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Zu einem Schlüsselbegriff der Hermeneutik
Relevanz zu verstehen bedeutet zu klären, worauf unsere Aufmerksamkeit sich richtet, und wie dies unser Denken, Entscheiden und Handeln leitet. Warum erscheint uns manches bedeutsam, anderes belanglos? Warum löst ein Thema hier lebhafte Diskussionen, dort Schweigen aus? Warum heben wir in Erzählungen bestimmte Aspekte hervor und lassen andere unerwähnt? Die Frage nach Relevanz zielt auf einen entscheidenden Aspekt des Verstehens selbst. Relevanzzuschreibungen und -wahrnehmungen verweisen auch auf Prozesse der Selektion und Gewichtung, die der Interpretation vorausgehen und sie zugleich prägen. Ausgehend von phänomenologischen und linguistisch-pragmatischen Ansätzen beleuchtet dieser interdisziplinäre Band Relevanz als Schlüsselbegriff hermeneutischer Theorie. Er bietet begriffliche Orientierung, methodische Instrumente und Fallstudien für alle, die verstehen wollen, warum etwas zählt.
The Story of Gertrude Stein’s Therapeutic Aesthetics
Author:
Gertrude Stein developed a groundbreaking theory of theater that has long gone unrecognized. Bringing together cultural critique and therapeutic thinking, her work links the analysis of social theatricality in modern American culture with innovative models of aesthetic experience. Rather than in authoritative manifestos, Stein develops this theatrical thinking across novels, essays and autobiographical writings. This book offers the first sustained account of Stein as a theater theorist, showing how her work emerges in critical dialogue with contemporary philosophical, psychological and cultural debates. It demonstrates how Stein's writing intervenes in modern regimes of attention, reading and spectatorship, while reimagining the relationship between literature, theater and everyday practices of self-formation. By situating Stein within broader histories of knowledge, this study reveals her as an incisive voice in twentieth-century debates on social theatricality and modern theater.
Aesthetics, Creativity, and Meaning in Economy 5.0 and ESG
Editor:
In an age shaped by artificial intelligence and technological acceleration, the most important infrastructure of Economy 5.0 is human. This book shows how art – through aesthetics, creativity, narrative, and meaning – develops the human capacities that make ethical and sustainable societies possible. Art as Human Infrastructure argues that art is not a cultural addition to the economy but a formative force that shapes imagination, ethical sensitivity, and relational understanding. Through interdisciplinary chapters on aesthetic leadership, narrative leadership, communication ethics, creative labour, cultural diplomacy, spatial design, and human-AI interaction, the book demonstrates how artistic and aesthetic practices translate ESG values into lived organisational and social realities. By linking art, leadership, and sustainability, the volume offers a humanistic framework for understanding Economy 5.0 as a system grounded in meaning, dignity, and human flourishing.
Paradigmen einer Ästhetik des Schnitts in Text, Bild und Film
Matisse ‚zeichnete‘ mit der Schere. Die Metapher der „dichtenden Schere“ des Filmtheoretikers Béla Balázs legt den Akzent auf die Spannung zwischen einem technischen Verfahren und der Möglichkeit, dieses zum künstlerischen Darstellungsprinzip zu machen. Welches produktive Potential liegt in der Herstellung von Diskontinuitäten mit Hilfe des Schnitts? Wie sieht die durch den Schnitt bedingte Intervention in unterschiedlichen Medien aus? Der Schnitt ist in seinen ästhetischen Möglichkeiten in höchstem Maße wandlungsfähig und innovativ. Denn die Medialität des Schnitts in Text, Bild und Film wird unter jeweils anderen Voraussetzungen ästhetisch verfügbar gemacht. Diese Dynamik in ihren Transformationen wird an prägnanten Beispielen, vorwiegend aus der französischen und italienischen Kultur, verfolgt, um vor Augen zu führen, wie der fundamentale Akt des Schnitts seit der Antike bis heute immer neue ästhetische Spielräume erschließt.
Evidence shows that over time, scribes gathered, revised, rewrote, and expanded the Book of Daniel. External manuscript evidence (such as Old Greek manuscripts and the Prayer of Nabonidus) suggests that the stories in Daniel 2-6 were initially separate and only later compiled. Internal literary evidence of redaction, including unique terminology, literary features, and cross-references among Daniel 2-7, further supports this. This study focuses on the doxologies in Daniel 2-6, which earlier scholars argued were not originally part of the individual stories but were likely added later. It thoroughly analyzes the proposal by exploring the doxologies from different perspectives. It examines the terminology within the narratives and doxologies, analyzes their literary and theological themes, and compares them with other texts. Particular attention is given to contrasting these doxologies with Daniel 7, Psalm 145, Jeremiah 10:1-16, and the Prayer of Nabonidus.
