, konnte nicht darüber hinwegtäuschen. Sie musterte sie unauffällig im vorübergehen und erhaschte einen Blick auf ihr Namensschild „Gina Inviere“ und ihre straffen Brüste unter dem unvorteilhaften Oberteil. Scheinbar in Gedanken ging sie an ihr vorbei, so als habe sie es plötzlich eilig.
Als sie außer Sichtweite war, grinste Gina zufrieden, sie hatte die forschenden Blicke der Kommandantin sehr wohl bemerkt , auch wenn sie selbst so tat, als sei sie völlig in ihre Arbeit vertieft. Wenn sie diese Blicke richtig interpretierte, könnte sie auf eine ganz neue Weise Zugang zu dieser Frau finden.
Vier Tage später:
Admiral Cain schwitzte auf dem Laufband bei ihrem täglichen Trainingsprogramm. Doch ging ihr dabei das Gesicht der fremden Frau nicht aus dem Kopf. Unmöglich konnte sie die Technikerin unverblümt um eine Verabredung bitten. Nicht hier und nicht jetzt, aber sie musste einen Weg finden, diskret mit ihr in Kontakt zu treten.
Sie wusste schon ihr Leben lang, dass sie anders war als die anderen Mädchen. Nie hatte sie mit Puppen spielen wollen oder sich als Teenager für typische Mädchendinge begeistern können, wie ihre jüngere Schwester Lucy , während des Krieges mit den Zylonen gab es dazu sowieso wenig Gelegenheit. Lucy wurde von den Zylonen entführt und kehrte nie zurück.
Später hatte ihr Wunsch nach einer Karriere in der Kolonialflotte nur noch für wenig Aufregung gesorgt. Ihr Weg schien wie vorgezeichnet. Problematisch war nur , dass sie statt dem Tragen von kurzen Röcken die Mädchen darin bevorzugte. Aber sie hatte gelernt auch damit fertig zu werden und vor allem diskret zu sein. Nur wenige Personen kannten ihre tatsächliche sexuelle Orientierung.
Trotzig lief sie weiter. Jemand betrat den Fitnessraum, es war Belzen, ihr erster Offizier.
„Na, trainierst du wieder so hart ?“
Helena grinste. „Ich muss doch in Form bleiben.“
„Hast du da Jemand bestimmtes im Auge ? Für mich machst du das doch sicher nicht , oder ?“
„Das geht dich Nichts an...“, lachte sie.
„Oh ich weis, du hast diese blonde Wartungstechnikerin gesehen, stimmt´s ?“
„Vor dir kann man aber auch keine Geheimnisse haben.“ Sie warf spielerisch ihr feuchtes Handtuch in seine Richtung , doch er wich rechtzeitig aus. Beide lachten.
Drei Wochen später( zeitlich noch vor dem Angriff)
Gina saß an einem Tisch in der Kantine des Raumdocks . Ihr Blick schweifte suchend durch den kargen Raum. Vor ihr stand ein Tablett mit Essen , das sie aber nicht anrührte. Leoben sollte längst hier sein. Doch dann erkannte sie ihn in der Schlange der Wartenden vor der Theke. Er trug ebenfalls einen Overall, wie er für Computertechniker des Raumdocks typisch war. Gina winkte ihm unauffällig zu. Er kam näher und setze sich auf den Stuhl ihr gegenüber.
„Hast du die Daten ?“, raunte er ihr zu.
„Ich habe alles auf einem Chip gespeichert, Bewaffnung, Verteidigungsstrategien , Schwachstellen in der Konstruktion , Panzerung...“
Sie nahm seine Hand, als wolle sie sie streicheln und gab ihm, für andere Anwesende unsichtbar , den Chip. Leoben steckte in rasch ein.
„Was ist mit Cain ? Vertraut sie dir ?“
Gina lächelte kurz. Sie hatte bei der Kommandantin mehr als nur den Wunsch nach Freundschaft und guter Zusammenarbeit wahrgenommen.
