Erdpyramiden von Euseigne im Wallis auf www.schweizerseiten.ch
 

 

 

Euseigne die Erdpyramiden von Euseigne  

 
Die Erdpyramiden von Euseigne
 

Die Pyramiden von Euseigne sind eines der bekanntesten Naturdenkm�ler des Eringertales und des Wallis. Sie bilden eines der bedeutendsten erdwissenschaftlichen Sehensw�rdigkeit der Alpen und stehen unter dem Schutz der Eidgenossenschaft (Bundesinventar der zu erhaltenden Landschaften und Naturdenkm�ler von nationaler Bedeutung > Objekt Nr. 1706).

Die Gletscher und Euseigne

in der Endphase der letzten Eiszeit ("W�rmeeiszeit"), vor rund 80.000 bis 10.000 Jahren, wich der Eringergletscher nach S�den zur�ck. Er teilte sich dabei in zwei Str�me auf, aus denen die Wildb�che Dixence und Borgne entstanden. Beim R�ckzug des Eises liessen diese beiden Nebengletscher riesige, von ihren Seitenmor�nen mitgeschleppte Schuttmengen zur�ck. Im Gebiet von Euseigne wurde dieser Gletscherschutt verschiedener Herkunft zu einer m�chtigen Mittelmor�ne zusammengeschoben, die auch grosse Felsbrocken enth�lt. Die Mor�nen wurden an dieser Stelle mit ungeheurem Druck von �ber 1000 m m�chtigen Eismassen zusammengedr�ckt und trockneten nach dem Abschmelzen des Eises aus. Dabei entstanden Hohlr�ume zwischen den Fels- und Steinbrocken, die sich nach und nach mit feink�rnigem Material (Lehm und Sand) f�llten. Es bildete �usserst hartes,  verkittetes Gemisch, das man auch als "Betonmor�ne" bezeichnet.



 

Die Entstehung der Pyramiden
Seit dem R�ckzug des Eises ist das abgelagerte Mor�nenmaterial der Witterung ausgesetzt, welchen diesen recht wasserdichten, verschiedenartigen, harten Beton langsam aber stetig zerm�rbt. Niederschl�ge und Schmelzwasser , welche oberfl�chlich �ber die Mor�ne rieseln, legen nach und nach die grossen, widerstandsf�higen Felsbrocken frei. Dank ihrer Gr�sse und ihres betr�chtlichen Gewichts bilden diese Brocken "Schutzkappen". Sie dr�cken das darunterliegende Material zusammen und sch�tzen es vor dem Abtrag durch Wind und Wasser. Die ungesch�tzte Mor�ne ringsum zerbr�ckelt hingegen und wird nach und nach von Wind und Wasser davongeschwemmt, respektive weggeschliffen und geblasen. Dieser nat�rliche Erosionsprozess ist nach wie vor im Gange. Die Pyramiden von Euseigne sind stattliche 10 - 15 m hoch. Ihre steinernen, auf S�ulen sitzende Schutzkappen bestehen aus massiven Felsbrocken von mehreren m3 Durchmesser und bis zu 20 Tonnen Gewicht. Es handelt sich entweder um Gneis (Granitschiefer) oder um dunkelgr�nen Fels (Serpentinite), die durch den eiszeitlichen Eisstrom von den Talenden des Eringertales oder des Val d'H�r�mence herabgetragen wurde.


Ihr weiteres Schicksal ...
Die Pyramiden von Euseigne sind durch langwierige, nat�rliche geologische Vorg�nge entstanden und gehen unweigerlich einem nat�rlichen Zerfall entgegen. So bedauerlich das auch sein mag, sie werden fr�her oder sp�ter einst�rzen oder ihre steinernen Kappen verlieren und dann innert mehrerer Jahrzehnte oder Jahrhunderte verschwinden. Das Zerbr�ckeln der "Betonmor�ne" wird durch Riesel- und Sickerwasser, sowie durch das Wechselspiel von Frost- und Tauwetter beschleunigt, welche die Spalten im Inneren dieser Gebilde aufweiten. Ihr Fundament wird dadurch br�chig, die steinernen H�upter geraden ins wanken und st�rzen herunter. Die nunmehr barh�uptigen Pyramiden sind der Witterung nun st�rker ausgesetzt und verm�gen ihr nicht allzu lange stand zu halten. In Euseigne sind einige spitze Pyramiden "enthauptet"         
von Pierre KUNZ, Abt. Erdwissenschaften an der Univ. Genf !    
 

Die Erdpyramiden von Euseigne
 
Fotogalerie: Euseigne, die (Erd-) Pyramiden von Euseigne
 

 

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