Volume Editor:
Dieser Editionsband präsentiert Schlüsselquellen zu Vorbereitung und Durchführung von Hoffesten sowie zu ihren Teilnehmenden. Aus kulturhistorischer Perspektive werden die Repräsentations- und Integrationspraxis des preußischen Hofes bei Hoffesten im langen 19. Jahrhundert beleuchtet und nach Kontinuität und Wandel befragt. Besondere Berücksichtigung finden die Feste der jährlichen Ballsaison, dynastische Feste sowie das Stiftungsfest des Lehr-Infanterie-Bataillons. Erstmals werden die Größe von Hoffesten und die soziale Zusammensetzung der Festgäste quantitativ ermittelt und qualitativ analysiert. Der Band enthält 215 facettenreiche, bislang unveröffentlichte Quellen zur höfischen Festkultur Preußens.
Eine Problemexposition des Geltungsgedankens für die erziehungswissenschaftliche Theoriebildung mit besonderer Berücksichtigung neukantianischer Theorieansätze
Author:
In der vorliegenden Arbeit werden Fragen nach dem Wissenschaftscharakter der Pädagogik am Problem der Geltung neu bestimmt. Ausgehend von der Frage theoretischer Orientierung entfaltet die Studie den Geltungsgedanken als bislang unzureichend explizierte Dimension pädagogischer Theoriebildung und bestimmt von hier aus den Wissenschaftscharakter der Erziehungswissenschaft neu. Mit Rückgriff auf neukantianische Theorieansätze, insbesondere auf Richard Hönigswald, werden zentrale Problemaspekte des Geltungsgedankens rekonstruiert und in einer relationalen Systematik zusammengeführt. Dabei zeigt sich, dass der Geltungsgedanke im Kontext pädagogischen Denkens eine eigenständige Bedeutung gewinnt und eine spezifisch pädagogische Artikulation erfährt. Die Studie leistet damit einen Beitrag zur wissenschaftstheoretischen Selbstverständigung des Fachs und eröffnet neue Perspektiven für eine grundlagentheoretisch fundierte erziehungswissenschaftliche Forschung.
Tracce di un prodotto editoriale ‘fluido’ e delle fonti di consultazione del Digesto
Author:
Questo studio offre una prospettiva nuova sul celebre Codex Florentinus, il più antico manoscritto completo a trasmetterci il Digesto. L'attenzione si incentra su alcuni fenomeni, che lasciano trapelare, tra gli altri, carenze delle inscriptiones in frammenti poi espunti, ed errori originati da testo a margine nelle fonti di consultazione; in più, si pone in risalto il valore dei segni di interpunzione come ripartizione logico-semantica e la loro possibile interrelazione con passaggi selezionati per cui la tradizione restituisce criticità o lezioni divergenti. Oltre che sostenere con ancora maggior vigore la vicinanza del manoscritto all'archetipo primigenio, nonostante il numero sostanziale di lezioni errate e omissioni, l'autrice si propone di riflettere circa il concetto di testo editoriale 'fluido', e valorizzare il manoscritto come custode, più o meno casuale, di una tradizione del testo parallela o antecedente alla composizione stessa del Digesto.
Dieser Band rückt ästhetische Praxis als ein Handeln in den Fokus, das seine Voraussetzungen und Grenzen im Vollzug reflektiert. Eine solche Praxis befragt ihre Begriffe und Verfahren im Hinblick auf die historischen, politischen und epistemischen Verflechtungen, denen sie entstammt. Als gleichsam politische Praxis stellt sie sich Ambivalenzen und sucht die Kontroverse. Zwischen unterschiedlichen Ästhetiken situiert, adressiert sie Machtverhältnisse und greift verändernd in Geschichtsschreibung und Gegenwart ein. Die Beiträge untersuchen aus transdisziplinärer Sicht das Kritische in und durch ästhetische Praxis. Zugleich verhandeln sie die Begriffe von Ästhetik und Kritik neu.
Vier katholische junge Erwachsene im Reichsarbeitsdienst: Briefe 1940–1944
Wie wirkten Volksgemeinschaftsideologie, Indoktrinierung und Zwang im nationalsozialistischen Reichsarbeitsdienst auf junge Menschen und wie hielten sie diese Erfahrung in ihren eigenen Worten fest? Dieses Buch analysiert systematisch Briefserien von vier katholischen jungen Erwachsenen aus den Jahren 1940 bis 1944. Mit aktuellen kulturwissenschaftlichen Ansätzen und qualitativer Inhaltsanalyse rückt die geschichtswissenschaftliche Forschungsarbeit eine bislang vernachlässigte Perspektive in den Mittelpunkt: die Positionierungen ‚einfacher‘ Arbeitsdienstleistender zum Reichsarbeitsdienst und dem nationalsozialistischen Regime. Die Forschungsarbeit fragt nach Spielräumen und Resistenz, nach Spannungen und individuellen Deutungen des Nationalsozialismus. Ein innovativer Beitrag zur NS-Forschung und ein eindrucksvolles Zeugnis junger Stimmen aus dem Erziehungsapparat des NS-Staates.