„Sie hat mich gestern, als wir wie jeden Dienstag die neu installierten Upgrades besprochen haben, zum gemeinsamen Abendessen mit ihrer Crew eingeladen.“
„Das ist wirklich gut , aber vergiss nicht, es sind Menschen, sie sind nicht wie wir und sie dürfen uns nicht länger im Weg stehen. Die Eltern müssen streben, damit ihre Kinder leben können. Wir, die Kinder der Menschheit werden schon bald heimkehren , sehr bald...“, raunte er mit sanfter Stimme, so dass nur Gina ihn hörte.
„In Ordnung, ich werde meine Schwestern und Brüder nicht enttäuschen.“
Gina stand auf und verließ den Raum.
Helena bürstete sich vor dem Spiegel in ihrem Quartier das Haar. Sie wollte heute Abend besonders gut aussehen , denn sie hoffte nach dem Essen noch etwas Zeit allein mit Gina verbringen zu können. Es war wie ein Wunder nach all den Jahren allein eine so attraktive Frau, so unerwartet ,durch ihr Schiff spazieren zu sehen. Doch würde sie auf ihr Angebot eingehen oder es zurückweisen ? War sie überhaupt interessiert ? Hatte sie die subtilen Signale verstanden, als sie kurz Ginas Hand streichelte und ihre ein Kompliment über ihre Augen machte, als sie die Wartungsberichte besprachen ?
Beide tranken Tee und redeten, dabei erfuhr sie etwas mehr über ihren persönlichen Hintergrund und ihr Studium auf Caprica. Es war schön wieder mit jemandem zusammen zu sein, der sie verstand , ihre Position auf dem Schiff isolierte sie trotz informeller Abendessen von ihrer Crew . Sie war und blieb ihr kommandierender Offizier und konnte nur an zweiter stelle Helena sein.
Fisk und Belzen, sowie einige andere Crewmitglieder saßen bereits am Tisch als Admiral Cain mit Gina eintrat. Cain lächelte in die Rund.
„Darf ich ihnen Gina Inviere vorstellen ? Sie gehört zur Wartungscrew des Raumdocks und ich habe mir erlaubt sie heute zum Essen einzuladen. Ich denke nicht, dass sie etwas dagegen einzuwenden haben.“
Die Anwesenden musterten Gina interessiert, als sie neben Cain am Kopf der Tafel platz nahm. „Ich bedanke mich sehr herzlich für die Einladung , es kommt selten vor, dass mir als Systemadministrator soviel Aufmerksamkeit zu Teil wird “, sagte Gina bescheiden.
„Kann ich mir nicht vorstellen, so attraktiv wie sie sind “, bemerkte Thorn.
Gina senkte den Blick. „Danke für das Kompliment“.
Cain öffnete eine Flasche Wein und füllte die Gläser.
Gina musterte sie aus dem Augenwinkel. Es war zu schade, dass sie diese Frau würde töten müssen.
Während des Abend unterhielt sie sich lebhaft mit den Offizieren und amüsierte sich genauso wie Helena über deren Geschichten aus ihrer Zeit als Kadetten. Gegen 22 Uhr verabschiedeten sich die Offiziere. Helena und Gina blieben allein zurück. Vorsichtig berührte Gina ihre Hand, dabei lächelte sie scheu. „Wenn ich sie nicht völlig missverstanden habe, ist der Abend für uns noch nicht zu Ende.“
„Für dich bin ich Helena und nein, der Abend fängt gerade erst an interessant zu werden.“
Sie strich über Ginas blondes Haar. „Gehen wir in mein Quartier.“, flüsterte sie ihr zu.
Persönliches Logbuch von Helena Cain , Eintrag vom Tag des Angriffes, 9.00 Uhr
„Ich kann es nicht glauben, ich denke ich bin verliebt. Gina ist so eine wunderbare Frau. Sie erinnert mich so sehr an Jessica. Damals war ich noch so jung und unerfahren, aber sie hat die gleiche bestimmende Art, mir zu zeigen, was sie möchte. Sie ist direkt, fordernd und dabei dennoch so zärtlich. Bei ihr fühle ich mich sicher , ihr kann ich bedenkenlos vertrauen, mich öffnen , einfach nur ich selbst sein. Sie darf in mein Innerstes sehen. Für sie bin ich nur Helena.
Gina hat mir von ihrem kurzen Gespräch mit meinem neuen Offizier ,Kendra, erzählt. Sie muss uns zufällig im Flur beobachtet haben und macht ihr gegenüber Andeutungen über uns.
