DIE ZEIT : Sie beschäftigen sich in einer Analyse des Butlerberufes mit der »Soziologie des Dienens«. Was interessiert Sie daran?

Katja Heuser : Die Motivation der Unterordnung. Menschen, die in einem personennahen Beruf arbeiten, sind nie auf Augenhöhe mit ihren Arbeitgebern. Beim Butler kommt hinzu, dass er einen tiefen Einblick in die persönlichen Angelegenheiten des Hauses gewinnt, gleichzeitig aber zu Diskretion und Loyalität verpflichtet ist. Er ist der gute Geist des Hauses – und er ist der Aristokrat unter den Dienstboten. Als solcher delegiert und kontrolliert er das Personal.