Sie hat wohl gleich erkannt , wie wir füreinander empfinden, oder ist es schon so offensichtlich ? Sieht jeder die rosa Wolken, auf denen ich schwebe und die Schmetterling in meinem Bauch ?“
Wenige Stunden nach dem Angriff auf die zylonische Relaisstation
„Nein !“ Schock. Schock und Ungläubigkeit war ihre Reaktion, als sie die Tote auf dem Moitor sah. „Götter von Kobol, sie hat nur mit mir gespielt, mich manipuliert , mich für ihre Pläne benutzt“, schoss es Helena durch den Kopf .Sie fühlte, wie ihr das Blut aus dem Gesicht wich und sie erbleichte. Hass brannte in ihr. Wie konnte sie es wagen, sie so zu täuschen und wie konnte sie es nicht durchschauen ? Admiral Cain beobachtete Gina durch das Glas der Arrestzelle. So viele Tote...so viel Leid ..dafür würde sie büßen müssen.
Cain hob den Hörer des schiffsinternen Kommsystems ab. „Mr. Thorn , ich habe eine Aufgabe für sie, bitte melden sie sich umgehend bei mir.“ Sie blickte zu Gina. „Mögen die Götter dir gnädig sein, ich werde es nicht !“
Ende
Spoiler :S3 und Razor
Genre : Slash, Thriller
Personen: Cain,Gina,Leoben,Cavil,Kendra
Disclaimer: Battlestar Galactica gehört Ron Moore, ich verfolge keine kommerziellen Absichten.
Zusammenfassung : Gina und Admiral Cain begegnen sich zum ersten Mal.
Anmerkung: Das Abendessen in meiner FF ist nicht !!! die Szene aus dem Film, ebenso beziehen sich Kendras Andeutungen nicht auf Szenen, die in Razor zu sehen waren und die letzte Szene meiner FF spielt bevor Kendra den Raum betrat.
Vier Monate vor dem Angriff auf einem zylonischen Basisstern
Eine Sechs nahm die Mappe mit Unterlagen entgegen, die ihr von einer Eins gereicht wurde . Cavil instruierte sie nun in sachlich -neutralem Tonfall.
„Hier sind die Ausweise, Arbeitszeugnisse und Arbeitsgenehmigungen für das Raumdock. Sie sind auf den Namen Gina Inviere ausgestellt und du arbeitest erst seit einigen Wochen dort. Deinen Abschluss hast du an der Universität von Caprica City erworben , vorher warst du bei einer Computerservice Firma angestellt. Deine Hauptaufgaben dort waren hauptsächlich Software für große Unternehmen installieren und an deren Bedürfnisse angepassen , sowie die Wartung und Modernisierung der Rechner leiten. Seit einer Weile arbeitest du auf Kriegsschiffen und in Militäranlagen.
Laut deiner Papieren wohnst du in einem Apartment im Zentrum von Caprica City. Arbeitskleidung befindet sich in der Tasche, wir haben sie organisiert.“ Cavil blickte zu der schwarzen Reisetasche zu ihren Füßen.
Sechs nickte. „Sprechen wir nun über deine Zielperson. Es handelt sich um eine 41-Jährige Admiralin , die den Battlestar Pegasus kommandiert , ihr Name ist Helena Cain, sie ist nicht verheiratet und Kinder sind nicht bekannt.“
Er reichte ihr ein Foto, dass Teil einer Akte gewesen zu sein schien. Die Frau trug ihr brünettes, leicht gewelltes Haar offen auf die Schultern fallend. Die blaue Uniform konnte ihre trainierte, schlanke Figur nicht verbergen. Sechs blickte Cavil entsetzte an. „Ich meine, ist das denn wirklich notwendig ?“ fragte sie zögernd. „Es sind Menschen, Sechs , vergiss das bitte nie.“ „Nein, natürlich nicht.“ Sie blickte ihn ernst an. „Sorge dafür so viel taktische und strategische Information über ihre Flotte zu erhalten wie möglich und vor allem kümmere dich darum, dass die Pegasus am Tag des Angriffs unseren Raketen schutzlos ausgeliefert ist. Cain darf nicht überleben.“ Sechs nickte.
Nachdenklich verließ sie den großen, spärlich möblierten Raum an Bord des Schiffes. Sie hatte nicht mit einer weiblichen Zielperson gerechnet, dass machte Alles komplizierter. Männer waren für sie einfach zu manipulieren, doch auf Frauen wirkten ihre Reize nicht. Sie musste sich eine andere Strategie überlegen, um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen.
Zwei Monate vor dem Angriff auf die Kolonien
16.30 Uhr Pegasus, Scorpion Raumdock
Helena stand neben ihrem Schreibtisch an Bord der Pegasus und blätterte in einer Liste mit nötigen Reparaturen. Das Schiff würde hier noch Ewigkeiten verbringen , wenn die Wartungsarbeiten nicht schneller voran gingen. Ungeduldig trommelte sie mit ihrem Kugelschreiber auf dem Klemmbrett. Viele ihrer Crewmitglieder bereiteten sich auf ihren Landurlaub in den Kolonien vor , freuten sich darauf ihre Familien nach so langer Zeit im All wieder zusehen und festen Boden und frisches Grass unter den nackten Füßen zu fühlen, statt der blanken Metallplatten des Battlestars. Doch zu Hause auf Tauron erwartete sie nichts als ein leeres Apartment , so dass sie keine große Lust verspürte dorthin zurückzukehren, außerdem wurde sie hier dringender gebraucht.
Gina arbeitete den ganzen Tag fieberhaft an den Computern der Pegasus und hielt unauffällig nach Cain Ausschau. Laut ihren Informationen befand sich die Kommandantin an Bord, doch es wäre verdächtig, sie als Mitglied der Wartungscrews ohne einen triftigen Grund aufzusuchen. Ihr erster Bericht wurde von Cain erst in einigen Tagen erwartet , doch so lange konnte sie nicht warten. Sie nahm ihren Werkzeugkoffer und ging in Richtung CIC , um dem Zufall etwas auf die Sprünge zu helfen. Im Korridor nur einige Schritte vom Zentrum des Schiffes entfernt, öffnete sie ein Computerterminal und begann daran zu arbeiten. Dabei lauschte sie aufmerksam den Gesprächsfetzen, die aus dem Raum an ihr Ohr drangen. Cain schien tatsächlich anwesend zu sein , sie hörte mehrfach ihren Namen. Die CIC –Crew war, ihrem Gelächter nach zu urteilen, in bester Laune. Sie ahnten nicht im geringsten, dass sie von einem Feind infiltriert worden waren, der sie aufmerksam beobachtete.
Die Tür des CIC öffneten sich, Schritte erklangen. Gina gab vor am Terminal zu arbeiten.
Helena entdeckte die blonde Technikerin sofort , nicht nur, dass sie ein unbekanntes Gesicht war, nein sie war auffallend schön , selbst der fade Kittel, den sie trug, konnte nicht darüber hinwegtäuschen. Sie musterte sie unauffällig im vorübergehen und erhaschte einen Blick auf ihr Namensschild „Gina Inviere“ und ihre straffen Brüste unter dem unvorteilhaften Oberteil. Scheinbar in Gedanken ging sie an ihr vorbei, so als habe sie es plötzlich eilig.
Als sie außer Sichtweite war, grinste Gina zufrieden, sie hatte die forschenden Blicke der Kommandantin sehr wohl bemerkt , auch wenn sie selbst so tat, als sei sie völlig in ihre Arbeit vertieft. Wenn sie diese Blicke richtig interpretierte, könnte sie auf eine ganz neue Weise Zugang zu dieser Frau finden.
Vier Tage später:
Admiral Cain schwitzte auf dem Laufband bei ihrem täglichen Trainingsprogramm. Doch ging ihr dabei das Gesicht der fremden Frau nicht aus dem Kopf. Unmöglich konnte sie die Technikerin unverblümt um eine Verabredung bitten. Nicht hier und nicht jetzt, aber sie musste einen Weg finden, diskret mit ihr in Kontakt zu treten.
Sie wusste schon ihr Leben lang, dass sie anders war als die anderen Mädchen. Nie hatte sie mit Puppen spielen wollen oder sich als Teenager für typische Mädchendinge begeistern können, wie ihre jüngere Schwester Lucy , während des Krieges mit den Zylonen gab es dazu sowieso wenig Gelegenheit. Lucy wurde von den Zylonen entführt und kehrte nie zurück.
Später hatte ihr Wunsch nach einer Karriere in der Kolonialflotte nur noch für wenig Aufregung gesorgt. Ihr Weg schien wie vorgezeichnet. Problematisch war nur , dass sie statt dem Tragen von kurzen Röcken die Mädchen darin bevorzugte. Aber sie hatte gelernt auch damit fertig zu werden und vor allem diskret zu sein. Nur wenige Personen kannten ihre tatsächliche sexuelle Orientierung.
Trotzig lief sie weiter. Jemand betrat den Fitnessraum, es war Belzen, ihr erster Offizier.
„Na, trainierst du wieder so hart ?“
Helena grinste. „Ich muss doch in Form bleiben.“
„Hast du da Jemand bestimmtes im Auge ? Für mich machst du das doch sicher nicht , oder ?“
„Das geht dich Nichts an...“, lachte sie.
„Oh ich weis, du hast diese blonde Wartungstechnikerin gesehen, stimmt´s ?“
„Vor dir kann man aber auch keine Geheimnisse haben.“ Sie warf spielerisch ihr feuchtes Handtuch in seine Richtung , doch er wich rechtzeitig aus. Beide lachten.
Drei Wochen später( zeitlich noch vor dem Angriff)
Gina saß an einem Tisch in der Kantine des Raumdocks . Ihr Blick schweifte suchend durch den kargen Raum. Vor ihr stand ein Tablett mit Essen , das sie aber nicht anrührte. Leoben sollte längst hier sein. Doch dann erkannte sie ihn in der Schlange der Wartenden vor der Theke. Er trug ebenfalls einen Overall, wie er für Computertechniker des Raumdocks typisch war. Gina winkte ihm unauffällig zu. Er kam näher und setze sich auf den Stuhl ihr gegenüber.
„Hast du die Daten ?“, raunte er ihr zu.
„Ich habe alles auf einem Chip gespeichert, Bewaffnung, Verteidigungsstrategien , Schwachstellen in der Konstruktion , Panzerung...“
Sie nahm seine Hand, als wolle sie sie streicheln und gab ihm, für andere Anwesende unsichtbar , den Chip. Leoben steckte in rasch ein.
„Was ist mit Cain ? Vertraut sie dir ?“
Gina lächelte kurz. Sie hatte bei der Kommandantin mehr als nur den Wunsch nach Freundschaft und guter Zusammenarbeit wahrgenommen.
„Sie hat mich gestern, als wir wie jeden Dienstag die neu installierten Upgrades besprochen haben, zum gemeinsamen Abendessen mit ihrer Crew eingeladen.“
„Das ist wirklich gut , aber vergiss nicht, es sind Menschen, sie sind nicht wie wir und sie dürfen uns nicht länger im Weg stehen. Die Eltern müssen streben, damit ihre Kinder leben können. Wir, die Kinder der Menschheit werden schon bald heimkehren , sehr bald...“, raunte er mit sanfter Stimme, so dass nur Gina ihn hörte.
„In Ordnung, ich werde meine Schwestern und Brüder nicht enttäuschen.“
Gina stand auf und verließ den Raum.
Helena bürstete sich vor dem Spiegel in ihrem Quartier das Haar. Sie wollte heute Abend besonders gut aussehen , denn sie hoffte nach dem Essen noch etwas Zeit allein mit Gina verbringen zu können. Es war wie ein Wunder nach all den Jahren allein eine so attraktive Frau, so unerwartet ,durch ihr Schiff spazieren zu sehen. Doch würde sie auf ihr Angebot eingehen oder es zurückweisen ? War sie überhaupt interessiert ? Hatte sie die subtilen Signale verstanden, als sie kurz Ginas Hand streichelte und ihre ein Kompliment über ihre Augen machte, als sie die Wartungsberichte besprachen ?
Beide tranken Tee und redeten, dabei erfuhr sie etwas mehr über ihren persönlichen Hintergrund und ihr Studium auf Caprica. Es war schön wieder mit jemandem zusammen zu sein, der sie verstand , ihre Position auf dem Schiff isolierte sie trotz informeller Abendessen von ihrer Crew . Sie war und blieb ihr kommandierender Offizier und konnte nur an zweiter stelle Helena sein.
Fisk und Belzen, sowie einige andere Crewmitglieder saßen bereits am Tisch als Admiral Cain mit Gina eintrat. Cain lächelte in die Rund.
„Darf ich ihnen Gina Inviere vorstellen ? Sie gehört zur Wartungscrew des Raumdocks und ich habe mir erlaubt sie heute zum Essen einzuladen. Ich denke nicht, dass sie etwas dagegen einzuwenden haben.“
Die Anwesenden musterten Gina interessiert, als sie neben Cain am Kopf der Tafel platz nahm. „Ich bedanke mich sehr herzlich für die Einladung , es kommt selten vor, dass mir als Systemadministrator soviel Aufmerksamkeit zu Teil wird “, sagte Gina bescheiden.
„Kann ich mir nicht vorstellen, so attraktiv wie sie sind “, bemerkte Thorn.
Gina senkte den Blick. „Danke für das Kompliment“.
Cain öffnete eine Flasche Wein und füllte die Gläser.
Gina musterte sie aus dem Augenwinkel. Es war zu schade, dass sie diese Frau würde töten müssen.
Während des Abend unterhielt sie sich lebhaft mit den Offizieren und amüsierte sich genauso wie Helena über deren Geschichten aus ihrer Zeit als Kadetten. Gegen 22 Uhr verabschiedeten sich die Offiziere. Helena und Gina blieben allein zurück. Vorsichtig berührte Gina ihre Hand, dabei lächelte sie scheu. „Wenn ich sie nicht völlig missverstanden habe, ist der Abend für uns noch nicht zu Ende.“
„Für dich bin ich Helena und nein, der Abend fängt gerade erst an interessant zu werden.“
Sie strich über Ginas blondes Haar. „Gehen wir in mein Quartier.“, flüsterte sie ihr zu.
Persönliches Logbuch von Helena Cain , Eintrag vom Tag des Angriffes, 9.00 Uhr
„Ich kann es nicht glauben, ich denke ich bin verliebt. Gina ist so eine wunderbare Frau. Sie erinnert mich so sehr an Jessica. Damals war ich noch so jung und unerfahren, aber sie hat die gleiche bestimmende Art, mir zu zeigen, was sie möchte. Sie ist direkt, fordernd und dabei dennoch so zärtlich. Bei ihr fühle ich mich sicher , ihr kann ich bedenkenlos vertrauen, mich öffnen , einfach nur ich selbst sein. Sie darf in mein Innerstes sehen. Für sie bin ich nur Helena.
Gina hat mir von ihrem kurzen Gespräch mit meinem neuen Offizier ,Kendra, erzählt. Sie muss uns zufällig im Flur beobachtet haben und macht ihr gegenüber Andeutungen über uns.
Sie hat wohl gleich erkannt , wie wir füreinander empfinden, oder ist es schon so offensichtlich ? Sieht jeder die rosa Wolken, auf denen ich schwebe und die Schmetterling in meinem Bauch ?“
Wenige Stunden nach dem Angriff auf die zylonische Relaisstation
„Nein !“ Schock. Schock und Ungläubigkeit war ihre Reaktion, als sie die Tote auf dem Moitor sah. „Götter von Kobol, sie hat nur mit mir gespielt, mich manipuliert , mich für ihre Pläne benutzt“, schoss es Helena durch den Kopf .Sie fühlte, wie ihr das Blut aus dem Gesicht wich und sie erbleichte. Hass brannte in ihr. Wie konnte sie es wagen, sie so zu täuschen und wie konnte sie es nicht durchschauen ? Admiral Cain beobachtete Gina durch das Glas der Arrestzelle. So viele Tote...so viel Leid ..dafür würde sie büßen müssen.
Cain hob den Hörer des schiffsinternen Kommsystems ab. „Mr. Thorn , ich habe eine Aufgabe für sie, bitte melden sie sich umgehend bei mir.“ Sie blickte zu Gina. „Mögen die Götter dir gnädig sein, ich werde es nicht !“
Ende
